Kroatien
Nachhaltigkeit
Einleitung
Bevölkerung
In Kroatien wird das Thema vor allem mit Meeres- und Küstenschutz, dem Erhalt der Natur, Abfallvermeidung und erneuerbaren Energien verbunden. Klimawandel und Umweltschutz sind regelmäßig Medienthemen; soziale und wirtschaftliche Aspekte finden weniger Beachtung.
Eine Ipsos-Befragung (Kroatien, Januar 2023, n = 1.000) zeigt ein geteiltes Bild: Nur eine:r von sechs Befragten hält sich für gut informiert, knapp ein Viertel gar nicht. Die Hälfte hält das Thema für eines, von dem die Zukunft abhängt, und fast acht von zehn sind bereit, Kompromisse in der Lebensweise einzugehen. Als Hürden nennen die Befragten vor allem zu hohe Preise für ökologische Produkte, den Eindruck, der eigene Beitrag sei zu klein, den Aufwand im Alltag und fehlende Information.
Politik und Finanzierung
Staatliche Maßnahmen konzentrieren sich auf die grüne und digitale Transformation, Energieeffizienz und die Entwicklung lokaler Gemeinschaften; finanziert wird überwiegend aus EU-Mitteln.
Die EIB-Gruppe stellte Kroatien 2024 ein Rekordvolumen von 1,24 Milliarden Euro bereit, nach 464 Millionen Euro im Jahr 2023 — ein Plus von 167 %. Auf Projekte für Klima und Umwelt entfielen davon 721 Millionen Euro, darunter 400 Millionen Euro für die Modernisierung der Eisenbahn und 207 Millionen Euro für die Stadt Zagreb. 2025 lag das Volumen bei 536 Millionen Euro, mit Schwerpunkt auf kleinen Unternehmen, Wagniskapital und Städten.
Verhalten und Konsum
Bioprodukte und Ernährung gewinnen an Aufmerksamkeit, Kaufentscheidungen bleiben aber stark preisgetrieben. Beobachtet werden vor allem vier Entwicklungen: weniger Lebensmittelverschwendung, Bevorzugung lokaler Produkte, Wachstum des Online-Handels und Skepsis gegenüber Umwelt-Labels.
Schutzgebiete: 2024 standen 13,6 % der Landfläche unter nationalem Schutz, verteilt auf 410 Gebiete. Zusammen mit Natura 2000 sind es 38,2 % der Landfläche.
Biologische Landwirtschaft: Der Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche lag 2023 bei 8,1 % (119.873 ha) und ist gegenüber dem Vorjahr gesunken; das Ziel des European Green Deal liegt bei 25 %. Über die Hälfte der Flächen sind Weiden. Beim Gemüseanbau sind nur 0,5 % der Ackerfläche biologisch bewirtschaftet. Ein nationaler Aktionsplan 2023–2030 mit 40 Maßnahmen ist beschlossen.
Bioprodukte gehören inzwischen zum Standardsortiment großer Handelsketten und Drogeriemärkte, dazu kommen spezialisierte Bioläden. Ein großer Teil des Sortiments wird importiert.
Verbreitet sind Wochenmärkte in fast allen Regionen des Landes. Viele Restaurants beziehen dort Zutaten von regionalen Betrieben, die häufig traditionelle Anbaumethoden nutzen.
Tourismus
Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für Kroatien, und die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mit ihnen wachsen die Debatten über Infrastrukturbelastung, Wohnraummangel in den Küstenstädten, Lebenshaltungskosten und Umweltfolgen.
Die Regierung hat 2023 die Strategie für nachhaltigen Tourismus bis 2030 beschlossen und darauf aufbauend den Nationalen Plan bis 2027 samt Aktionsplan. Der Plan formuliert zehn spezifische Ziele; für die Umsetzung stehen nach Angaben des Ministeriums knapp eine Milliarde Euro aus EU- und Staatsmitteln bereit. Themen sind unter anderem zertifizierte Unterkünfte, Mobilitätsangebote, lokale Produkte und die Stärkung ländlicher Regionen.
Mehr dazu:
EU-Mittel tragen die Finanzierung. Die EIB-Gruppe stellte 2024 mit 1,24 Mrd. Euro ein Rekordvolumen bereit, davon 721 Mio. Euro für Klima- und Umweltprojekte; 2025 waren es 536 Mio. Euro.
Schutzgebiete ausgebaut, Bio-Anbau rückläufig. 13,6 % der Landfläche stehen unter nationalem Schutz, mit Natura 2000 sind es 38,2 %. Der Bio-Anteil an der Agrarfläche sank 2023 auf 8,1 %.
Das Thema ist präsent, aber schwach verankert. Nur eine:r von sechs Befragten hält sich für gut informiert; als größte Hürde gelten die Preise (Ipsos 2023).
Im Tourismus: Strategie und Einzelbeispiele. Nationalplan bis 2027 und ausgezeichnete Destinationen stehen einem Massenmarkt gegenüber, in dem Preis, Lage und Komfort entscheiden.
)
Einleitung
Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit