Südkorea
Nachhaltigkeit
Einleitung
Bevölkerung
Nachhaltigkeit wird in Südkorea vor allem mit Klimaschutz, Luftqualität, Abfallvermeidung, aber auch technologischen Lösungen verbunden (OECD Umwelt Korea)
Das Bewusstsein ist grundsätzlich vorhanden: Laut OECD unterstützen nämlich 80% der Koreaner:innen CO₂-Bepreisung, wenn die Einnahmen sichtbar in grüne Technologien und Umweltinfrastruktur fließen; unpopuläre Einzelmaßnahmen stoßen jedoch rasch auf Widerstand (OECD).
Medial ist das Thema ebenfalls präsent, vor allem rund um Extremwetterereignisse, Feinstaub und immer wieder Plastik- und Verpackungsmüll. Die zunehmende Kritik an Verpackungsmüll zeigt, dass Nachhaltigkeit in Südkorea stark mit konkreten Alltagsproblemen wie Abfall und Ressourcenverschwendung verbunden wird und auch gesellschaftlich wahrgenommen ist. Gleichzeitig verdeutlicht die öffentliche Debatte über neue Verpackungsregeln, dass Medien und Bevölkerung das Thema aktiv aufgreifen und diskutieren (Eco-Business).
Verhalten und Konsum
Im Alltag zeigt sich Nachhaltigkeit vor allem bei der Mobilität: Seoul fördert mit der „Climate Card“ den Umstieg auf Öffis; laut der Stadt stieg die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, während Autofahrten zurückgingen. Die Climate Card gibt es seit 2024 und zählt inzwischen schon 17 Millionen Nutzer:innen. (Seoul Metropolitan Government)
Auch beim Konsum ist das Thema sichtbar, etwa durch Mehrweginitiativen, Regeln gegen Einwegprodukte und den Einsatz recycelter Materialien seitens großer Marken; Samsung nutzt weiterhin recycelte Fischernetze in Galaxy-Geräten. (Samsung)
Gleichzeitig bleibt der Gegentrend stark: Der boomende E-Commerce verursacht deutlich mehr Verpackungsmüll. Laut UNCTAD erzeugt der Onlinehandel in Korea 4,8-mal mehr Verpackungsabfall als der stationäre Handel (UNCTAD).
Tourismus
Nachhaltigkeit gewinnt beim Reisen an Bedeutung, aber eher als gewünschtes Zusatzkriterium. Laut einer Studie erachten 81% der koreanischen Reisenden 2025 nachhaltiges Reisen als wichtig. Besonders relevant sind Angebote, die lokale Kultur, regionale Wertschöpfung und „authentische“ Erlebnisse sichtbar machen; 68% der koreanischen Befragten suchen laut derselben Erhebung nach Reisen, die die lokale Kultur ehrlich widerspiegeln. Gleichzeitig spricht wenig dafür, dass breite Zielgruppen dafür deutliche Mehrkosten oder Komfortverluste akzeptieren. Die Marktrealität bleibt damit pragmatisch: Nachhaltige Angebote werden eher angenommen, wenn sie bequem, gut erklärt und ohne spürbaren Nachteil buchbar sind (Maeil Business Newspaper).
Vor allem junge, urbane Zielgruppen zeigen wachsendes Interesse an Nachhaltigkeit; gleichzeitig bleiben Preis, Komfort und Lebensstandard oft wichtiger als ökologische Aspekte (OECD).
Aber: Eine stark ausgeprägte Convenience- und Konsumkultur sowie weiterhin boomender E-Commerce führen zu hohem Verpackungsaufkommen und relativieren nachhaltige Entwicklungen im Alltag.
Immer mehr koreanische Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit, etwa durch Verwendung von Recyclingmaterial: Samsung nutzt etwa recycelte Fischernetze für Galaxy-Handys (Samsung).
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Einleitung
Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit