Rumänien
Nachhaltigkeit

Bevölkerung

Nachhaltigkeit in Rumänien ist ein Thema, das immer wichtiger wird. Das zeigt auch die Sustainable-Development-Goals(SDG-)Rangliste, bei der sich Rumänien mittlerweile an 37. Stelle der insgesamt 193 UN-Mitgliedsstaaten befindet. Dabei werden die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) eines Landes ausgewertet. Die Gesamtpunktzahl misst den Gesamtfortschritt eines Landes, wobei 100 bedeutet, dass alle SDGs erreicht wurden. In Rumänien wurde das Ergebnis im Laufe der Jahre langsam besser – außer bei der Bildung, da ging die Qualität zurück. (Quelle: „Sustainable Development Report 2021“) 

Laut einer Umfrage von Reveal Marketing Research assoziieren viele Rumän:innen den Begriff vor allem mit Umweltschutz und verantwortlichem Ressourcenverbrauch – Themen, die 2025 wieder stärker im Vordergrund stehen als im Vorjahr, besonders nach der Einführung des Pfandsystems. Umweltbezogene Aspekte wie Recycling, Ressourcenschonung und getrennte Abfallsammlung gehören zu den am häufigsten genannten Punkten. Über 70% sehen darin individuelle Verantwortung, gleichzeitig erkennen rund 66–68% die Rolle von Regierung und Unternehmen an (Quelle: Romania Insider, 2025).

Die Regierung möchte durch die Etablierung des rumänischen Nachhaltigkeitskodex Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Unternehmen schaffen. Davon sind Unternehmer:innen betroffen, die der Verordnung Nr. 1938/2016 vom 17. August 2016 über die Änderung und Ergänzung bestimmter Rechnungslegungsvorschriften unterliegen. Andere Betriebe können dies auf freiwilliger Basis machen.

Der Bericht, der über eine interaktive Plattform erstellt wird, umfasst folgende Themen: Umwelt, Soziales und Personal, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Dies zielt darauf ab, den Beitrag privater Unternehmen und anderer Einrichtungen zum Prozess der Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 sichtbar zu machen. (Quelle: Constituirea Codului Sustenabilității: a fost semnat Memorandumul de Înțelegere cu Consiliul German pentru Dezvoltare Durabilă).

Verhalten und Konsum

In der Gesellschaft ist dieses Thema mit der Einführung der Gesetze auch beliebter geworden. Laut einer Umfrage von Ernst & Young unter Manager:innen aus verschiedenen Unternehmen sind fast 74% der Befragten der Meinung, dass die Integration entsprechender Prinzipien in die Geschäftsstrategie und das Betriebsmanagement für die Unternehmen, die sie vertreten, Priorität hat. Laut einer anderen Umfrage führte die Pandemie zu einem Umdenken in der Gesellschaft. 52% geben an, dass die Pandemie zu einem Umdenken in der Geschäftsstrategie der von ihnen vertretenen Unternehmen geführt hat, wobei dieser Aspekt eine Rolle bei der Neudefinition langfristiger Prioritäten spielt. Die restlichen 48% geben an, dass die Pandemie entweder zu keinen Änderungen geführt hat oder dass er in diesem Prozess keine Rolle spielt. (Quelle: Romania, 2020)

Des Weiteren gibt es vermehrt neue und kreative Geschäftsmodelle und Projekte in Rumänien. Ein Ingenieur aus Braşov baut seine Häuser zum Beispiel auf eine besondere Weise: Er hat eine Methode entwickelt, bei der möglichst wenig Fläche der Außenumgebung ausgesetzt ist. Außerdem setzt er eine besondere Technik ein (Quelle: Green Report Romania, 2019). Des Weiteren wurde eine Brille aus Kunststoffabfällen durch ein Studierendenteam entwickelt (Quelle: Racheleanu, 2019), das Konzept des Elektrofahrrads wird verbessert (Quelle: Racheleanu, 2019) und neue Concept-Stores wurden eröffnet (Quelle: Cristina Roşca, 2021).

Recycling und Abfalltrennung, Nutzung von Mehrwegprodukten und das Bewusstsein für ökologische Verpackungen gehören zu den am weitesten verbreiteten Verhaltensweisen. Bio‑Produkte sind bei vielen Befragten beliebt, aber der Preis bleibt eine große Hürde: Nur rund ein Drittel der Befragten hält sie für bezahlbar (Quelle: Romania Insider, 2025).

Regionale Produkte haben einen relativen Vorteil, weil sie als gesünder gelten und mit der lokalen Wirtschaft in Verbindung gebracht werden (Quelle: Arta Alba).

Tourismus

Ein Euromonitor-Bericht zeigt, dass Rumänien weltweit an 28. Stelle steht, wenn ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte des Tourismus betrachtet werden. In mancher Hinsicht, wie bei der Unterstützung lokaler Gemeinschaften, wurde jedoch das maximale Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Strategien wie „From Farm to Fork“ werden national derzeit relativ selten umgesetzt, sind allerdings in Siebenbürgen besonders sichtbar.

Euromonitor-Expertinnen und -Experten analysierten 99 Länder in Bezug auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Faktoren, Länderrisiken sowie die aktuelle Nachfrage nach Tourismus-, Transport- und Unterkunftsdienstleistungen. Der endgültigen Berechnungen zufolge rangierte Rumänien vor einigen gewichtigen Ländern wie Australien, Griechenland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA, die das Konzept „Farm to Table“ hervorgebracht hätten, wie es in einer Stellungnahme der Stiftung „Pro Economica“ hieß.

Besonders in Siebenbürgen und im Donaudelta gibt es beeindruckende Tourismusprojekte wie beispielsweise das Restaurant „Viscri 32“ oder das „Ravens Nest“, die lokale Gemeinschaften durch den Bezug regionaler Produkte und kontinuierliche Zusammenarbeit mit Einheimischen unterstützen. Die Projekte haben viele Tourist:innen angezogen, die Slow Tourism lieben und dieses Thema stärker in den Fokus gerückt, besonders während der Pandemie.

Initiativen wie der Via Transilvanica‑Wanderweg hat internationale Aufmerksamkeit erhalten und ziehen Reisende an, die abgelegene Landschaften und ein langsameres Reisetempo schätzen.

Agramonia veranschaulicht, wie ländliche Reiseformate in Rumänien gestaltet werden und öffnet damit ein Fenster zum Reiseverhalten und zur Nachfrage: Die Plattform positioniert sich klar als Anbieter von ländlichen Reiseformaten, die authentisches Reisen abseits der klassischen Touristenrouten ermöglichen sollen. Dazu gehören ländliche Gasthäuser, Bauernhofaufenthalte, Glamping‑Ziele und Boutique‑Hotels – alle eingebettet in traditionelle Kultur und Natur. Sie richtet sich gezielt an Reisende, die Naturerlebnisse, lokale Kultur und authentisches Landleben suchen. Bei der Gestaltung der Angebote stehen Verantwortung und Unterstützung lokaler Gemeinschaften im Vordergrund: Reisende werden ermutigt, Unterkünfte zu wählen, die eng mit der Region verbunden sind und Aktivitäten zu buchen, die lokal verankert sind und einen unmittelbaren Bezug zu den Gemeinden haben. Durch das Angebot von Aktivitäten wie lokalen Workshops, kulturellen Begegnungen und naturverbundenen Erlebnissen wird dies für Besucher:innen erlebbar (Agramonia, 2025).

Das Wichtigste zur Nachhaltigkeit
  • Die Regierung verfolgt die SDG-Ziele der Vereinten Nationen. Momentan befindet sich Rumänien auf Platz 37 der Sustainable-Development-Goals-(SDG-)Rangliste.

  • Gestützt durch die neue Gesetzgebung beschäftigen sich auch immer mehr Unternehmen mit dieser Thematik und räumen ihr, auch forciert durch die Pandemie, eine höhere Priorität ein.

  • Farm-to-Table-Konzept im Tourismus; Projekte wie Viscri 32 oder Via Transilvanica ziehen zunehmend Reisende an, die Slow Tourism schätzen.

Ioana PopaMarket Representative Rumänien
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