Sommerpotenziale 2026
Einleitung
Trotz geopolitischer Unsicherheiten bleiben die Reiseabsichten in den zehn Kernmärkten hoch – und Österreich legt in mehreren Märkten zu. Die Studie wurde in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Italien, Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien durchgeführt.
Die Sommerpotenzialstudie 2026 der Österreich Werbung zeigt ein differenziertes Bild: Trotz der Auswirkungen des Iran-Krieges – steigende Energie- und Kraftstoffpreise, Flugsperren über dem Nahen Osten und zunehmende Verunsicherung – bleiben die Reiseabsichten in den zehn Kernmärkten auf hohem Niveau. Zwischen 69 % und 83 % wollen im Sommer 2026 sicher verreisen; die Werte liegen in vielen Märkten über dem Vorjahr.
Österreich profitiert von dieser Entwicklung: Als sichere und gut erreichbare Destination mit einem hochwertigen touristischen Angebot verzeichnet Österreich Zuwächse in mehreren wichtigen Märkten, darunter Deutschland, Schweiz, Polen, Tschechien und Ungarn. Das Kernpotenzial liegt bei rund 24 Mio. Personen. Gemessen an 22 Mio. Ankünften aus diesen Märkten im Sommer 2025 deutet vieles auf Wachstum hin.
Im Reiseverhalten zeigen sich leichte Verschiebungen: Weniger Personen planen mehrere Reisen, stattdessen konzentrieren sich mehr Reisende auf eine einzelne Kurz- oder Langreise. Zugleich verstärkt sich die kurzfristige Buchungstendenz: 48 % des Österreich-Kernpotenzials planen erst in den letzten vier Wochen vor der Abreise zu buchen. Die Ausgabenbereitschaft steigt, ebenso die Preissensibilität. In allen Märkten sind die Ausgabenpläne gegenüber dem Vorjahr gestiegen; rund 40 % planen höhere Budgets. Gleichzeitig vergleicht die Mehrheit intensiv Preise vor der Buchung.
Österreich punktet mit Natur, Bergen, Wasser, Wandern und Städten – je nach Markt ergänzt durch Kulinarik, Wellness oder Tradition. Kultur und Musik spielen eine wichtige Rolle: Für ein Drittel des Österreich-Potenzials sind sie ein Mehrwert, für 16 % ein eigenständiger Reiseanlass. Der Eurovision Song Contest verstärkt diesen Effekt: Rund 36 Mio. Personen über alle Märkte hinweg zeigen durch den ESC ein neues oder erneuertes Interesse an Österreich.
Die Ausgangslage für den Sommer 2026 ist vielversprechend – die Rahmenbedingungen bleiben jedoch volatil. Szenarien wie eine Kerosinknappheit, eine unerwartete Eskalation oder auch ein Ende des Iran-Krieges könnten die Reiseströme rasch neu verteilen.
Die Studie wurde von 18.3. bis 8.4.2026 von der Österreich Werbung gemeinsam mit dem NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa) online unter Personen von 18 bis 75 Jahren durchgeführt. Die Kurzinfo steht der österreichischen Tourismusbranche kostenfrei zur Verfügung. WiPool-Abonnenten können die Gesamtstudie herunterladen.
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Ansprechpartnerin für Länderstudien, Deutsche Reiseanalyse und Morphologie