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Markt Brasilien

Der brasilianische Herkunftsmarkt weist ein dynamisches Wachstum auf.

Brasilien hat sich als einer der wachstumsstärksten Fernmärkte für den österreichischen Tourismus etabliert: Nach Zuwächsen bei den Nächtigungen von +56 % im Jahr 2023 und +27 % im Jahr 2024 setzte sich dieser Trend 2025 mit einem Plus von +21,3 % eindrucksvoll fort. Die kaufkräftige brasilianische Zielgruppe zeigt ein ausgeprägtes Interesse an exklusiven Luxusreisen sowie hochkarätigen Kulturangeboten. Ein zentraler Treiber ist zudem der Winter- und Skiurlaub, wobei österreichische Destinationen durch ihre Kombination aus alpiner Kompetenz und erstklassigem Service punkten.

Monatsverteilung: Saisonale Spitzen liegen klar im Winter (Dez–Feb) und im Herbst (Sep–Okt), während Juli und August eine zusätzliche starke Sommersaison markiert. Brasilien zeigt sich als Ganzjahresmarkt mit Doppelspitze.

Brasilianische Gäste bevorzugen Hotels im 4- und 5-Stern-Bereich, die über die Hälfte aller Nächtigungen stellen. Brasilien ist damit ein hochwertiger Markt mit starker Ausrichtung auf Premium-Hotellerie.

Head of Market
Portraitfoto von Herwig Kolzer
Herwig KolzerHead of Markets Italien, Spanien
Aktuelles

26.03.2026

Laut dem Long-Haul Travel Barometer der European Travel Commission (ETC) vom Februar 2026 bleibt das Interesse der Brasilianer an Europa auf einem sehr hohen Niveau.

Nutzen Sie die Chance zur Marktbearbeitung in Brasilien: Das AußenwirtschaftsCenter São Paulo organisiert gemeinsam mit der Österreich Werbung gezielte Maßnahmen zur gezielten Vernetzung mit führenden brasilianischen Reiseveranstaltern und Branchenakteuren.

Auf dem Programm stehen exklusive B2B-Termine in São Paulo und Rio de Janeiro, Networking-Events sowie die Teilnahme an der ExpoSKI – dem wichtigsten B2B-Event für den brasilianischen Skimarkt. Teilnahme ist noch möglich.

Top Stories vom Markt

Spannende Projekte, Trends und Entwicklungen im Markt

Markt-Insights

Das Wichtigste zum Markt Brasilien

Reisevolumen

  • Volumen: 2024 unternahmen Brasilianer:innen 12 Mio. Auslandsreisen. Zum Vergleich: 2019 waren es 12,2 Mio., 2020 jedoch nur 2,9 Mio. Prognose bis 2029: 15,6 Mio. Reisen

  • Reisegründe: Haupttreiber ist Leisure (2024: 5,7 Mio. Reisen), gefolgt von VFR („Visiting Friends & Relatives“, 3,3 Mio.) und Business (2,8 Mio.)

  • Ausgaben: 2024 gaben brasilianische Reisende im Ausland insgesamt 26,9 Mrd. USD aus; bis 2029 wird ein Wachstum auf 41,6 Mrd. USD erwartet

  • Ziele: Europa ist wichtigster Kontinent (2024: 5,3 Mio. Reisen, 44 % Anteil), gefolgt von Süd- und Mittelamerika (3,9 Mio., 32 %).

Herkunftsregionen

Die Nachfrage nach Auslandsreisen konzentriert sich stark auf urbane Zentren mit hoher Kaufkraft:

  • São Paulo
    größter Wirtschaftsraum, wichtigste Drehscheibe

  • Rio de Janeiro
    zweitwichtigster Markt, hohe internationale Reiseaffinität

  • Brasília
    wohlhabende, international orientierte Zielgruppe

  • Belo Horizonte
    wachsender Markt, starke Mittelschicht

  • Porto Alegre
    hohe Affinität zu Europa

Nordost (Recife, Fortaleza, Salvador)
zunehmend relevant durch neue internationale Flugverbindungen

Buchungsverhalten nach Österreich

  • 44 % der Unterkunftsbuchungen erfolgten via Internet-Reiseportale/Buchungsplattformen bzw. Reisebüro/-veranstalter im Internet.

