1. Startseite
  2. Wissen
  3. Statistiken & Dashboards
  4. Österreichweite Nächtigungsprognose

Österreichweite Nächtigungsprognose

Mit diesem Prognosemodell, das wir gemeinsam mit renommierten Forschungsinstitutionen entwickelt haben, können wir für 100 Tourismusregionen in Österreich sowohl monatliche als auch tägliche Nächtigungszahlen bis zu zwölf Monate im Voraus prognostizieren.

Bisher stützten sich Entscheidungsträger:innen im österreichischen Tourismus vor allem auf historische Nächtigungszahlen, da keine alternativen Datenquellen zur Verfügung standen. Deutlich interessanter ist jedoch der Blick in die Zukunft: Verlässliche und nachvollziehbare Prognosen schaffen Planbarkeit für Destinationen. Während einzelne Beherbergungsbetriebe ihre Auslastung in den nächsten Monaten mithilfe eigener Buchungsdaten bereits recht gut einschätzen können, fehlte bislang ein österreichweit verfügbares Modell zur Prognose der touristischen Nachfrage.

Diese Lücke schließen wir mit dem vorliegenden Forschungsprojekt, das die Österreich Werbung in Kooperation mit JOANNEUM RESEARCH, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und der Technischen Universität Wien durchgeführt hat.

Das entwickelte Prognosemodell bildet zentrale Einflussfaktoren wie Ferien, Feiertage oder Events – sofern entsprechende Daten vorliegen – realitätsnah ab.

Die zugrunde liegende Methodik basiert derzeit noch auf experimenteller Statistik und berücksichtigt kurzfristige Einflussfaktoren wie Wetter oder aktuelle Stimmungslagen nicht. Ziel ist es, den Ansatz kontinuierlich weiterzuentwickeln und schrittweise zusätzliche Datenquellen zu integrieren.

Portraitfoto von Holger Sicking
Holger SickingHead of Research & Data Analytics

Wir freuen uns, der Tourismusbranche dieses innovative Planungstool kostenfrei zur Verfügung zu stellen, und sind dankbar für jegliches Feedback zum Projekt – insbesondere zur Treffergenauigkeit der Prognosen sowie zu möglichen Initiativen für die Weiterentwicklung.

Holger SickingTeamleiter Tourismusforschung & Data Analytics

Details zum Prognosemodell

Grundlage des Prognosemodells bildet die offizielle Nächtigungsstatistik der Statistik Austria, die Nächtigungen aller Herkunftsländer in Hotels und Ferienwohnungen sämtlicher Kategorien seit November 1999 für alle 100 Tourismusregionen in Österreich umfasst.

Neben den Nächtigungsdaten wurden weitere Einflussfaktoren der touristischen Nachfrage in das Modell integriert. Hierfür kamen insbesondere kalendarische Informationen zum Einsatz, die Wochenenden sowie Ferien und Feiertage in Österreich und den wichtigsten Herkunftsmärkten abbilden. Zusätzlich wurden auch Events mit touristischer Relevanz durch Online-Recherchen identifiziert und in der Prognose für die jeweiligen Regionen berücksichtigt.

Zur Modellierung des täglichen Nächtigungsverhaltens wurden zusätzlich Mobilfunkdaten der Anbieter Drei und A1 herangezogen, die nach Tag und Region verfügbar sind. Diese Daten liefern wertvolle Einblicke in die zeitliche Dynamik touristischer Aufenthalte und ermöglichen es, Effekte zentraler struktureller Einflussgrößen – wie Ferien, Feiertage und Wochenenden – in allen Regionen zu schätzen, sowie Monatsprognosen auf Tagesebene zu disaggregieren.

Für die Erstellung der Prognosen wird ein zweistufiges Verfahren angewendet.

Im ersten Schritt erfolgt die Monatsprognose mithilfe eines Random-Forest-Modells, das sich nach einer systematischen Evaluation (Grid Search und Qualitätsvergleich auf Basis historischer Daten) als leistungsfähigster Ansatz erwiesen hat. Die Übereinstimmung zwischen prognostizierten und offiziell gemeldeten Nächtigungszahlen liegt derzeit bei durchschnittlich über 95 Prozent. Als Input-Variablen für das Modell werden historische Nächtigungswerte und saisonale Muster, Kalenderinformationen sowie regionale Events herangezogen.

Im zweiten Schritt wird die prognostizierte Monatszahl auf Tageswerte disaggregiert. Dabei wird die enge Korrelation zwischen täglichen Nächtigungen und Mobilfunkdaten genutzt. Auf dieser Basis werden Effekte von Wochenenden, Ferien, Feiertagen, Monatslage und regionalen Events spezifisch für jede Tourismusregion modelliert. So erhält jede Region im Prinzip ein eigenes Prognosemodell. Beispiel: eine Region hat einen hohen Anteil bayerischer Gäste und somit haben die Ferienzeiten in Bayern eine größere Bedeutung für die Nächtigungsprognose als andere Einflussfaktoren.

Wir haben die Ergebnisse der täglichen und monatlichen Prognosen sowie die zugrunde liegenden Einflussfaktoren in einem Dashboard visualisiert, das monatlich auf Basis der neuesten Daten aus der Nächtigungsstatistik aktualisiert wird. Darüber hinaus sind die Daten, die dem Dashboard zu Grunde liegen, auch über eine API abrufbar. Zusätzlich stehen eine detaillierte technische Beschreibung des Modells und der dazugehörige Code auf GitHub zur Verfügung und können als Ausgangspunkt für eigene Prognoseprojekte genutzt werden.

Dashboard Nächtigungsprognose

Die dargestellten Ergebnisse sind das Resultat eines statistischen Modells. Wir übernehmen keine Gewähr für die Korrektheit der Prognose. Wir arbeiten laufend an der Verbesserung der Prognosequalität.

Für inhaltliche Erläuterungen und Tips für die Bedienung des Tools findest du hier eine Anleitung zur Nutzung des Nächtigungsprognose-Dashboards

Eine detaillierte Auflistung aus welchen Gemeinden sich die 100 Tourismusregionen zusammensetzen findest du hier: Tourismusregionen_Gemeindezuordnung

Weitere Seiten

ÖW News
  • Themen und Trends im Tourismus

  • Entwicklungen in internationalen Märkten

  • Veranstaltungen und Messen

  • Neues aus der Tourismusforschung