Italien
Nachhaltigkeit
Einleitung
Bevölkerung
Für die meisten Italiener:innen bedeutet Nachhaltigkeit vor allem Umweltschutz, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und Klimaschutz. Der Begriff wird mit Themen wie erneuerbare Energien. Verbunden wird der Begriff vor allem mit erneuerbaren Energien, der Klimakrise und dem Umstieg auf emissionsärmere Verkehrsmittel. Die Bevölkerung informiert sich vor allem über soziale Medien, Internet und Fernsehen über Nachhaltigkeitsthemen. Laut dem „Osservatorio Lifegate“ sind 77% der Italiener:innen an Nachhaltigkeit interessiert oder engagiert, was rund 38 Millionen Menschen entspricht.
Die vom italienischen Aufbau- und Resilienzplan (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza, PNRR) eingesetzten europäischen Mittel betragen für Italien 191 Milliarden Euro. Den europäischen Zielvorgaben entsprechend fördert dieser Plan vorrangig den ökologischen und digitalen Wandel. Er beinhaltet sechs Investitionsschwerpunkte: Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Mobilität, Lehre und Forschung, sozialer Zusammenhalt und Gesundheit. Bis Anfang 2026 wurden über 4 100 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 1,46 Milliarden Euro genehmigt, auch Sozialwohnungen werden energetisch saniert.
Der Schutz der Umwelt, der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme ist seit 9. Februar 2022 in der italienischen Verfassung verankert. Die Reform der Verfassung überträgt der Republik auch die Aufgabe, die Umwelt, die biologische Vielfalt und die Ökosysteme zu schützen und legt ausdrücklich einen Grundsatz für den Schutz von Tieren fest.
Verhalten und Konsum
Recycling
Italien liegt bei Recycling und Kreislaufwirtschaft über dem EU-Durchschnitt. Laut ISPRA erreichte die getrennte Abfallsammlung 66,6%. Norditalien, insbesondere die Lombardei, gilt als Schwerpunktregion für ressourcenschonende Wirtschaftszweige.
Nachhaltigkeit beeinflusst zunehmend die Kaufentscheidungen in Italien. Viele Italiener:innen setzen Nachhaltigkeit auch im Alltag um: 73% reduzieren Plastikflaschen, 24% essen weniger Fleisch und 34% wären bereit, mehr für Bio-Produkte zu bezahlen.
Nach dem Erfolg der Veranstaltung „Youth4Climate“ Ende September 2021 in Mailand hat das italienische Ministerium für den ökologischen Übergang die Veranstaltung „Forever Youth“ organisiert. Ziel war es, „Youth4Climate“ in ein Instrument und einen permanenten politischen Ort umzuwandeln, der die Beteiligung junger Menschen an internationalen Prozessen und an Aktionen zur Bekämpfung des Klimawandels erleichtert. Bisher wurden über 100 von jungen Menschen geleitete Klimaprojekte in mehr als 50 Ländern unterstützt. Youth4Climate | United Nations Development Programme
Damit ist eine Lebensweise gemeint, bei der Menschen ökologische und soziale Aspekte in ihren Einstellungen, Kaufentscheidungen und Alltagspraktiken berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere die Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen, die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen mit geringerem Material- und Energieverbrauch sowie ein sparsamer Umgang mit Energie, Konsumgütern und Abfall. Seit 2013 misst das Nationale Statistikinstitut (Istat) den Fortschritt des Landes nicht mehr ausschließlich durch die Betrachtung der Wirtschaft, sondern auch durch die Betrachtung des „fairen und nachhaltigen Wohlbefindens“. Zwölf Indikatoren, darunter Gesundheit, Landschaft, soziale Beziehungen und Innovation messen die Qualität des Lebens. Rund 36% leben nach eigenen Angaben bereits aktiv einen nachhaltigen Lebensstil, weitere 41% zeigen Interesse daran: zusammen 77% der erwachsenen Bevölkerung.
Weniger Plastik und mehr nachhaltige Produkte.
