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ÖW Marktupdate
Auswirkungen des Iran-Konflikts auf internationale Märkte

Laufend aktualisierte Einschätzung für die österreichische Tourismusbranche. Stand: 07.05.2026

Die Gesamtlage bleibt angespannt, ohne dass derzeit eine generelle Einbruchsdynamik erkennbar ist. Die Auswirkungen unterscheiden sich weiterhin deutlich nach Markt, Segment und Erreichbarkeit.

Die Krise wirkt derzeit vor allem über Luftanbindung, Kosten und Unsicherheit. Verbindungen über den Nahen Osten bleiben unter Druck, während alternative Routen und zusätzliche Direktverbindungen nach Europa an Bedeutung gewinnen. Insgesamt zeigt sich bislang weniger ein genereller Nachfragerückgang als vielmehr ein Vertrauens- und Kostenschock.

Steigende Treibstoffpreise und Zuschläge erhöhen den Druck auf Flugpreise und touristische Betriebe. Gleichzeitig bleibt die Versorgungslage im Luftverkehr vorerst stabil, auch wenn bei anhaltenden Störungen weiter erhöhter Kostendruck und neue Engpässe nicht ausgeschlossen werden können.

Für Österreich bleibt die Lage insgesamt vergleichsweise stabil. Dazu tragen Marktdiversifikation, starke europäische Herkunftsmärkte sowie wichtige Fernmärkte wie die USA und China bei.

Ostasien ist weiterhin weniger betroffen als andere Teile Asiens, da dort mehr Direktverbindungen bestehen und Golf-Airlines eine geringere Rolle spielen. Märkte mit hoher Hub-Abhängigkeit, insbesondere Südostasien sowie Australien und Neuseeland, bleiben stärker unter Druck. Gerade gut erreichbare und weniger hub-abhängige Destinationen erweisen sich in diesem Umfeld als widerstandsfähiger.

Kurzfristigere Buchungsfenster, volatile Buchungen und höhere Sensibilität für Sicherheit und Preis bleiben prägend. Die Waffenruhe ist ein Entspannungssignal, ihre Umsetzung bleibt jedoch unsicher. Eine rasche Normalisierung der Kapazitäten lässt sich derzeit noch nicht als gesicherte Entwicklung ableiten.

Betroffene Märkte im Überblick

Arabischer Markt (GCC)

  • Österreich und Europa gelten weiterhin als sichere und relevante Destinationen.

  • Reisen werden eher verschoben als storniert.

  • Hohe Flugpreise und reduzierte Kapazitäten wirken nachfragedämpfend.

  • Die Arabian Travel Market wurde von Mai auf 17. bis 20. August verschoben.

  • Die Golf-Carrier operieren weiterhin mit reduzierter Kapazität, auch wenn sich der Betrieb schrittweise stabilisiert.

  • Nach aktueller Neubewertung wurden Reise- und Sicherheitshinweise für mehrere Golfstaaten gelockert.

  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum wieder vollständig freigegeben.

Asien-Pazifik

  • Ostasien ist dank mehr Direktflügen und geringerer Bedeutung der Golf-Airlines weniger betroffen, Südostasien und Australien stärker.

  • Transferverbindungen nach Europa verlagern sich nach China.

  • China entwickelt sich robust.

  • Taiwan bleibt stabil.

  • Japan entwickelt sich positiv. Österreich-Produkte wachsen.

  • Korea: Direktflüge sind teurer. Für Sommerbuchungen wird ein Rückgang erwartet.

  • Südostasien: Absagen und Verschiebungen bei Gruppenreisen nehmen zu.

  • Australien ist vom Ausfall der Golf-Airlines stärker betroffen. Gleichzeitig ist Kaufkraft vorhanden, um auf alternative Verbindungen auszuweichen.

USA

  • In den USA sind aktuell keine Rückgänge sichtbar. Die Nachfrage bleibt hoch.

  • Gleichzeitig zeigen sich die Auswirkungen des Konflikts in der Flugbranche zunehmend über steigende Treibstoffkosten und höhere Flugpreise.

  • Je nach Dauer des Konflikts ist im mittleren Preissegment eine größere Sensibilität zu erwarten.

  • Die Entwicklung wird weiterhin stärker von der wirtschaftlichen Lage als von der geopolitischen Situation selbst geprägt.

Europa

  • Europa wird weiterhin als sicherer Reiseraum wahrgenommen.

  • Kurzfristige Buchungen nehmen zu.

  • Die Reiseintention bleibt auf hohem Niveau.

  • Sicherheit zählt zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.

  • Die Nachfrage nach Europa-Reisen und südlichen Destinationen nimmt zu.

  • Gleichzeitig zeigen sich kürzere Aufenthalte, kleinere Budgets und geringere Ausgaben für Luxusangebote.

  • Kurzstrecke und gut erreichbare Destinationen bleiben widerstandsfähiger als fernere, hub-abhängige Märkte.

  • Die starke Verankerung in europäischen Märkten bleibt ein zentraler Stabilitätsfaktor für Österreich.

Fazit

  • Die Auswirkungen des Konflikts sind klar erkennbar, führen derzeit aber nicht zu einer generellen Einbruchsdynamik.

  • Vielmehr zeigt sich eine differenzierte Entwicklung nach Märkten, Segmenten und Erreichbarkeit.

  • Auf der Angebotsseite erhöhen steigende Treibstoffkosten, Zuschläge und operative Einschränkungen den Druck. Auf der Nachfrageseite bleibt die Reisebereitschaft insgesamt bestehen, gleichzeitig steigen Sensibilität für Sicherheit und Preis.

  • Marktdiversifikation, starke europäische Herkunftsmärkte, Fernmärkte wie die USA und China sowie gute Direktanbindung bleiben Österreichs Stärken.

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