Ausgabe vom 10.09.2026
Von der Tourismusforschung gesammelte Highlights der letzten Wochen aus Forschungssicht
Einleitung
Diesmal mit dabei: die InnoScouts der ÖW, der aktuelle WIFO-Konjunkturbericht und vieles mehr.
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Einleitung
Die InnoScouts der Österreich Werbung durchsuchen die Welt nach Innovationen, die sich für den österreichischen Tourismus nutzbar machen lassen. In regelmäßigen Abständen rücken sie Neuheiten zu einem ausgewählten Thema in den Fokus. Diesmal richtet sich der Blick auf zwei Innovationen aus den Niederlanden im Bereich „AI Travel Agents“ – denn künstliche Intelligenz verändert die Reisebranche zunehmend durch agentengestützte Systeme, die sowohl Reisenden als auch Unterkunftspartner:innen spürbare Effizienzgewinne bringen.
Einleitung
Eine im Auftrag der Initiative Pauschalreise durchgeführte Studie „Marktforschung zur Urlaubsbuchung“ (NIT im Auftrag von Sunny Cars) kommt zum Ergebnis, dass von Reiseveranstaltern organisierte Pauschal- und Bausteinreisen seit 2023 die wichtigste Organisationsform im deutschen Urlaubsmarkt sind. Im vergangenen Jahr wurden 49 Prozent aller Urlaubsreisen ab fünf Tagen pauschal oder als Bausteinreise gebucht. Für 31 Prozent der Befragten hängt die Wahl zwischen Pauschal- und Individualreise vom Reiseziel ab, 26 Prozent bevorzugen grundsätzlich mehr Sicherheit, 39 Prozent mehr Flexibilität. Wichtig für die Buchungsentscheidung sind vor allem ein passendes Angebot (56 Prozent), eine unkomplizierte Buchung (54 Prozent) und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (53 Prozent) – Eigenschaften, die in der öffentlichen Wahrnehmung eher der Individualreise zugeschrieben werden. Nur 16 Prozent halten Pauschalreisen für moderner und vielfältiger als ihr Ruf. Weiteres Potenzial sehen 34 Prozent bei individuelleren Angeboten und 31 Prozent bei mehr Flexibilität. Klare Stärken liegen beim Aufwand: 64 Prozent schreiben der Pauschalreise Vorteile bei Planung und Buchung zu, je 62 Prozent bei Ansprechpartner und Betreuung vor Ort. Beim Wissen über gesetzliche Schutzrechte besteht Nachholbedarf, nur 23 Prozent bewerten ihre Kenntnisse als gut. Die Initiative leitet daraus drei Kommunikationsschwerpunkte ab: potenzielle Reisende gezielt ansprechen, Convenience und Gesamtpaket stärker herausstellen sowie ein moderneres Bild der Pauschalreise vermitteln. Für die Untersuchung wurden im Juli 2026 rund 2.000 Personen online befragt, darunter 1.500 Urlaubsreisende der letzten drei Jahre.
Einleitung
Laut einer ADAC-Camper-Studie zählen in Deutschland 25 Prozent der Menschen ab 16 Jahren zur Camping-Zielgruppe – rund 17 Millionen Personen und vier Prozentpunkte mehr als 2023. Besonders stark ist der Zuwachs bei den 16- bis 39-Jährigen, deren Anteil binnen drei Jahren von 35 auf 39 Prozent stieg. Bei den 40- bis 59-Jährigen zählen 26 Prozent zur Zielgruppe, bei den über 60-Jährigen unverändert elf Prozent. Knapp die Hälfte der Campingurlaube wird mit Wohnmobil, Campingbus oder Minicamper unternommen, Campervans kommen auf 18 Prozent, Zelt und Dachzelt auf 17 Prozent, Wohnwagen auf 16 Prozent. Vier von fünf Campern nutzen im Haupturlaub einen klassischen Campingplatz. Alternative Übernachtungsangebote gewinnen an Bedeutung: 29 Prozent haben bereits Microcamping etwa auf Bauernhöfen, Weingütern oder privaten Grundstücken genutzt, weitere 56 Prozent können sich das für die kommenden zwei Jahre vorstellen. Für 54 Prozent der Camper ist Deutschland das bevorzugte Reiseziel, rund 41 Prozent reisen ins europäische Ausland – im Inland führen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, im Ausland liegt Italien vor Frankreich und den Niederlanden. Auch die Ausgaben steigen: Pro Erwachsenem oder Jugendlichem stehen im Schnitt 910 Euro pro Woche zur Verfügung, pro Kind unter 14 Jahren 410 Euro, was täglich 102 bzw. 54 Euro entspricht (2023: 90 Euro bei Erwachsenen). Für die Studie wurden Ende Juni/Anfang Juli 2026 insgesamt 4.371 Personen ab 16 Jahren befragt, ergänzt um 1.003 vertiefende Interviews aus der Camping-Zielgruppe.