  • 20 % der polnischen Gäste buchen direkt in der Unterkunft.

  • 16 % der Gäste aus Brasilien haben ihre Unterkunft in Österreich im Reisebüro (nicht Internet) gebucht. (Quelle: T-MONA, 2025)

Buchungsplattformen

Buchungsplattformen (wichtigste)

  • Booking.com – führend bei Hotels

  • Decolar / Despegar – wichtigste OTA in Lateinamerika

  • Expedia / Hotels.com – v. a. internationale Reisen

  • Airbnb – Apartments & längere Aufenthalte

  • Skyscanner / Google Flights – Preisvergleich & Einstieg

  • 123Milhas – stark im Flugsegment (preisgetrieben)

Reiseveranstalter (relevante Generalisten)

  • CVC – größter Anbieter Brasiliens

  • Decolar Travel

  • Flytour / BeFly Group

  • Agaxtur

Premium / Luxus

  • SKIBrasil – führend für Ski & Europa-Luxus

  • Teresa Perez Tours – High-End

  • Primetour – Luxus & Lifestyle-Reisen

  • Kangaroo Tours

  • TTWGroup (Taste the World)

Reisezeiten & Ferienstruktur

  • Dezember – Februar (Sommerferien, Weihnachten, Neujahr, Karneval): Hauptreisezeit, sowohl für Inlands- als auch Auslandsreisen. Für Europa bedeutet das Hochsaison für Städtereisen, Kulturprogramme und Wintersport in den Alpen.

  • Juli (Winterferien): Zweite zentrale Reiseperiode, stark genutzt für Inlandsziele und Europareisen im Sommer (Südeuropa, Küsten, Inseln, Rundreisen).

  • Ostern & verlängerte Wochenenden: Kurzreisen im Inland, teils auch für europäische Kultur- und Städtereisen.

Mitbewerberdestinationen

Innerhalb Europas dominieren Frankreich, Portugal, Spanien, Italien, das Vereinigte Königreich und Deutschland den Markt, während Österreich im Vergleich als kleiner, aber qualitativ stark auftritt.

FAQ

Österreich genießt in Brasilien ein positives, kultiviertes Image – geprägt von Geschichte, Musik, Architektur und alpiner Natur. Besonders Wien gilt als Inbegriff europäischer Kultur, Eleganz und Lebensqualität. Historisch besteht eine emotionale Verbindung zwischen beiden Ländern durch Prinzessin Maria Leopoldina von Österreich, die als Ehefrau Dom Pedros I. eine zentrale Rolle in der brasilianischen Unabhängigkeitsgeschichte spielte, als „Mutter der Nation“ gilt und bis heute als Symbol für Bildung, Kultur und Fortschritt verehrt wird. Sie brachte auch die Farben der Habsburger in die brasilianische Nationalflagge.

Brasilianer:innen verbinden Österreich mit klassischer Musik, Kunst, Wintersport, Sicherheit und Qualität. Gleichzeitig wächst das Interesse an moderner Kreativität, Kulinarik und nachhaltigen Erlebnissen. Für viele gilt Österreich als Land, das Tradition und Innovation harmonisch vereint – authentisch, inspirierend und weltoffen. Dieses differenzierte Image bietet starke Ansatzpunkte, um Brasilien weiterhin emotional und kulturell an Österreich zu binden und das Land als erstklassiges Reiseziel im Herzen Europas zu positionieren.

Eine direkte Flugverbindung von Brasilien nach Österreich (Wien) gibt es aktuell nicht. Brasilianische Gäste reisen über große europäische Drehkreuze an, die mehrmals täglich mit Wien (VIE) verbunden sind.

