Ausgabe vom 16.04.2026
Von der Tourismusforschung gesammelte Highlights der letzten Wochen aus Forschungssicht

News aus der Tourismusforschung

Diesmal mit dabei: die Kulinarikstudie der Österreich Werbung in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und den USA, die aktuelle Publikation der Statistik Austria mit den Infografiken 2025 und vieles mehr.

Tourismusforschung & Data Analytics
Kulinarikstudie in Deutschland, Niederlande, Belgien und Schweiz

Diese repräsentative Studie der Österreich Werbung mit je 1.000 Befragten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz gibt wertvolle Einblicke in das unterschiedliche Reiseverhalten in Bezug auf Kulinarik.

  • Österreich ist kulinarisch stärker als gedacht – aber auch sehr vielschichtig und komplex

  • Regionale Küche ist ein Top-Erlebnis, vor allem bei Schweizer:innen und Deutschen

  • Kulinarik beeinflusst die Reiseentscheidung in allen 4 Ländern, besonders starker Einfluss bei Belgier:innen und Schweizer:innen – nur für eine Minderheit spielt sie keine Rolle

  • Alpine Küche, historische Altstädte und Weinregionen sind Top

  • Genussregionen sind bei den Schweizer:innen bekannt, auch bei den Deutschen. Geringe Bekanntheit in den Niederlanden und Belgien

  • Wirtshausbesuche sind vor allem beliebt bei Deutschen und Schweizer:innen – Wirtshauskultur ist ein gutes Positionierungsthema

  • Kaffeehauskultur ist ein Top Thema für Deutsche, Schweizer:innen und Belgier:innen, Niederländer:innen bevorzugen eher Besuche auf Bauern-/Wochenmärkten

  • Regionale Produkte im Restaurant sind wichtig aber nicht entscheidend, am relevantesten für Schweizer:innen

  • Preis-Leistungs-Verhältnis wird positiv bewertet, Deutsche urteilen hier etwas zurückhaltender

  • Essen gehen außerhalb der Unterkunft ist fester Bestandteil des Urlaubs, besonders ausgeprägt bei Niederländer:innen

  • Online-Bewertungen sind relevant

  • Online-Aktivitäten: Food-Fotos werden geteilt, Influencer spielen in der Bevölkerung gesamt aber noch keine große Rolle

  • Junge, innovative Küche: geringes Wissen, hohes Interesse

Kulinarikstudie - USA

Die aktuelle Studie der Österreich Werbung unter 1.000 US-amerikanischen Europa-Reisenden gibt interessante Infos zum Reiseverhalten in Europa mit Bezug auf die Kulinarik. Befragt wurden Personen in den USA von 18 bis 75 Jahren, die innerhalb der letzten 3 Jahre einen Europaurlaub unternommen haben oder innerhalb der nächsten 3 Jahre einen Europaurlaub planen.

Die Ergebnisse zeigen: Kulinarik spielt im Europaurlaub eine wichtige Rolle, Österreich wird positiv wahrgenommen.

  • Kulinarik ist bei US-Reisenden in Europa ein zentraler Faktor

  • Die meistbesuchten Reiseziele bei Europareisen sind Frankreich, Italien und Deutschland, Österreich liegt im unteren Bereich

  • Regionale Speisen und Getränke sind knapp hinter Sightseeing das zweitwichtigste Urlaubserlebnis

  • Top 3 Aktivitäten aus dem Bereich Kulinarik sind Restaurantbesuche mit regionaler Küche, Besuch eines lokalen Marktes und Weinverkostung

  • Starker Einfluss der Kulinarik bei der Destinationsentscheidung

  • Fast die Hälfte der US-amerikanischen Europa-Reisenden hat bereits in einem Michelin-Sterne-Restaurant gegessen

  • Für besonders gute Kulinarik stehen in Europa Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland, Österreich befindet sich im Mittelfeld

