Tschechien
Nachhaltigkeit

Bevölkerung

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat schon einmal vom Konzept der Nachhaltigkeit und von nachhaltiger Entwicklung gehört, am häufigsten junge Menschen und Menschen mit höherer Bildung. Nach Ansicht der Öffentlichkeit sollte sich der Staat bei seinen Entscheidungen (82%), aber auch bei Forschungseinrichtungen (81%) und Unternehmen (78%) darauf konzentrieren, eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

Zu den größten Umweltproblemen in Tschechien gehören eine große Abfallmenge, die Entwaldung und die große Menge an Plastikverpackungen. Die Tschechinnen und Tschechen betrachten das Übermaß an Verpackungen häufiger als Menschen in anderen Ländern („Ipsos Earth Day Studie“, März 2020) als negativ. Im Gegensatz dazu betonen Menschen in anderen Teilen der Welt eher das Problem der globalen Erwärmung und des Klimawandels sowie der Luftverschmutzung. Nur 15% der Tschechinnen und Tschechen zählen die globale Erwärmung und den Klimawandel zu den größten Umweltproblemen ihres Landes (37% weltweit), insbesondere junge Menschen unter 26 Jahren.

Verhalten und Konsum

Was tun die Tschechinnen und Tschechen am häufigsten für die Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels? Am häufigsten sagen sie, dass sie nächstes Jahr Produkte von lokalen Lieferanten und Lieferantinnen kaufen werden (61%), dass sie Produkte mit viel Verpackung vermeiden werden (55%), dass sie nicht so viele neue Sachen kaufen werden, sondern lieber Gebrauchte oder Vorhandene reparieren lassen (45%). Die Tschechinnen und Tschechen ziehen einen Urlaub in der Tschechischen Republik einem Auslandsurlaub (45%) vor und wollen mehr Wasser (44%) und Energie (43%) sparen.

Was sie nicht ändern wollen, sind die Essgewohnheiten – sie planen nicht, den Konsum von Milch oder Fleisch zu reduzieren, obwohl sich deren Produktion negativ auf den Klimawandel auswirkt. Die Ablehnung, Fleisch- und Milchprodukte in der Tschechischen Republik einzuschränken, ist höher als in anderen Ländern der Welt.

Tourismus

Was die Nachhaltigkeit im Tourismus anbelangt, ist die Tschechische Republik seit 2009 aktives Mitglied der EDEN-Initiative (European Destinations of Excellence), deren Hauptziel ist es, weniger bekannte Reiseziele mit einem aktiven Ansatz für nachhaltigen Tourismus in der EU zu unterstützen. Seit dem Beitritt erhielt die Tschechische Republik bereits sieben Auszeichnungen für nachhaltige Projekte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass in Tschechien die Zahl nachhaltiger Projekte wächst. Sie werden hauptsächlich von jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten nachgefragt. Auf der anderen Seite sollte aber gesagt werden, dass die meisten tschechischen Konsumentinnen und Konsumenten immer noch eher massiven als nachhaltigen Tourismus bevorzugen.

Quellen: Czech Business Council for Sustainable Development, Ipsos Earth Day 2020 (internationale Studie mit 29 beteiligten Ländern und 20 590 Befragten)

Das Wichtigste zur Nachhaltigkeit
  • Über 50% der Tschechinnen und Tschechen haben schon vom Konzept der Nachhaltigkeit gehört.

  • Die Bevölkerung würde mehr lokal einkaufen, Verpackungsmaterial möglichst vermeiden, weniger Neues kaufen, aber sie will ihre Essgewohnheiten nicht ändern.

  • Tschechien ist seit 2009 aktives Mitglied von EDEN, dessen Hauptziel ist es, weniger bekannte Reiseziele mit einem aktiven Ansatz für nachhaltigen Tourismus in der EU zu unterstützen.

Portraitfoto von Norbert Lerch
Norbert LerchHead of Market Tschechien
Nachhaltigkeit auf den Märkten

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