Einleitung
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert voreingestellte Trinkgeldvorschläge bei der Kartenzahlung in Gastronomie und Handel und fordert ein Verbot sogenannter Dark Patterns auch bei digitalen Bezahlvorgängen. Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage: 53 Prozent der Befragten empfinden Druck zum Trinkgeldgeben, wenn auf dem Kartenlesegerät prozentuale Vorschläge wie 10, 15 oder 20 Prozent größer oder farblich auffälliger dargestellt werden als die Option „kein Trinkgeld“. 70 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben, ebenso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie die vorgeschlagenen Beträge. VZBV-Vorständin Ramona Pop bezeichnet die Gestaltung vieler Bezahlterminals als manipulativ; Dark Patterns lägen vor, wenn die Ablehnungsoption versteckt oder schlechter sichtbar sei. Es müsse auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können. Der VZBV setzt sich auf europäischer Ebene für ein klares Verbot solcher Praktiken auch beim digitalen Bezahlen ein.
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Eine aktuelle Solo-Travel-Studie 2026 des Reiseportals Opodo, für die 9.000 Personen in sieben Ländern befragt wurden, stellt fest, dass sich das Alleinreisen von der Nische zum festen Bestandteil moderner Reisekultur entwickelt hat. Wer 2026 allein unterwegs ist, sucht demnach vor allem maximale Freiheit und Unabhängigkeit; das Kennenlernen anderer Menschen steht dagegen nicht mehr so hoch im Kurs. (Hinweis: Der vollständige Artikel ist bei derStandard nur eingeschränkt zugänglich – weitere Detailergebnisse ggf. direkt bei Opodo abrufbar.)
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Der Business Travel Show America's Survey unter mehr als 200 Entscheiderinnen und Entscheidern aus dem Geschäftsreisebereich in Nord- und Südamerika zeigt: Erstmals in der dreijährigen Geschichte der Umfrage führen KI-Tools mit 22 Prozent die Liste der Faktoren an, die Geschäftsreisen künftig prägen werden. Dahinter folgen Fortschritte bei Technologie und Daten (17 Prozent), globaler wirtschaftlicher Druck und Inflation (16 Prozent), dynamische Preisgestaltung (16 Prozent) und geopolitische Themen (11 Prozent). Im Vorjahr hatten noch wirtschaftlicher Druck und Inflation mit 26 Prozent an der Spitze gelegen. Trotz Optimismus bestehen Hürden bei der Einführung: 21 Prozent nennen das langsame Tempo der KI als eine der größten technologischen Herausforderungen, viele bemängeln fehlende Flexibilität bestehender Lösungen. Auch die Technologie-Stacks erhalten gemischte Bewertungen – nur 7 Prozent vergeben die Höchstnote fünf. Gewünscht werden mehr Flexibilität, bessere Analysen und Buchungstools, einfachere Administration sowie stärkere Integration von Reise-, Spesen- und Zahlungssystemen. Manche Befragte empfehlen Proof-of-Concept-Pilotprojekte vor einer breiten Einführung. Erfolgreiche Transformation erfordert laut Umfrage mehr als nur die Einführung von KI-Tools – nämlich verlässliche Daten, Systemintegration und nachweisbaren Mehrwert.
Einleitung
In der EU treten strengere Regeln für den Sektor der Kurzzeitvermietungen in Kraft. Die Verordnung (EU) 2024/1028 zielt auf mehr Transparenz und schafft einen gemeinsamen EU-Rahmen für die Erhebung und den Austausch von Daten von Gastgebern und Online-Plattformen. Kurzzeitvermietungen sind europaweit rasch gewachsen – vor allem getrieben durch Online-Plattformen – und machen inzwischen rund ein Viertel des touristischen Beherbergungsangebots aus. Sie schaffen zwar neue Chancen für Gastgeber, Touristen und lokale Unternehmen, können aber gerade in Regionen mit Wohnraummangel und hoher Tourismusnachfrage Druck auf lokale Gemeinschaften ausüben. Nationale Behörden müssen bei Anwendung der Regeln vollständig online und nutzerfreundlich gestaltete Registrierungsverfahren einführen; aggregierte Daten fließen künftig in die Tourismusstatistiken von Eurostat ein und sollen innovative tourismusbezogene Dienste ermöglichen, bei Wahrung des Datenschutzes. Laut Eurostat verbrachten Gäste 2025 rund 951,6 Millionen Nächte in über Online-Plattformen gebuchten Kurzzeitunterkünften. Der neue Rahmen soll Transparenz erhöhen, durch weniger illegale Angebote die Sicherheit für Touristen verbessern und Kommunen helfen, die Auswirkungen der Kurzzeitvermietung besser zu steuern. Die Verordnung gilt im „Opt-in/Opt-out“-Modus, die Mitgliedstaaten sind zur Anwendung also nicht verpflichtet