  • 3 von 10 Befragten kennen Österreich sehr/eher gut, 40% mittelmäßig

  • 6 von 10 Kennern waren schon einmal in Österreich

  • Die österreichische Kulinarik wird vor allem als hochwertig, authentisch und traditionell wahrgenommen

  • Drei Viertel geben eine gute Bewertung für das Preis-Leistungs-Verhältnis der österreichischen Gastronomie ab (Basis=Befragte, die bereits in Österreich waren)

  • Online-Bewertungen sind relevant, ebenso Kulinarikführer

  • Online-Aktivitäten: Food-Fotos werden geteilt, man lässt sich auch von Food-Influencern inspirieren

  • Hohe Bereitschaft, für gute Kulinarik im Urlaub einen höheren Preis zu zahlen

Fazit: Österreich ist als Kulinarikdestination im US-Markt noch nicht klar verankert. Aber: wer Österreich einmal besucht hat, bewertet es sehr positiv

International
Nahostkonflikt belastet Tourismus und Luftfahrt weltweit

Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich deutlich auf den internationalen Reiseverkehr aus. Luftraumsperren und Umleitungen zwingen Airlines zu längeren Flugrouten, was zu höherem Treibstoffverbrauch, steigenden Kosten und längeren Flugzeiten führt. In der Folge erhöhen sich die Ticketpreise, während gleichzeitig Kapazitäten reduziert werden, da einzelne Verbindungen eingeschränkt oder gestrichen werden müssen.

Auch die Nachfrage reagiert spürbar: Unsicherheit führt zu mehr Stornierungen und Umbuchungen, insbesondere bei Reisen mit Bezug zur Region oder mit Umstiegen über wichtige Drehkreuze im Nahen Osten. Die Branche berichtet von einer eingetrübten Geschäftsstimmung, da kurzfristige Planbarkeit abnimmt und Risiken steigen. Besonders betroffen sind Flugverbindungen zwischen Europa und Asien, die häufig über den Nahen Osten führen.

Für den europäischen Tourismus ergeben sich differenzierte Effekte. Einerseits kann es zu Ausweichbewegungen zugunsten europäischer Destinationen kommen, wenn Reisende sicherere Alternativen suchen. Andererseits sind Rückgänge in bestimmten Gästesegmenten möglich, etwa bei Fernmärkten oder im Luxusbereich mit Gästen aus der Golfregion. Insgesamt zeigt sich, wie stark geopolitische Krisen Reiseverhalten, Preisniveau und globale Tourismusströme kurzfristig beeinflussen können.

Solo-Travel 2026: Wo allein reisende Frauen sicher sind

Alleinreisen liegt weiterhin im Trend, wobei weltweit rund 71 Prozent der Solo-Reisenden Frauen sind. In den vergangenen drei Jahren ist ihre Zahl um mehr als 60 Prozent gestiegen. Mit dieser Entwicklung gewinnen geschlechtsspezifische Sicherheitsaspekte zunehmend an Bedeutung in der Reiseplanung.

Im Zentrum steht die „Female Travel Safety Map 2026“ von Safeture und Riskline. Diese Analyse bewertet globale Gefahrenlagen und identifiziert insgesamt 29 Länder als Hochrisikogebiete für allein reisende Frauen. Zu den spezifischen Risiken zählen unter anderem sexuelle Belästigung, verbale Einschüchterung sowie rechtliche und kulturelle Benachteiligungen. Die Karte dient sowohl Individualreisenden als auch dem betrieblichen Travel Management als Orientierung.

Als besonders riskant gelten Teile Subsahara-Afrikas, des Nahen Ostens sowie einzelne Länder in Amerika und im Asien-Pazifik-Raum, darunter Brasilien, Mexiko, Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Irak, Syrien und Jemen. Demgegenüber werden große Teile Europas sowie Länder wie Kanada, Japan, Singapur und Australien als vergleichsweise sicher eingestuft.

Zur Verringerung von Risiken werden mehrere Maßnahmen genannt. Dazu zählen eine sorgfältige Planung mit Ankünften bei Tageslicht, die Wahl geprüfter Transportmittel und sicherer Unterkünfte, das Informieren über lokale Gesetze und soziale Normen sowie der Einsatz technologischer Lösungen wie Notfall-Kommunikationskanäle.

