Ausgabe vom 05.03.2026
Von der Tourismusforschung gesammelte Highlights der letzten Wochen aus Forschungssicht
Einleitung
Diesmal mit dabei: der aktuelle UNTO World Tourism Barometer, die WIFO-Konjunkturprognose und Vieles mehr.
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Einleitung
Das Kalenderjahr 2026 startet mit 16,4 Millionen Nächtigungen (+2,7 %) und 4,3 Millionen Ankünften (+8,7 %) im Jänner. Die Ankünfte ausländischer Gäste stiegen um +9,0 %, die inländischen Ankünfte nahmen um +7,7 % zu. Die Übernachtungen internationaler Gäste lagen um +2,5 % über dem Vorjahreswert, während die Inlandsnächtigungen um +3,3 % stiegen.
In der ersten Hälfte der laufenden Wintersaison (November 2025 bis Jänner 2026) wurden 10,9 Millionen Ankünfte (+8,0 %) und 36,1 Millionen Übernachtungen (+5,6 %) verzeichnet. Die Ankünfte von Gästen aus dem Ausland stiegen um +9,3 %, während die inländischen Ankünfte um +4,9 % zunahmen. Ähnlich entwickelten sich die Nächtigungszahlen mit einem Anstieg um +6,7 % bei internationalen Gästen sowie +2,0 % bei inländischen Gästen. Besonders stark wuchsen die Übernachtungen in gewerblichen Ferienwohnungen (+12,7 %) sowie in 3-Sterne-Hotels (+6,2 %).
Unter den Top-15-Herkunftsländern aus dem Ausland gab es in der bisherigen Wintersaison 2025/26 die größten relativen Nächtigungszuwächse aus Polen (+26,9 %), Kroatien (+22,5 %), den USA (+14,4 %), den Niederlanden (+11,2 %) sowie der Slowakei (+10,0 %).
Einleitung
Trotz zahlreicher wirtschaftlicher und weltpolitischer Herausforderungen blieb die Reiselust der Deutschen auch 2025 ungebrochen. Noch nie zuvor unternahmen so viele Deutsche eine Urlaubsreise. Dabei entschieden sie sich häufiger als im Vorjahr für Österreich.
Reisen mit 5+ Tagen : Rekorde bei Reisenden und Ausgaben – Österreich erneut einziges Alpenziel mit Wachstum
2025 haben 57,1 Mio. Personen Urlaubsreisen mit 5+ Tagen Dauer gemacht – so viele wie nie zuvor. Trotz dieses Rekordwertes ging das Reisevolumen leicht auf 67,7 Mio. Reisen (-1 %) zurück. Gleichzeitig stiegen die Gesamtausgaben auf einen neuen Höchststand von 91,7 Mrd. Euro (+ 2 %)
Österreich war 2025 erneut das einzige Alpenziel mit Wachstum. Der Marktanteil erhöhte sich leicht auf 4,4 %. Das Reisevolumen stieg auf 3 Mio. Reisen (+2 %). Der Zuwachs ist ausschließlich auf die Haupturlaubsreisen zurückzuführen. Die Gesamtausgaben blieben mit 3,7 Mrd. Euro stabil.
Kurzreisen mit 2 bis 4 Tagen: Gesamtmarkt leicht rückläufig – Österreich mit Zuwächsen
Die Zahl der Kurzurlaubsreisenden ist 2025 um 4 % auf 34,3 Mio. Personen gesunken, das Volumen der Kurzreisen um 3 % auf 91,2 Mio. Kurzreisen. Die Gesamtausgaben blieben mit 36,5 Mrd. Euro jedoch auf hohem Niveau stabil.
Österreich entwickelte sich im Kurzreisesegment deutlich besser als der Gesamtmarkt und konnte den Marktanteil von 3,7 % auf 4,2 % steigern. Das Reisevolumen erhöhte sich um 9 % auf 3,8 Mio. Kurzreisen und auch die Ausgaben stiegen deutlich auf 2 Mrd. Euro (+31 Prozent).
Österreich war erneut das beliebteste Kurzreiseziel im Ausland.
Einleitung
Eine aktuelle Analyse zeigt deutliche Unterschiede im Geschäftsreiseverhalten zwischen der Generation Z und den Babyboomern. Während ältere Geschäftsreisende berufliche Reisen vor allem als notwendigen Bestandteil der Arbeit sehen, verbinden jüngere Beschäftigte diese häufiger mit persönlichen Erfahrungen und zusätzlichen Erlebnissen.
Für viele Vertreter der Generation Z haben Geschäftsreisen einen besonderen Stellenwert, da sie darin eine Möglichkeit sehen, neue Orte kennenzulernen und internationale Erfahrungen zu sammeln. Entsprechend erwarten sie auch, dass solche Reisen Teil ihrer beruflichen Tätigkeit sein können. Gleichzeitig legen sie Wert auf digitale Tools und moderne Technologien, etwa bei Planung und Buchung von Reisen.