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Führungskräfte einiger der größten US-Reiseunternehmen trafen am 2. September 2026 mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zusammen, um an den Erfolg der FIFA-WM 2026 anzuknüpfen und ein Ziel von 100 Millionen internationalen Besucherinnen und Besuchern bis 2030 zu verfolgen. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem die CEOs von Hilton, Marriott, American Airlines, MGM Resorts, Caesars Entertainment, Carnival und Booking Holdings sowie Vertreter von IHG, Hard Rock, The Venetian, Raffles & Fairmont. US-Travel-Association-Chef Geoff Freeman erklärte, die USA hätten den Schwung, Frankreich als meistbesuchtes Land der Welt zu überholen; das angepeilte Ziel von 100 Millionen entspräche einem Plus von rund 46 Prozent gegenüber 2025 und läge etwa 25 Prozent über dem Vor-Pandemie-Höchststand. Hintergrund ist ein Rückgang der internationalen Ankünfte in den USA um 5,5 Prozent im Jahr 2025 (auf 68 Millionen nach 72 Millionen 2024), unter anderem wegen langer Wartezeiten bei Visa-Interviews, strengerer Einwanderungspolitik und Bedenken mancher ausländischer Reisender; die Zahl kanadischer Besucher fiel um 20 Prozent. Freeman rechnet für das laufende Jahr mit einer international „gleichbleibenden bis leicht steigenden“ Nachfrage. Trump verwies auf Maßnahmen seiner Regierung wie verkürzte Visa-Wartezeiten und das „One Stop Security“-Programm für schnellere internationale Anschlussflüge. Konkrete neue Zusagen zur Tourismusförderung machten die anwesenden CEOs bei dem Treffen nicht.
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Österreichs Campingplätze verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 rund 2,9 Millionen Nächtigungen – ein Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres. Trotz des leichten Minus zeigt vor allem der Winter, dass Camping zunehmend zur Ganzjahres-Urlaubsform wird: Im Februar 2026 wurden laut Statistik Austria um 27,4 Prozent mehr Nächtigungen als im Vorjahresmonat registriert, der Mai lag mit 789.720 Nächtigungen um 37,5 Prozent über Mai 2025. April und Juni verliefen dagegen schwächer, was der Österreichische Camping Club (ÖCC) auf wechselhaftes Wetter sowie die Lage von Feiertagen und Ferien zurückführt. Im Bundesländer-Ranking führt Tirol mit 916.919 Nächtigungen, gefolgt von Kärnten (654.838) und Salzburg (309.036); dahinter liegen Steiermark (291.383), Burgenland (270.970), Vorarlberg (159.619), Oberösterreich (154.804), Niederösterreich (107.847) und Wien (46.544). Deutlich wird die unterschiedliche saisonale Ausrichtung: Tirol ist vor allem im Jänner und Februar sowie in der Skisaison die wichtigste Campingdestination, während Kärnten in der wärmeren Jahreszeit mit Seen-Campingplätzen punktet. ÖCC-Präsident Tomas Mehlmauer betont, Camping habe sich als fixe Größe im Sommertourismus etabliert und sei längst nicht mehr nur eine Sommer-Urlaubsform. ÖCC-Mitglieder profitieren zudem von Vergünstigungen bei mehr als 3.800 Campingplätzen in Europa.
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Der WIFO-Konjunkturbericht vom 9. September 2026 zeigt: Nach sechs Zuwächsen in Folge schrumpfte Österreichs Wirtschaftsleistung im II. Quartal 2026 um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Rückgang war jedoch überwiegend statistischer Natur und kein Anzeichen einer Konjunkturabschwächung – die Bruttowertschöpfung expandierte um 0,1 Prozent, während ein kräftiger Anstieg der Gütersubventionen bei gleichzeitigem Rückgang der Gütersteuern das BIP als Sondereffekt drückte. Angebotsseitig setzte sich die Zweiteilung fort: Die Warenherstellung wuchs moderat, das Bauwesen schrumpft dagegen – abgesehen von einem geringen Plus Anfang 2025 – bereits seit dem IV. Quartal 2020. Nachfrageseitig stützten deutlich höhere Ausrüstungsinvestitionen das BIP, während die Bauinvestitionen erneut zurückgingen. Die Beschäftigung stagnierte nahezu, die Arbeitslosenquote verharrte im August auf dem höchsten Wert seit Mitte 2021. Der trockene, heiße Sommer belastete Landwirtschaft und Wasserkraft-Stromerzeugung, bescherte dem Tourismus jedoch ein neues Nachfragehoch. Die Inflationsrate zog im August auf 3,2 Prozent an (HVPI +2,9 Prozent), blieb aber wie im Juli unter dem Euroraum-Durchschnitt, während die Kerninflation darüber lag. Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Aufhellung ab: Der WIFO-Konjunkturklimaindex stieg kräftig, ebenso der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex, der den höchsten Stand seit Frühjahr 2022 erreichte. Autor Christian Glocker verweist darauf, dass witterungsbedingte Ernteausfälle und die rückläufige Wasserkraft-Erzeugung zunehmend auch auf die Preisbildung durchschlagen.