Die „Female Travel Safety Map 2026“ stellt damit eine datenbasierte Grundlage dar, um Risiken frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit von allein reisenden Frauen gezielt zu verbessern.

ETC: Fernreisende setzen verstärkt auf nachhaltige, lokale und weniger bekannte Reiseerlebnisse in Europa

Fernreisende zeigen laut aktueller Analyse der European Travel Commission (ETC) eine wachsende Bereitschaft zu verantwortungsbewussterem Reisen in Europa. Dazu zählen insbesondere die Wahl umweltfreundlicher Verkehrsmittel, Reisen außerhalb der Hauptsaison, das Entdecken weniger bekannter Destinationen sowie eine stärkere Auseinandersetzung mit lokalen Kulturen und Gemeinschaften. Alle vier untersuchten Verhaltensweisen haben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert, wobei besonders klimafreundliche Mobilität an Bedeutung gewinnt.

Gleichzeitig bleibt die Umsetzung dieser Absichten herausfordernd. Zwischen dem Wunsch nach nachhaltigerem Reisen und dem tatsächlichen Verhalten bestehen messbare Lücken, etwa bei Off-Season-Reisen oder der Wahl alternativer Destinationen. Gründe dafür sind unter anderem Unsicherheiten bei der Reiseplanung, komplexe Buchungssysteme im Bahnverkehr sowie Preisüberlegungen, die weiterhin eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt bestätigt die Studie einen klaren Trend: Europa profitiert von seiner Vielfalt, kulturellen Authentizität und guten Infrastruktur, steht jedoch vor der Aufgabe, praktische Hürden abzubauen, damit nachhaltigere Reiseentscheidungen leichter umgesetzt werden können.

Luxury Travel Redefined: From Possessions to Meaningful Experiences

Luxusreisen befinden sich im Wandel, wobei der Fokus zunehmend von materiellen Gütern hin zu bedeutungsvollen Erlebnissen verschoben wird. Wohlhabende Reisende definieren Luxus heute weniger über Besitz oder Statussymbole, sondern vielmehr über persönliche, authentische und emotionale Erfahrungen.

Im Zentrum dieses Wandels steht der Wunsch nach Individualität und Einzigartigkeit. Standardisierte Angebote verlieren an Attraktivität, während maßgeschneiderte Reisen, kulturelle Immersion und persönliche Begegnungen mit Menschen und Orten an Bedeutung gewinnen. Reisende suchen gezielt nach Erlebnissen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen und eine tiefere Verbindung zur Destination ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die zunehmende Bedeutung von Sinn und persönlichem Mehrwert. Luxus wird verstärkt mit Transformation, Selbstentwicklung und emotionaler Bereicherung verbunden. Erlebnisse sollen nicht nur exklusiv sein, sondern auch nachhaltig wirken und langfristige Erinnerungen schaffen.

Darüber hinaus spielen Individualisierung und maßgeschneiderte Angebote eine zentrale Rolle. Luxusreisende erwarten personalisierte Dienstleistungen und Reisen, die exakt auf ihre Bedürfnisse und Interessen abgestimmt sind. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach authentischen und lokalen Erfahrungen, die über klassische Luxusangebote hinausgehen.

Insgesamt zeigt sich, dass Luxus im Tourismus zunehmend über die Qualität und Tiefe von Erlebnissen definiert wird. Entscheidend ist nicht mehr, was Reisende besitzen, sondern welche Erfahrungen sie machen und welche Bedeutung diese für sie haben.

Global Tourism Affected by Political Tensions

Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen weltweit zeigt sich der internationale Tourismus widerstandsfähig. Im Jahr 2025 reisten laut UN Tourism mehr als 1,5 Milliarden Menschen international und damit mehr als vor der Pandemie. Die globale Reisetätigkeit hat damit frühere Höchststände übertroffen.