Babyboomer hingegen betrachten Geschäftsreisen stärker aus einer funktionalen Perspektive. Für sie steht vor allem der geschäftliche Zweck und der persönliche Austausch vor Ort im Mittelpunkt. Generell zeigt sich über alle Generationen hinweg, dass persönliche Treffen weiterhin als wichtig oder zumindest hilfreich für die Arbeit angesehen werden, auch wenn sich Erwartungen an Komfort, Technologie und Erlebnischarakter der Reisen zwischen den Altersgruppen unterscheiden.
Die Analyse verdeutlicht damit, dass Unternehmen bei der Planung und Organisation von Geschäftsreisen unterschiedliche Bedürfnisse der Generationen berücksichtigen müssen, da jüngere und ältere Geschäftsreisende unterschiedliche Erwartungen an Zweck, Ablauf und Mehrwert solcher Reisen haben.
Einleitung
Die Reiselust der Deutschen ist weiterhin hoch, gleichzeitig sind die Ausgaben für Urlaub deutlich gestiegen. Laut den Yougov-Erhebungen im Auftrag des DRVunternahmen 64 Prozent der Deutschen im Jahr 2025 mindestens eine Reise von fünf Tagen oder länger. Das ist der höchste Wert seit 2006. Gleichzeitig reisen viele Menschen häufiger, während sich die durchschnittliche Reisedauer im langfristigen Vergleich verkürzt hat und heute bei etwa 13 Tagen liegt.
Die Kosten für den Haupturlaub haben dabei ein Rekordniveau erreicht. Im Durchschnitt gaben Reisende 130 Euro pro Person und Tag aus, acht Euro mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt kostete eine Hauptreise durchschnittlich 1.636 Euro pro Person. Besonders stark gestiegen sind die täglichen Ausgaben in beliebten Urlaubsländern wie Griechenland und Spanien. Dort liegen sie mittlerweile bei 147 beziehungsweise 143 Euro pro Tag.
Trotz steigender Preise bleibt Urlaub für viele Menschen ein wichtiges Gut. Der wissenschaftliche Leiter der Tourismusanalyse beschreibt Reisen als eine besonders bedeutende Form des Glücks, gerade in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit. Viele Menschen würden sich den Urlaub bewusst als Ausgleich zu beruflichen Belastungen und globalen Krisen gönnen.
Gleichzeitig handeln viele Reisende preisbewusst. Um sich Urlaub leisten zu können, sparen viele an anderer Stelle oder versuchen, am Urlaubsort Nebenkosten zu reduzieren. Dazu zählen etwa Einsparungen bei zusätzlichen Ausgaben während der Reise oder eine bewusst günstigere Gestaltung einzelner Urlaubsbestandteile.
Auch bei den Reisezielen zeigen sich stabile Muster. Spanien bleibt das beliebteste Auslandsziel der Deutschen, gefolgt von Italien, der Türkei und Skandinavien. Rund ein Drittel der Reisenden verbringt den Urlaub im Inland, wobei Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Niedersachsen zu den gefragtesten Bundesländern zählen.
Einleitung
Der internationale Tourismus setzte 2025 seinen Aufwärtstrend fort und erreichte weltweit rund 1,52 Milliarden internationale Touristenankünfte. Damit lag das Ergebnis um etwa 60 Millionen Ankünfte über dem Niveau von 2024. Die aktuellen Zahlen zeigen laut World Tourism Barometer, dass sich der internationale Tourismus nach der Pandemie weiter stabilisiert hat und wieder auf dem langfristigen Wachstumspfad der Branche bewegt.
Historisch lag das durchschnittliche jährliche Wachstum internationaler Touristenankünfte zwischen 2009 und 2019 bei rund fünf Prozent. Nach der starken Erholungsphase in den Jahren nach der Pandemie normalisieren sich die Wachstumsraten nun wieder und nähern sich diesem langfristigen Trend an.
Für 2026 erwartet UN Tourism ein weiteres Wachstum des internationalen Tourismus, allerdings in moderaterem Tempo. Prognostiziert wird ein Anstieg der internationalen Ankünfte um etwa drei bis vier Prozent gegenüber 2025. Wie sich der Tourismus tatsächlich entwickeln wird, hängt laut Bericht unter anderem davon ab, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln, wie stark sich der Tourismus in Asien und im Pazifik weiter erholt, ob die Inflation bei touristischen Dienstleistungen zurückgeht und wie sich geopolitische Konflikte auf die Reiseentwicklung auswirken.
Einleitung
Der Tourismus in Europa weist eine deutliche saisonale Konzentration innerhalb des Jahres auf. Besonders die Sommermonate, vor allem Juli und August, sind in vielen Regionen die Hauptreisezeit. Diese starke Bündelung der touristischen Nachfrage führt dazu, dass ein großer Teil der Übernachtungen in touristischen Unterkünften innerhalb weniger Monate stattfindet.
