
ESC 2026
Österreich schreibt Musikgeschichte beim Eurovision Song Contest
Einleitung
Österreichs Erfolgsformel beim Eurovision Song Contest: Starke Charaktere jenseits des Mainstreams! Von Udo Jürgens über Conchita Wurst bis zu JJ und Cosmó – sie alle haben etwas, das die anderen nicht haben.
Beim Eurovision Song Contest kann Österreich stolz drei Siege vorweisen – in den Jahren 1966, 2014 und 2025. Die Gewinner:innen: Unikate. Vom stilprägenden Entertainer Udo Jürgens über die international sichtbare Kunstfigur Conchita Wurst bis hin zu JJ, einem Opernsänger, der Stimmgewalt mit modernen Beats mixt.
Mit Cosmó tritt 2026 eine neue Generation österreichischer Popkünstler:innen auf die internationale Bühne. Der 19-jährige Singer-Songwriter Benjamin Gedeon vertritt Österreich beim Eurovision Song Contest in Wien mit seinem Song „Tanzschein“. Musikalisch steht er für modernen Deutschpop mit Club-Einflüssen und eine persönliche, deutschsprachige Ausdrucksform.
Factsheet ESC
Ort: Wiener Stadthalle, Wien (Österreich)
Finale: Samstag, 16. Mai 2026
Edition: 70. Eurovision Song Contest
Motto: „United by Music“
Teilnehmende Länder: 35 Nationen
Wichtige Termine
Eurovision Week ab 10. Mai 2026
1. Halbfinale: 12. Mai 2026
2. Halbfinale: 14. Mai 2026
Grand Final: 16. Mai 2026
Insgesamt mehrere Shows inkl. Jury- & Preview-Shows
Udo Jürgens
Der Sieg beim Eurovision Song Contest 1966 verhalf nicht nur Österreich zum ersten Triumph, sondern war Ausgangspunkt von Udo Jürgens jahrzehntelanger Karriere. Mit „Merci, Chérie“ setzte der charismatische Künstler weniger auf Inszenierung als auf Reduktion: Stimme, Klavier und eine klare musikalische Dramaturgie – mit Erfolg: die Single beherrschte in über 20 Ländern die Hitparaden.
In einer Hommage an Udo Jürgens entsteht ab 2027 eine 400 m2 große Dauerausstellung im kärnten.museum in Klagenfurt. Sie zeigt den Künstler in seiner gesamten Bandbreite: von den Anfängen in Kärnten bis zur internationalen Musikkarriere. Dabei geben persönliche Gegenstände, Auszeichnungen, Instrumente und Erinnerungsstücke (wie die Medaille seines Eurovision Song Contest-Siegs 1966) Einblicke in ein Leben, das von Musik und kreativer Unruhe geprägt war.
Conchita Wurst
Fast fünf Jahrzehnte später kehrte Österreich mit Conchita Wurst 2014 an die Spitze des Eurovision Song Contest zurück. “Die bärtige Diva”, wie Tom Neuwirth seine Kunstfigur selbst bezeichnete, wurde mit ihrem Siegesmotto „We are unstoppable!“ über Nacht zu einer weltweiten Galionsfigur der LGBTI-Gemeinschaft und löste eine europaweite Debatte über gesellschaftliche Offenheit aus.
Heute positioniert sich Neuwirth zunehmend als vielseitiger Künstler in den Bereichen Musik, Fashion und Menschenrechte und ist in unterschiedlichen Bühnenformaten präsent.
Aktuell steht Tom Neuwirth im Stück "Luziwuzi" als queerer Erzherzog Ludwig Viktor im Wiener Rabenhof auf der Bühne. Außerdem ist er mit dem Varieté-Abend „Frau Thomas & Herr Martin“ im deutschsprachigen Raum unterwegs und verbindet Wienerlied, Jazz, Swing, Latin und Schlager zu einem abwechslungsreichen Programm. Von 28. September bis 3. Oktober 2027 ist er Teil des „Rainbow Cruise“ – einer speziell auf die LGBTQIA+-Community ausgerichteten Kreuzfahrt.
JJ
Mit dem Sieg im Jahr 2025 setzte JJ knapp 10 Jahre später Österreichs Erfolgsgeschichte fort. Sein Beitrag „Wasted Love“ verzauberte durch die starke emotionale Dramaturgie und beeindruckende künstlerische Handschrift: Der Song wird als „Operatic Pop“ beschrieben und verbindet klassische Gesangstechnik mit modernen Pop- und elektronischen Elementen. Als klassisch ausgebildeter Countertenor löst JJ dabei bewusst musikalische Grenzen auf. Aktuell arbeitet JJ an seinem ersten Album. Die Genreübergreifende Richtung wird dabei vertieft. Seine erste Single heißt „Back To Forgetting“.
Rund um den ESC widmet sich das Haus der Geschichte Österreich in Wien von 25. März bis 11. Oktober 2026 der Präsentation „Unstoppable! Eurovision Song Contest Highlights im Museum“, wo Objekte ausgestellt werden, die österreichische ESC-Geschichte geschrieben haben: das Bühnenbild zu „Wasted Love“ von JJ, Conchita Wursts ikonisches Kleid sowie Bilder des grand prix de la chanson, der 1967 umgeben von imperialem Prunk in der Neuen Hofburg in Wien über die Bühne ging. Die Präsentation zeigt, wie eng der Song Contest mit dem Wandel von Politik, Identitäten und Gesellschaft verbunden ist.