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ÖW Marktupdate
Auswirkungen des Iran-Konflikts auf internationale Märkte

Laufend aktualisierte Einschätzung für die österreichische Tourismusbranche. Stand: 22.05.2026

Die Gesamtlage bleibt angespannt, ohne dass derzeit eine generelle Einbruchsdynamik erkennbar ist. Die Entwicklung unterscheidet sich weiterhin deutlich nach Markt, Segment und Erreichbarkeit. Insgesamt zeigt sich bislang weniger ein genereller Nachfragerückgang als vielmehr ein Vertrauens- und Kostenschock. Kurzfristigere Buchungsfenster, höhere Sensibilität für Sicherheit und Preis sowie volatile Buchungen bleiben prägend.

Der Luftverkehr bleibt der zentrale Übertragungskanal der Krise. Verbindungen über den Nahen Osten bleiben unter Druck, während alternative Routen und direkte Europa-Verbindungen an Bedeutung gewinnen. Laut aktuellem ETC-Monitor wurden im Mai weltweit rund 13.000 Flüge aus dem Flugplan genommen, was etwa 2 % der globalen Luftfahrtkapazität entspricht. Gleichzeitig zeigen einzelne Europa–Asien-Verbindungen zusätzliche Nachfrage und werden teils mit größeren Flugzeugmustern bedient.

Steigende Treibstoffpreise und Zuschläge erhöhen den Druck auf Flugpreise und touristische Betriebe. Die Kosten bleiben damit hoch, auch wenn sich der Jet-Fuel-Preis zuletzt etwas vom Höchststand gelöst hat. Die Europäische Kommission betont zugleich, dass aktuell keine akute Jet-Fuel-Knappheit in der EU gemeldet ist, bei anhaltender Krise aber weitere Risiken für Kosten und Kapazitäten bestehen.

Für Österreich bleibt die Lage insgesamt vergleichsweise stabil. Dazu tragen Marktdiversifikation, starke europäische Herkunftsmärkte sowie wichtige Fernmärkte wie die USA und China bei. Ostasien ist weiterhin weniger betroffen als andere Teile Asiens, da dort mehr Direktverbindungen bestehen und Golf-Airlines eine geringere Rolle spielen. Märkte mit hoher Hub-Abhängigkeit, insbesondere Südostasien sowie Australien und Neuseeland, bleiben stärker unter Druck. Gerade gut erreichbare und weniger hub-abhängige Destinationen erweisen sich in diesem Umfeld als widerstandsfähiger.

Die Waffenruhe bleibt ein Entspannungssignal, ihre Umsetzung ist aus Luftfahrtperspektive aber weiterhin unsicher. EASA führt den Hochrisikohinweis für den betroffenen Luftraum im Nahen Osten und am Persischen Golf weiterhin fort; die aktuelle Revision ist bis Ende Mai gültig.

Betroffene Märkte im Überblick

Arabischer Markt (GCC)

  • Die Nachfrage aus den GCC-Staaten nach Europa und Österreich bleibt hoch. Das Buchungsverhalten ist kurzfristiger geworden. Besonders stabil zeigen sich das Luxus- und Familiensegment.

  • Die Flugverfügbarkeit wird zunehmend zum entscheidenden Faktor.

  • Hohe Flugpreise und reduzierte Kapazitäten wirken weiter nachfragedämpfend.

  • GCC-Airlines stabilisieren oder erweitern ihre Europa-Verbindungen tendenziell, während europäische Carrier vorsichtiger agieren.

  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum wieder vollständig freigegeben. In Dubai ist wieder weitgehend regulärer Betrieb möglich.

Asien-Pazifik

  • Ostasien ist vergleichsweise widerstandsfähig, Südostasien und vor allem Australien sind stärker betroffen.

  • Transferverbindungen nach Europa verlagern sich nach China.

  • In China bleibt die Nachfrage im Langstreckenbereich stark.

  • Taiwan bleibt stabil.

  • Japan entwickelt sich positiv. Österreich-Produkte wachsen.

  • Korea: Direktflüge teils teurer als frühere Verbindungen über Golf-Airlines.

  • Südostasien: Umbuchungen, Absagen und Verschiebungen bei Gruppenreisen.

  • Australien ist vom Ausfall der Golf-Airlines stärker betroffen. Gleichzeitig ist Kaufkraft vorhanden, um auf alternative Verbindungen auszuweichen.

USA

  • Im Luxussegment bleibt die Nachfrage nach Europa hoch, während preissensitive Zielgruppen zurückhaltender agieren.

  • Steigende Treibstoffkosten, höhere Flugpreise und der schwächere Dollar erhöhen die Preissensibilität am Markt.

  • Vor allem im mittleren Preissegment zeigt sich bereits eine stärkere Zurückhaltung, da viele Reisende auf sinkende Flugpreise warten oder Buchungsentscheidungen später treffen.

  • Die Entwicklung wird weiterhin stärker von der wirtschaftlichen Lage als von der geopolitischen Situation selbst geprägt.

Europa

  • Europa gilt weiterhin als sicherer Reiseraum.

  • Im Luxussegment bleibt die Nachfrage nach Europa hoch.

  • Preissensitivere Zielgruppen reagieren stärker auf Flugpreise und Wechselkurse.

  • Kurzfristige Buchungen nehmen zu, Sicherheit bleibt ein zentrales Entscheidungskriterium.

  • Kurzstrecke und gut erreichbare Ziele erweisen sich als widerstandsfähiger als fernere, hub-abhängige Märkte.

  • Für Österreich bleibt die starke Verankerung in europäischen Märkten ein zentraler Stabilitätsfaktor. Die OECD und der ETC-Monitor stützen diese Linie zusätzlich.

Fazit

  • Die kurzfristigen Auswirkungen des Konflikts sind klar erkennbar, führen derzeit aber nicht zu einer generellen Einbruchsdynamik.

  • Auf der Angebotsseite erhöhen steigende Treibstoffkosten, Zuschläge und operative Einschränkungen den Druck. Auf der Nachfrageseite bleibt die Reisebereitschaft insgesamt bestehen, gleichzeitig steigen Sensibilität für Sicherheit und Preis.

  • Österreich bleibt in diesem Umfeld gut positioniert. Marktdiversifikation, starke europäische Herkunftsmärkte, wichtige Fernmärkte wie die USA und China sowie gute Direktanbindung bleiben zentrale Stärken.

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