Saisonalität gilt daher als ein wichtiges tourismuspolitisches Thema. Eine hohe Konzentration der Nachfrage kann verschiedene Auswirkungen haben. In der Hochsaison können etwa Umweltbelastungen durch erhöhten Ressourcenverbrauch oder Abfallaufkommen zunehmen. Gleichzeitig kann die starke saisonale Nachfrage auch den Arbeitsmarkt im Tourismus beeinflussen, da Arbeitskräfte und Infrastruktur häufig nur in bestimmten Monaten vollständig ausgelastet sind. In den übrigen Monaten bleiben Kapazitäten dagegen teilweise ungenutzt, was sich auf Kosten und Rentabilität touristischer Betriebe auswirken kann.
Die Stärke der saisonalen Schwankungen unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den europäischen Regionen. Besonders ausgeprägt ist die Saisonalität in klassischen Sommerdestinationen, in denen ein sehr großer Anteil der jährlichen Übernachtungen auf die Hauptferienmonate entfällt. In einigen Ländern wie Kroatien, Griechenland oder Bulgarien entfällt ein besonders hoher Anteil der touristischen Übernachtungen auf Juli und August.
Gleichzeitig zeigen andere Regionen ein ausgeglicheneres Muster. Länder mit Wintersporttourismus, etwa Österreich oder Finnland, profitieren neben der Sommersaison auch von einer zweiten, wenn auch teilweise schwächeren, Nachfrageperiode im Winter. Dadurch verteilt sich die touristische Nachfrage über das Jahr etwas gleichmäßiger.
Die Analyse der Saisonalität auf regionaler Ebene (NUTS-2-Regionen) ermöglicht ein genaueres Verständnis dieser Unterschiede innerhalb Europas. Regionale Daten zeigen, wie stark touristische Übernachtungen innerhalb eines Jahres schwanken und in welchen Regionen sich touristische Nachfrage besonders stark auf wenige Monate konzentriert.
Einleitung
Laut der Konjunkturprognose des WIFO dürfte die österreichische Wirtschaft im Jahr 2025 leicht um rund 0,5 Prozent gewachsen sein. Die Konjunkturerholung, die sich in der zweiten Jahreshälfte abzeichnete, soll sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Für 2026 und 2027 erwartet das Institut jeweils ein Wirtschaftswachstum von etwas über 1 Prozent.
Gleichzeitig wird mit einem Rückgang der Inflation gerechnet. Nachdem die Teuerung im Jahr 2025 durchschnittlich etwa 3,5 Prozent betragen dürfte, soll sie 2026 und 2027 auf rund 2,5 Prozent sinken. Auch auf dem Arbeitsmarkt wird eine leichte Verbesserung erwartet: Die Arbeitslosenquote dürfte im Prognosezeitraum schrittweise auf etwa 7 Prozent zurückgehen.
Die wirtschaftliche Entwicklung wird laut Prognose vor allem durch eine allmähliche Belebung von Exporten und Industrieproduktion unterstützt. Gleichzeitig bleibt die Konjunktur anfällig für Rückschläge. Insgesamt deutet die Prognose darauf hin, dass sich die österreichische Wirtschaft nach der schwachen Entwicklung der vergangenen Jahre langsam stabilisiert und wieder moderat wächst.
Einleitung
Im Jahr 2027 fallen die burgenländischen Semesterferien vom 8. bis 13. Februar mit der Faschingswoche zusammen. Laut Wirtschaftskammer Burgenland hat diese Überschneidung negative Folgen sowohl für Familien als auch für die regionale Wirtschaft.
Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth weist darauf hin, dass die Faschingswoche in Skigebieten eine Hochpreiszeit ist. Familien müssten daher für einen Skiurlaub 10 bis 15 Prozent höhere Kosten einplanen. Gleichzeitig fehlen im Burgenland während dieser Zeit Gäste bei Faschingsveranstaltungen, was sich besonders auf Gastronomie und Veranstaltungsbetriebe auswirkt. Dadurch gingen Umsätze verloren und auch die Pflege des regionalen Brauchtums leide.
Die Wirtschaftskammer sieht darin ein Beispiel für Reformbedarf bei der gesetzlichen Regelung der Semesterferien. Die derzeitige Grundlage im Schulzeitgesetz von 1985 sei nicht mehr ausreichend flexibel und entspreche nicht mehr den heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen.
Daher spricht sich die Wirtschaftskammer für eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Regelung aus, um künftig flexibler auf Überschneidungen reagieren zu können. Eine mögliche Lösung wäre laut Wirth, bundeslandspezifische Anpassungen der Semesterferien zu erleichtern, damit besser auf regionale Gegebenheiten eingegangen werden kann.