Zentrale europäische Hubs für Brasilien-Reisen nach Österreich

Lissabon (TAP Air Portugal): Größtes Brasilien-Streckennetz Europas, zahlreiche tägliche Wien-Verbindungen.
Madrid (Iberia, Air Europa): Hauptdrehkreuz für Brasilien; mehrmals täglich nach Wien.
Paris (Air France): Tägliche Flüge aus São Paulo/Rio, sehr gute Wien-Anbindung.
Amsterdam (KLM): Direkte Flüge aus São Paulo/Rio, tägliche Wien-Verbindung.
Frankfurt (Lufthansa, LATAM): Wichtiger Hub mit Weiterflügen nach Wien & Bundesländer.
München (Lufthansa, LATAM): Direktflüge aus Brasilien, gute Anbindungen nach Westösterreich.
Zürich (SWISS): Tägliche Flüge São Paulo–Zürich, gute Wien- und Westösterreich-Verbindungen.
Rom (ITA Airways): Direktflüge aus São Paulo/Rio, Anschluss nach Wien.
London (British Airways, LATAM): Flüge aus Brasilien, tägliche Wien-Verbindungen.
Istanbul (Turkish Airlines): Flüge aus São Paulo/Rio, gute Wien-Verfügbarkeit.

Airlines mit Brasilien–Europa–Österreich-Relevanz

Star Alliance: Lufthansa (FRA/MUC), SWISS (ZRH), TAP (LIS), Turkish Airlines (IST), Austrian (Europa-Zubringer).

oneworld: LATAM (GRU/GIG–Europa), Iberia (MAD), British Airways (LHR).

SkyTeam: Air France (CDG), KLM (AMS), ITA Airways (FCO).

Weitere: Air Europa (MAD, VCP–MAD).

LATAM Airlines verbindet São Paulo (GRU) und Rio (GIG) mit vielen europäischen Hubs (Madrid, Paris, London, Mailand, Frankfurt, Rom). Durch Codeshares mit Iberia, BA und anderen bestehen reibungslose Umsteigemöglichkeiten nach Wien.

SWISS/Zürich ist ein wichtiger Zugang für den brasilianischen Markt (tägliche Flüge São Paulo–ZRH), mit enger Weiterleitung nach Wien und in die westlichen Bundesländer (z. B. Innsbruck, Salzburg).

München Airport (MUC) spielt ebenfalls eine strategische Rolle. Lufthansa und LATAM bedienen São Paulo–München direkt, mit Anschlussmöglichkeiten nach Wien, Salzburg und Innsbruck. Damit ist MUC für Brasilien–Österreich-Reisen eine besonders attraktive Option für den alpinen Raum.

Brasilien (210 Mio. Einwohner) ist ein großer, von wenigen Konzernen dominierter Medienmarkt. Für Tourismuskommunikation relevant sind v. a. reichweitenstarke Print-, Online- und TV-Medien.

Printmedien (Zeitungen & Zeitschriften)

Tageszeitungen: Folha de S. PauloO Globo und O Estado de S. Paulo sind die einflussreichsten Qualitätszeitungen; daneben wichtige Regionaltitel wie Zero Hora und Correio Braziliense.

Zeitschriften: Veja ist Brasiliens größte Wochenzeitschrift (über 1 Mio. Auflage). Weitere Publikums- und Lifestylemagazine erscheinen zunehmend digital.

Reisemagazine: Viagem e Turismo (seit 1995) ist das führende Reisetitel, heute primär als Online-Portal mit Social-Media-Präsenz.

Quelle: Grupo Folha, Grupo Globo, brasiloo.de/kultur/medien, Viagem e Turismo.

Fernsehen (TV)

TV bleibt Brasiliens Leitmedium – rund 93 % der Bevölkerung sehen täglich fern.

·Rede Globo dominiert mit über 50 % Marktanteil, bekannt für Telenovelas, Shows und Sportsendungen.

RecordTV, SBT und Rede Bandeirantes (Band) folgen mit Abstand; öffentlich-rechtliches TV (z. B. TV Brasil) spielt kaum eine Rolle.

Pay-TV stagniert (ca. 16 Mio. Abos), während Streaming stark wächst.

Netflix ist Marktführer, gefolgt von Globoplay.

Quelle: Reporter ohne Grenzen, Globo Group.

Radio

Brasilien gilt als echtes „Radioland“ mit rund 30.000 Sendern – von großen kommerziellen Netzwerken bis zu kleinen Lokal- und Community-Radios. Besonders in ländlichen Regionen und unterwegs bleibt Radio eine zentrale Informations- und Unterhaltungsquelle. Große Medienhäuser wie Globo betreiben eigene Programme, etwa den Nachrichtensender CBN oder Musikformate. Die Inhalte reichen von lokaler Musik über Nachrichten bis hin zu Sportübertragungen. Trotz der wachsenden Bedeutung von Internetradio und Musik-Streaming bleibt das klassische UKW- und AM-Radio weit verbreitet, insbesondere bei älteren und offline-Nutzern.

