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ÖW Marktupdate
Auswirkungen des Iran-Konflikts auf internationale Märkte

Laufend aktualisierte Einschätzung für die österreichische Tourismusbranche. Stand: 16.04.2026

Die Gesamtlage bleibt angespannt, ohne dass derzeit eine generelle Einbruchsdynamik erkennbar ist. Die Auswirkungen unterscheiden sich weiterhin deutlich nach Markt, Segment und Erreichbarkeit.

Das zeigt sich vor allem durch das Ausbleiben arabischer Gäste und anhaltende Störungen im internationalen Luftverkehr. Parallel dazu verändern sich die globalen Verkehrsströme. Verbindungen über den Nahen Osten gehen zurück, während alternative Routen und zusätzliche Direktverbindungen nach Europa aufgebaut werden.

Der europäische Luftverkehr bleibt insgesamt stabil, zeigt aber deutliche Verschiebungen. Seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar 2026 sind Verbindungen zwischen Europa und dem Nahen Osten deutlich rückläufig. Interkontinentale Verbindungen in andere Regionen nehmen zu, vor allem Richtung Asien-Pazifik und Nordafrika.

Die Preise für Jet-Fuel und Flugtickets steigen weiter. Im Nahost-Verkehr werden deutlich weniger Kapazitäten angeboten. Ursache sind Streichungen, Reduktionen und Umleitungen. Gleichzeitig bauen Airlines aus Nordamerika und Asien ihre Verbindungen nach Europa aus.

Aktuelle Branchenanalysen zeigen:

  • Umleitungen verlängern die Flugzeiten zwischen Europa und Asien deutlich.

  • Airlines kalkulieren höhere Betriebskosten durch längere Routen.

  • Drehkreuze außerhalb des Nahen Ostens, insbesondere in der Türkei, gewinnen an Bedeutung.

Besonders betroffen sind Gruppenreisen und preissensible Segmente. FIT-Reisen entwickeln sich derzeit vergleichsweise stabiler, während das gehobene und Luxussegment widerstandsfähiger bleibt.

Für Österreich bleibt die Gesamtlage derzeit vergleichsweise stabil. Dazu trägt die breite Marktdiversifikation mit starken europäischen Märkten sowie wichtigen Fernmärkten wie den USA und China maßgeblich bei.

Internationale Flugverbindungen bleiben ein zentraler Faktor für die Nachfrageentwicklung. Rund 14 Prozent des weltweiten Transitverkehrs laufen über den Nahen Osten. Dadurch sind vor allem Verbindungen aus Asien indirekt betroffen.

Märkte mit hoher Abhängigkeit von Golf-Hubs sind stärker betroffen. Dazu zählen insbesondere Südostasien sowie Australien und Neuseeland.

Österreich profitiert in Asien von seiner Direktanbindung. In einem Umfeld mit unsicheren Umsteigeverbindungen wird direkte Erreichbarkeit zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Die Erleichterung nach dem letzten Ausruf der Waffenruhe ist vor Ort spürbar. Sollte sie nachhaltig halten und das Ende des Konflikts markieren, ist nach aktuellem Marktfeedback davon auszugehen, dass sich die Flugkapazitäten bis Ende Mai schrittweise normalisieren.

Die EASA stuft den Luftraum über mehreren Staaten im Nahen Osten und am Persischen Golf weiterhin als Hochrisikogebiet für die zivile Luftfahrt ein.

Betroffene Märkte im Überblick

Arabischer Markt (GCC)

  • Österreich und Europa werden weiterhin als sichere Destinationen wahrgenommen.

  • Die Nachfrage befindet sich derzeit vor allem auf Wartestellung. Reisen werden eher verschoben als storniert.

  • Hohe Flugpreise und reduzierte Kapazitäten wirken nachfragedämpfend.

  • Rund 28 Mio. internationale Reisen aus dem Nahen Osten gelten laut Tourism Economics aktuell global als „at risk“.

  • Emirates fliegt aktuell wieder täglich nach Wien. Ab 1. Mai sind zwei tägliche Flüge nach Wien im System buchbar.

  • Salam Air startet ab 24. Juni eine neue Direktverbindung zwischen Muskat und Wien mit drei wöchentlichen Flügen.

Asien-Pazifik

  • Ostasien bleibt vergleichsweise robust, während Südostasien und vor allem Australien stärker betroffen sind.

  • China entwickelt sich besser als erwartet. Chinesische Airlines bauen ihre Europa-Programme aus.

  • Taiwan bleibt insgesamt stabil. Betroffen sind vor allem Gruppenreisen mit Umstieg über die Golfstaaten.

  • Japan zeigt weiterhin ein vorsichtiges Bild. Gleichzeitig gehen die Stornoraten zurück. Für die Golden Week wird ein Plus von 8,5 % bei den Auslandsreisen erwartet.

  • In Südkorea werden Reisen mit ursprünglich über Golf-Carrier geplanten Verbindungen häufiger verschoben als storniert.

USA

  • In den USA sind derzeit keine wesentliche Veränderung spürbar.

  • Je nach Dauer des Konflikts ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung im mittleren Preissegment zu erwarten, insbesondere aufgrund steigender Flugpreise und wirtschaftlicher Unsicherheit.

  • Die Entwicklung wird damit weiterhin stärker von der wirtschaftlichen Lage als von der geopolitischen Situation selbst geprägt.

Europa

  • Europa wird weiterhin als sicherer Reiseraum wahrgenommen.

  • Kurzfristige Buchungen nehmen zu.

  • Die Reiseintention bleibt auf hohem Niveau.

  • Sicherheit zählt zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.

  • Die Nachfrage nach Europa-Reisen und südlichen Destinationen nimmt zu.

  • Gleichzeitig zeigen sich kürzere Aufenthalte, kleinere Budgets und geringere Ausgaben für Luxusangebote.

  • Die starke Verankerung in europäischen Märkten bleibt ein zentraler Stabilitätsfaktor für Österreich.

Fazit

  • Die kurzfristigen Auswirkungen des Iran-Konflikts sind klar erkennbar, führen derzeit aber nicht zu einer generellen Einbruchsdynamik.

  • Vielmehr zeigt sich eine differenzierte Entwicklung nach Märkten, Segmenten und Erreichbarkeit.

  • Auf der Angebotsseite steigen die Preise, während Kapazitäten reduziert oder angepasst werden.

  • Auf der Nachfrageseite bleibt die Reisebereitschaft hoch, zugleich steigt die Sensibilität für Sicherheit und Kosten.

  • Eine generelle Nachfrageschwäche ist derzeit nicht erkennbar. Die Nachfrage verlagert sich zunehmend auf näher gelegene, sichere und gut erreichbare Reiseziele.

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