Taiwan
Nachhaltigkeit

Bevölkerung

Nachhaltigkeit wird in Taiwan vor allem mit konkreten Umweltfragen wie Klimawandel, Luftqualität, Abfall und Ressourcenschonung verbunden, wobei insbesondere persönliche Betroffenheit eine große Rolle spielt. Das Bewusstsein ist sehr hoch: Ein Großteil der Bevölkerung erkennt Klimawandel als reales Problem an und unterstützt staatliche Maßnahmen, solange diese wirtschaftlich tragbar bleiben. (Taiwan News)
Medial ist das Thema stark präsent, insbesondere rund um Plastikmüll, Recycling und Klimafolgen; gleichzeitig zeigen Diskussionen über neue Plastikregeln, dass Nachhaltigkeit zwar breit akzeptiert ist, aber weiterhin Kernprobleme wie mit Konsum und Bequemlichkeit bestehen. (Eco-Business).

Verhalten und Konsum

Nachhaltigkeit ist im Alltag besonders sichtbar durch ein sehr gut funktionierendes Mülltrennsystem, das zu einer Recyclingquote von rund 55% führt. (Eco-Business). Auch beim Konsum gibt es zahlreiche Anreize, etwa Rabatte für Mehrwegbecher oder Einschränkungen bei Einwegplastik, die nachhaltiges Verhalten fördern sollen. Neben Verboten setzt Taiwan zunehmend auf wirtschaftliche Anreize, etwa durch Mehrweginitiativen wie wiederverwendbare Einkaufstaschen, die auf Märkten wie dem Jianguo Flower Market bereits von rund 80% der Stände unterstützt werden und zu einer spürbaren Reduktion von Plastiksackerln beitragen. (taipeitimes.com). Auch große Unternehmen treiben die Reduktion von Einwegplastik voran: Lieferplattformen wie Momo, Uber Eats und Foodpanda setzen auf weniger Verpackung, standardmäßig utensilienfreie Bestellungen und Anreizsysteme, wodurch bereits Millionen Kilogramm Abfall eingespart wurden. (taipeitimes.com). Gleichzeitig bleibt ein deutlicher Gegentrend bestehen: Der Verbrauch von Einwegplastik ist weiterhin hoch, mit durchschnittlich rund 700 Plastiksackerln pro Person und Jahr, was die Fortschritte relativiert. (Eco-Business).

Tourismus

Die Regierung fördert nachhaltigen Tourismus aktiv, etwa durch Strategien zur Besucherstromlenkung, Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel und Maßnahmen zur Reduktion von Einwegprodukten in Hotels. (TravelAge West). So müssen Reisende seit 2025 eigene Toilettenartikel mitbringen, da Einweg-Produkte in Zimmern nicht mehr bereitgestellt werden dürfen, was aktiv zur Abfallvermeidung beitragen soll. Die Reaktionen darauf sind gemischt: Während einige Gäste die Maßnahme als sinnvoll für den Umweltschutz sehen, empfinden andere sie als unpraktisch oder kritisieren zusätzliche Kosten für Produkte, die früher kostenlos waren (Taiwan News).
Teilweise wird auch hinterfragt, warum Hotelpreise gleichbleiben oder steigen, obwohl weniger Leistungen wie kostenlose (Pflege-)Produkte angeboten werden.
In der Praxis werden nachhaltige Angebote vor allem dann angenommen, wenn sie mit Komfort, guter Infrastruktur und authentischen Natur- oder Kulturerlebnissen verbunden sind, während eine höhere Zahlungsbereitschaft nur begrenzt vorhanden ist. (Booking.com).

Das Wichtigste zur Nachhaltigkeit
  • Nachhaltigkeit ist in Taiwan stark im Alltag verankert, insbesondere im Bereich Abfallmanagement und Recycling; gleichzeitig bleibt der hohe Konsum von Einwegplastik ein zentrales Problem. (Eco-Business, Eco-Business)

  • Die Bevölkerung zeigt ein hohes Problembewusstsein für Klimawandel: Rund 90% geben an, bereits Auswirkungen zu spüren und unterstützen mehrheitlich Maßnahmen wie erneuerbare Energien oder CO₂-Reduktion. (Taiwan News)

  • Politisch verfolgt Taiwan Ziele wie Klimaneutralität bis 2050 sowie strengere Regeln zur Reduktion von Plastik (-5% bis 2030 und -10% bis 2035) und Förderung erneuerbarer Energien. (Executive Yuan, Taipei Times)

Portraitfoto von Nicole Kirchmeyr
Nicole KirchmeyrMarket Representative Japan
Nachhaltigkeit auf den Märkten

Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit

ÖW News
  • Themen und Trends im Tourismus

  • Entwicklungen in internationalen Märkten

  • Veranstaltungen und Messen

  • Neues aus der Tourismusforschung