Mountainbiken am Biberg
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Nachhaltiger Radtourismus
Good Practice Saalfelden Leogang

23.04.2026
Saalfelden Leogang wurde als nachhaltige Bike-Destination international ausgezeichnet. Wir werfen einen Blick auf den Award und das Gästeprofil der Radurlauber:innen in Österreich.

Radfahren zählt zu den beliebtesten Sportaktivitäten in Österreich und spielt auch im Tourismus eine wichtige Rolle. Internationale Aufmerksamkeit erhielt zuletzt die Region Saalfelden Leogang: Sie wurde im März 2026 mit dem UN Tourism & FIA Award for Excellence in Sustainable Sports Tourism“ ausgezeichnet. Der Preis würdigt Projekte und Destinationen, die Sporttourismus mit Aspekten einer nachhaltigen Entwicklung verknüpfen.

Katrin ErbenStabstelle Digitalisierung, Innovation, Strategie und Nachhaltigkeit

Expertin für Nachhaltigkeit

Internationale Auszeichnung

Good Practice Saalfelden Leogang

Im März 2026 wurde Saalfelden Leogang in Madrid als einziger österreichischer Beitrag mit dem erstmals vergebenen „UN Tourism & FIA Award for Excellence in Sustainable Sports Tourism“ ausgezeichnet. Die Destination erhielt den Preis für das Projekt „Nature-Driven Performance: Saalfelden Leogang as a Pioneer in Eco-Friendly Mountain Bike Tourism“.

Der Ansatz kombiniert Bike-Infrastruktur und internationale Sportveranstaltungen mit Maßnahmen in den Bereichen Umweltschutz, Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung und langfristige Destinationsentwicklung. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise den Einsatz erneuerbarer Energie bei den Leoganger Bergbahnen, den Bau von Singletrails unter Berücksichtigung naturbasierter Prinzipien sowie Maßnahmen zur Besucher:innenlenkung und Sensibilisierung im Bereich Natur- und Wildtierschutz.

Das Beispiel Saalfelden Leogang kann in diesem Zusammenhang als Good practice für nachhaltigen Mountainbike-Tourismus herangezogen werden. Ansatzpunkte wie etwa

  • klare Positionierung (z. B. Genussradfahren oder Mountainbike)

  • Aufbau einer durchgängigen Infrastruktur sowie

  • Abstimmung von Mobilität, Unterkunft und touristischem Angebot

können dabei auch für andere Destinationen relevant sein. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die möglichst breite Einbindung der touristischen Akteur:innen in der Region.

Die Auszeichnung gilt nicht nur dem Projekt selbst, sondern der gesamten Destination. Zahlreiche Partnerbetriebe, Organisationen und engagierte Menschen arbeiten gemeinsam daran, Sport, Natur und verantwortungsvolle Tourismusentwicklung miteinander zu verbinden.

Marco PointnerGeschäftsführer Saalfelden Leogang Touristik
Nachhaltigkeit konsequent weiterentwickeln

Die Region Saalfelden Leogang ist seit 2023 mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Destinationen ausgezeichnet. Der aktuelle Award knüpft an diesen Ansatz an und entwickelt die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Destination konsequent weiter.

Good Practices wie Saalfelden Leogang liefern wichtige Impulse für die Angebotsentwicklung. Für die weitere Ausrichtung des Radtourismus ist jedoch ebenso entscheidend zu verstehen, wer die Gäste sind, die diese Angebote nutzen – und was sie antreibt.

Wer sind Österreichs Radgäste – und was treibt sie an?

Die T-MONA Studie „Rad-Urlaub im Sommer 2025“ untersucht das Reiseverhalten der Gäste, die im Sommer 2025 einen Radurlaub in Österreich unternommen haben. Unterschieden wird nach (Genuss-)Rad, E-Bike, Mountainbike und Rennrad. Befragt wurden 24.169 Personen.

80–90 % der Radurlauber:innen kommen aus Deutschland und Österreich, die Niederlande liegen mit 3–5 % weit abgeschlagen an dritter Stelle. Der Stammgästeanteil ist mit 80 % vergleichsweise hoch, beim durchschnittlichen Sommergast sind es nur 65 %. Die Radgäste reisen überwiegend als Paar, verfügen über ein solides Einkommen und sind durchschnittlich rund 56 Jahre alt, wobei Urlauber:innen mit Mountainbike oder Rennrad im Schnitt um rund vier Jahre jünger sind. Empfehlungen (besonders stark bei Mountainbike mit 65 %) und das Internet sind die Hauptinspirationsquellen bei Erst-Besucher:innen, die Buchung erfolgt zu rund drei Vierteln direkt bei der Unterkunft. Genächtigt wird vorzugsweise in 4-Sterne-Hotels, aber auch Campingplätze sind beliebt (11 %–17 % der Nächtigungen vs. 6 % beim durchschnittlichen Sommergast).

Neben den Sportmöglichkeiten sind die Natur und Landschaft in der Region das wichtigste Entscheidungskriterium für die Wahl der Destination. Auch das Angebot an Radwegen bzw. Mountainbikestrecken ist für die Destinationswahl ausschlaggebend. Das Radfahren ist dabei selten der einzige Reisegrund: Wandern, Baden und Kulinarik gehören genauso dazu wie Erholung.

Österreich bietet seinen Gästen vielfältige Möglichkeiten im Radtourismus, wie etwa die Gravel Bike Tour „Gravel Austria“.

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