Online Medien und Social Media 

Die digitale Mediennutzung in Brasilien wächst rasant: Rund 85–87 % der Bevölkerung haben Internetzugang, davon 98 % mobil. Brasilianer sind im Schnitt fast fünf Stunden täglich online, vor allem über Smartphones. Große Medienhäuser wie Globo (G1), Grupo Folha (UOL) und Record (R7) erreichen hohe Reichweiten über Online-Portale. Etwa 66 % der Bevölkerung (144 Mio. Menschen) sind in sozialen Netzwerken aktiv – besonders auf TikTok, Instagram, YouTube und WhatsApp. Social Media prägt stark die Informations- und Reiseentscheidungen, mit wachsendem Einfluss von Influencern. Der Digital Shift hat Print und lineares TV weitgehend verdrängt.

Tourismusmedien und Travel Trade Kanäle

Reisemedien (B2C): Reiseinteressierte informieren sich v. a. über Online-Portale und Magazine wie Viagem e Turismo(Grupo Abril), Viaje Mais oder Qual Viagem, meist mit Websites und Social-Media-Präsenz. Auch große Tageszeitungen wie Folha de S. Paulo und O Estado de S. Paulo haben eigene Reiseressorts mit Tipps und Reportagen.
Quelle: Viagem e Turismo – Wikipedia.

Travel Trade (B2B): Wichtigste Fachmedien sind Panrotas (größtes Branchenmedium mit Onlineportal, Printausgabe und Jahreskongress) sowie Mercado & Eventos (M&E) mit crossmedialer Berichterstattung. Ergänzend informieren Titel wie BrasilturisTravel3 und Diário do Turismo.
Quelle: WTM Latin America, Panrotas.com.br.

Besonderheiten: Brasiliens Medienlandschaft ist stark konzentriert, dominiert von Großverlagen (Globo, Record, Folha) und geprägt vom rasanten digitalen Wandel. Klassische Medien bleiben wichtig, doch junge, reisefreudige Zielgruppen nutzen zunehmend Online- und Social-Media-Kanäle.

Die junge Zielgruppe in Brasilien ist stark digital geprägt, international orientiert und sucht vor allem nach authentischen, erlebnisorientierten Reisen. Social Media – insbesondere Instagram, TikTok und YouTube – spielt eine zentrale Rolle bei Inspiration und Entscheidungsfindung. Reisen wird als Ausdruck von Lifestyle und Persönlichkeit verstanden („experience over ownership“). Gleichzeitig ist die Generation preisbewusst, aber bereit, für besondere Erlebnisse und „instagrammable moments“ mehr zu investieren. Nachhaltigkeit und kulturelle Authentizität gewinnen an Bedeutung, allerdings ohne Verzicht auf Komfort und gute Infrastruktur.

Do’s

  • Herzlichkeit & persönliche Ansprache
    → Small Talk, Interesse zeigen, persönliche Ebene ist wichtig

  • Flexibilität im Service
    → individuelle Wünsche ernst nehmen, Lösungen anbieten

  • Schnelle Reaktion
    → Antworten sollten rasch erfolgen (auch im B2B!)

  • Emotionale Ansprache
    → Erlebnisse, Atmosphäre, „Feelings“ stärker betonen als reine Fakten

  • Komfort & Servicequalität
    → hoher Stellenwert, v. a. im gehobenen Segment

  • Sprache
    → Englisch ok, aber Portugiesisch ist ein großer Pluspunkt

Don’ts

  • Zu distanziert / formell auftreten
    → wirkt schnell unfreundlich oder kühl

  • Unflexible Regeln ohne Erklärung
    → „geht nicht“ ohne Alternative wird negativ wahrgenommen

  • Zu sachlich / technisch kommunizieren
    → emotionale Komponente fehlt

  • Langsame oder ausbleibende Antworten
    → wird als Desinteresse interpretiert

  • Serviceprobleme nicht aktiv lösen
    → proaktive Betreuung ist entscheidend

Weiterführende Infos zum Thema Nachhaltigkeit finden sich hier:

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