Im Gegensatz zu früheren Krisen führen politische Konflikte heute nicht mehr automatisch zu einem Rückgang der Reisetätigkeit. Stattdessen verändern sie die Struktur des Reisens. Konflikte beeinflussen, wohin Menschen reisen, wie oft sie unterwegs sind und aus welchen Gründen sie sich für bestimmte Destinationen entscheiden.

Ein zentraler Faktor ist die Wahrnehmung von Risiko. Selbst wenn ein Reiseziel nicht direkt von Konflikten betroffen ist, können bereits Assoziationen mit instabilen Regionen dazu führen, dass Reisende alternative Destinationen wählen. Sicherheitsbedenken wirken sich somit stark auf die Nachfrage und die geografische Verteilung von Reisen aus.

Ein Beispiel für die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen zeigt sich im arabischen Golfraum. Dort wurden über Jahre hinweg große Investitionen in Tourismusinfrastruktur und internationale Anbindung getätigt, wodurch sich die Region als globales Drehkreuz etablierte. Gleichzeitig bergen zunehmende Spannungen Risiken für diese Entwicklung, insbesondere wenn Flugverbindungen eingeschränkt werden oder Unsicherheiten entstehen.

Insgesamt verdeutlicht die Entwicklung, dass geopolitische Konflikte den globalen Tourismus nicht stoppen, sondern vor allem seine Strukturen und Bewegungsmuster verändern.

National
Statistik Austria: Infografiken 2025

Die aktuelle Publikation von Statistik Austria führt in anschaulichen Infografiken durch die Themen Bevölkerung und Soziales, Wohnen, Gesundheit, Bildung, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Verkehr, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft und Regionales, informativ, übersichtlich und oft mit einem Augenzwinkern. Jede Grafik eröffnet einen neuen Blickwinkel, gemeinsam ergeben sie ein Bild davon, wie Österreich wohnt und konsumiert, wie es sich bewegt und verändert.

Nachhaltigkeit ist gleich Wellness: Umweltzeichen für die VAMED Vitality World Resorts

Die VAMED Vitality World Resorts wurden mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet, einer der wichtigsten Nachhaltigkeitsauszeichnungen im Tourismus. Mit dieser Zertifizierung gehören die fünf Thermenresorts zu den ersten Spa-Betrieben Österreichs mit staatlich geprüfter Nachhaltigkeitszertifizierung.

Alle fünf Standorte, darunter das bereits 2023 zertifizierte Tauern Spa sowie weitere Resorts wie Geinberg, St. Martins, Therme Laa und Aqua Dome, erfüllen die Anforderungen des Umweltzeichens. Dieses bestätigt unter anderem einen ressourcenschonenden Umgang mit Energie und Wasser, Abfallvermeidung sowie die verstärkte Nutzung regionaler Produkte.

Ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Energieversorgung. Seit 2023 beziehen alle Resorts ausschließlich Ökostrom und konnten ihren CO₂-Ausstoß im Vergleich zu 2019 etwa halbieren. Ergänzend wurden Investitionen in Photovoltaik und Wärmerückgewinnung umgesetzt.

Darüber hinaus setzen die Betriebe auf regionale Wertschöpfung in der Gastronomie, klimafreundliche Mobilitätsangebote für Gäste sowie ressourcenschonende Bau- und Renovierungsmaßnahmen. Ein Beispiel für die Nutzung vorhandener Ressourcen ist die Weiterverwendung von Thermalabwasser zur Fernwärmeversorgung, womit rund 2.000 Haushalte versorgt werden.

Die Auszeichnung wird als Teil einer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie verstanden, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Nachhaltigkeit wird dabei als fortlaufender Prozess betrachtet, der ökologische, wirtschaftliche und soziale Verantwortung gegenüber Gästen, Mitarbeitenden und Regionen umfasst.

Infografiken
ÖW News
  • Themen und Trends im Tourismus

  • Entwicklungen in internationalen Märkten

  • Veranstaltungen und Messen

  • Neues aus der Tourismusforschung