Laut der aktuellen LifeGate-Studie zum nachhaltigen Lebensstil (2025) achten italienische Konsument:innen beim Einkauf vor allem auf transparente Produktinformationen und eine nachvollziehbare Lieferkette, während Zertifizierungen oder Umweltprojekte eine geringere Rolle spielen. Bei der Bewertung von Unternehmen sind für die Befragten vor allem die Umweltwirkung der Produktion und der Verbrauch von Rohstoffen und Energie entscheidend. Es wächst die Bereitschaft, für Produkte, die als umweltverträglicher gelten, mehr zu bezahlen https://osservatorio.lifegate.it/
Die Kreislaufwirtschaft hatte in Italien im Jahr 2024 einen Wert von 27 Milliarden Euro, was 1,2% des italienischen BIPs entsprach. 63% der Italiener:innen kaufen oder verkaufen gebrauchte Gegenstände.
Italien liegt in der Kreislaufwirtschaft deutlich über dem EU-Durchschnitt: Der Anteil wiederverwendeter Materialien beträgt 18,7%, verglichen mit rund 11–12% im EU-Mittel (EEA, 2024) Fahrzeuge sind dabei die wichtigste Kategorie; der Markt für gebrauchte Autos erreicht einen Wert von rund 10,8 Mrd. €.
Die Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftssystem, das Materialien durch Wiederverwendung und Recycling im Nutzungskreislauf hält. Ziel ist es, Abfall und den Verbrauch von Primärrohstoffen zu verringern. Dem internationalen „Fashion Pact“ haben sich zehn italienische Marken, darunter Armani, Prada und Ferragamo, angeschlossen. Die Unternehmen verpflichten sich dabei zu Zielen, die auf die Eindämmung des Klimawandels, den Erhalt der Biodiversität und den Schutz der Ozeane abzielen.
Tourismus
Nachhaltigkeit ist in Italien politisch verankert und in der Bevölkerung breit präsent.
Staatliche Programme unterstützen diese Entwicklung: Der Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) führt Nachhaltigkeit als einen von sechs Investitionsschwerpunkten; bis Anfang 2026 wurden über 4 100 Projekte mit rund 1,46 Mrd. Euro genehmigt.
Gleichzeitig bestehen auch Gegentrends: Der Individualverkehr mit Autos bleibt hoch, die Elektromobilität wächst nur langsam und mit dem zunehmenden Tourismus und Flugverkehr steigen weiterhin die Emissionen.
Der strategischen Tourismusplan 2023–2027 des italienischen Tourismusministeriums führt Nachhaltigkeit unter den zentralen Leitprinzipien. Vorgesehen sind unter anderem die Förderung energieeffizienter Unterkünfte, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Rad- und Wanderinfrastruktur sowie die Entwicklung touristischer Angebote mit geringerer Umweltbelastung. Gleichzeitig zeigen Konsumtrends, … dass 21% der Italiener:innen angeben, auch bei höherem Preis eine Reise mit geringerer Umweltbelastung zu buchen (osservatorio lifegate 2025). Dies deutet darauf hin, dass digitale Informations- und Buchungsplattformen eine wichtige Komponente sind, da sich ein großer Teil der Italiener:innen online informiert, erreichen Informationen zu Umweltaspekten Reisende vor allem über digitale Kanäle.
Digitale Technologien spielen dabei eine wichtige Rolle: Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen beziehen 57% der Italiener:innen aus sozialen Medien und 53% aus weiteren Internetquellen. Digitale Kanäle sind damit die wichtigsten Informationsquellen zu diesem Thema.
Naturnahe Reiseformen gewinnen in Italien an Nachfrage. Besonders gefragt sind Natur- und Outdoorurlaub, Agriturismi und Unterkünfte mit Umweltzertifizierung. Diese Outdoor-Urlaube sind zuletzt um 11% gestiegen.
Nachhaltige Zertifizierungen spielen auch im Tourismus eine wichtigere Rolle. In Italien ist die Zahl der EU-Ecolabel-Lizenzen von rund 400 im Jahr 2022 auf 538 im Jahr 2025 gestiegen, während die zertifizierten Produkte und Dienstleistungen von 12 000 auf über 16 300 zugenommen haben: Besonders touristische Unterkünfte wie Hotels und Campingplätze gehören zu den wichtigsten zertifizierten Kategorien.
Der Schutz von Umwelt, biologischer Vielfalt und Ökosystemen ist seit Februar 2022 in der italienischen Verfassung verankert.
Immer mehr Italiener:innen streben einen nachhaltigen Lebensstil an, aktuell 77%.
Im Tourismus sieht man viele Initiativen, die auf Nachhaltigkeit abzielen.
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Einleitung
Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit