Slowakei
Nachhaltigkeit
Einleitung
Bevölkerung
Typisch für die Slowakei ist ein ökonomisch geprägtes Verständnis von Nachhaltigkeit: Maßnahmen gelten als sinnvoll, wenn sie die Umwelt schonen und gleichzeitig Kosten sparen. Nachhaltigkeit wird also weniger ideologisch, sondern stärker praktisch und budgetorientiert verstanden.
Medien berichten über Nachhaltigkeit vor allem in den Bereichen ESG - Environmental, Social, Governance (Nachhaltigkeit in Unternehmen), Wohnen (zunehmende Nachfrage nach energieeffizienten und ökologischen Gebäuden), Konsumverhalten und öffentliche Politik. Nachhaltigkeit zeigt sich in der Slowakei auch im deutlichen Anstieg der Elektromobilität, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Verhalten und Konsum
Am stärksten merkt man Nachhaltigkeit in folgenden Bereichen:
Haushalt und Energieverbrauch: Viele Slowaken und Slowakinnen setzen auf Energie‑ und Wassersparen und achten auf einen umweltfreundlicheren Haushalt. Ein zentrales Verhalten ist auch das konsequente Trennen von Abfall – rund 66,5% tun dies regelmäßig und bewusst.
Reduktion von Verschwendung: Nachhaltigkeit zeigt sich ebenfalls darin, dass Menschen nur so viel einkaufen, wie sie tatsächlich verbrauchen, indem sie bewusster mit Kleidung umgehen und Fast Fashion vermeiden, kompostieren und Sachen lieber reparieren, statt sie wegzuwerfen.
Umweltfreundliche Mobilität: Etwa ein Drittel der Bevölkerung verwendet häufiger öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder geht zu Fuß, um den Alltag nachhaltiger zu gestalten.
Tourismus
Das Reiseverhalten der Slowaken und Slowakinnen ist nicht primär „grün“, aber Trends unterstützen nachhaltige Optionen. Der Reisewunsch wächst, auch wenn Nachhaltigkeit nicht der Hauptmotivator ist. Gleichzeitig bevorzugen Urlauber:innen kosteneffizientere Reiseformen – z. B. Reisen außerhalb der Hauptsaison, was den nachhaltigen Tourismus indirekt fördert. Reisende buchen zunehmend online.
Auch laut Euromonitor erkennt man eine Verbesserung der Slowakei im Ranking für nachhaltigen Tourismus. Slovakia Travel berichtet über größeres Interesse an Aufenthalten in der Natur, Boutique‑Unterkünften und an „echten“ lokalen Begegnungen. Der europäische Mobility Barometer von Ipsos zeigt eine zunehmende Umstellung auf umweltfreundlichere und multimodale Mobilität, die auch slowakische Reisende einschließt.
Im slowakischen Inlandstourismus wird Nachhaltigkeit zu einem Schlüsselthema. Laut der Konferenz „Tourismus der neuen Generation: rein, kreativ, nachhaltig“ (2024) entwickelt sich Nachhaltigkeit zu einer zentralen Frage des modernen Tourismus.
Laut dem „Öko-Innovationsanzeiger 2024“ (Eco-IS) der EU-Mitgliedstaaten liegt die Slowakische Republik auf Platz 20 der EU-Mitgliedstaaten und hat sich somit seit 2019 deutlich verbessert, bleibt aber in mehreren Kernbereichen weiterhin unter dem EU-Durchschnitt.
Die Europäische Kommission kritisiert weiterhin, dass die Slowakei ihre zentralen Klima‑ und Umweltpflichten nicht erfüllt, insbesondere weil sie den endgültigen Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) trotz Frist per 30. Juni 2024 nicht vorgelegt hat. Zusätzlich arbeitet die Slowakei am Sozial‑Klimaplan, hat ihn aber bis dato noch nicht der Europäischen Kommission vorgelegt.
Die Europäische Kommission hat auch im Jahr 2025 eine positive Bewertung der überarbeiteten Fassung des slowakischen Aufbau‑ und Resilienzplans abgegeben. Die Gesamtkosten der überarbeiteten Fassung des Plans umfassen 6,4 Milliarden Euro. Im Rahmen der Revision wurden etwa 197 Millionen Euro umgeschichtet, um schwer realisierbare Maßnahmen zu ersetzen und die Umsetzung bis Ende August 2026 sicherzustellen. Der slowakische Aufbauplan bleibt weiterhin stark auf grüne Energie und Netze, Digitalisierung, nachhaltige Mobilität, Gebäudesanierungen, Gesundheits‑ und Sozialinfrastruktur ausgerichtet. Die Anteile für Klima (43%) und Digitalisierung (21%) bleiben weiterhin gültig und relevant.
Mehr dazu:
Die Europäische Kommission hat der Slowakei eine positive Bewertung für den Aufbau- und Resilienzplan abgegeben.
Langfristig weist die EU‑Kommission auf strukturelle Umweltprobleme hin: schlechte Luftqualität, hohe Deponierquote, geringe Recyclingrate sowie Rückstand bei erneuerbaren Energien.
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Einleitung
Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit