Arabische Länder
Nachhaltigkeit
Einleitung
Bevölkerung
In den Golfstaaten verstehen die meisten Menschen unter Nachhaltigkeit vor allem sichtbare Umweltmaßnahmen im Alltag, wie Energie- und Wassersparen oder die Reduktion von Plastik. Ein greifbares Beispiel sind die kostenpflichtigen Plastiktüten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die viele Verbraucher:innen zum Umstieg auf wiederverwendbare Taschen bewegen. Prägende Vorzeigeprojekte sind „The Sustainable City“ in Dubai und „Masdar City“ in Abu Dhabi, die das nachhaltige Wohnen und eine energieeffiziente Stadtentwicklung demonstrieren.
Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist insgesamt positiv, bleibt jedoch oft oberflächlich. Viele Menschen halten das Thema für wichtig, setzen es im Alltag jedoch nur eingeschränkt um.
Internationale Vergleiche zeigen, dass die Region in der praktischen Umsetzung noch Aufholbedarf hat: Laut dem Sustainable Development Report 2025 liegen die GCC-Staaten im globalen SDG-Ranking wie folgt:
Vereinigte Arabische Emirate (VAE) – Rang 80 von 167
Oman – Rang 97
Saudi-Arabien – Rang 105
Katar – Rang 107
Bahrain – Rang 110
Kuwait – Rang 118
Dies verdeutlicht, dass die Region im globalen Vergleich nicht unter den Spitzenländern liegt, mit deutlichem Abstand zu europäischen Staaten, innerhalb der GCC-Staaten aber klare Unterschiede bestehen (Sustainable Development Report 2025).
In den Medien ist Nachhaltigkeit stark präsent und wird vor allem über große nationale Initiativen und Projekte vermittelt. In Saudi-Arabien ist beispielsweise das „The Red Sea Project“ ein zentrales Beispiel für nachhaltige Entwicklung im Tourismus. Die Berichterstattung ist überwiegend positiv und hebt Fortschritt sowie Innovation hervor.
Insgesamt ist Nachhaltigkeit in den Golfstaaten gesellschaftlich akzeptiert, wird jedoch meist als praktisches Umwelt- und Technologiethema verstanden und weniger als umfassendes Prinzip, das das tägliche Verhalten grundlegend verändert.
Verhalten und Konsum
Nachhaltigkeit im Verhalten und Konsum der GCC-Bevölkerung zeigt sich vor allem in sichtbaren Alltagsmaßnahmen: Viele Menschen nutzen wiederverwendbare Taschen statt Plastiksackerln, sparen Energie und Wasser und bevorzugen umweltfreundliche Produkte. Auch Mülltrennung wird sichtbar praktiziert – in Projekten wie „The Sustainable City“ oder „Masdar City“ wird sie aktiv umgesetzt. In anderen Teilen Dubais und der GCC-Staaten funktioniert Mülltrennung jedoch bisher nur begrenzt, da Bewusstsein, Motivation und Kontrolle durch die Behörden noch fehlen. Um die Beteiligung zu steigern, starten die Behörden Aufklärungskampagnen in Schulen, öffentlichen Einrichtungen sowie Wohnanlagen und erweitern die Zahl der Recycling-Stationen.
Im Lebensmittelbereich zeigt sich Nachhaltigkeit bisher nur vereinzelt: Initiativen wie der Einkauf regionaler Produkte werden zunehmend beachtet, während Bio- oder Fair-Trade-Produkte noch eher eine Nische darstellen. Größere Änderungen im Konsumverhalten, wie weniger Lebensmittelverschwendung oder mehr saisonaler Einkauf, sind bislang noch nicht weit verbreitet.
Tourismus
Nachhaltigkeit spielt beim Reisen in den GCC-Staaten bisher nur eine begrenzte Rolle. Für die meisten Reisenden stehen Preis, Komfort und Luxus nach wie vor im Vordergrund. Sichtbare nachhaltige Angebote gibt es vor allem in Hotels und Resorts, die auf Energieeinsparung, Wasserrecycling und Abfallvermeidung setzen, sowie in Großprojekten wie dem „The Red Sea Project“ in Saudi-Arabien, das Naturschutz und erneuerbare Energien integriert.
Auch „Ecotourism“ wird zunehmend als Schlagwort genutzt, um Naturlandschaften und geschützte Gebiete zu vermarkten, ist für die meisten Reisenden jedoch nicht entscheidend bei der Wahl der Destination. Westliche oder besonders umweltbewusste Gäste achten stärker auf nachhaltige Optionen, während die Zahlungsbereitschaft und Nachfrage bei regionalen Reisenden bislang gering sind. Insgesamt ist nachhaltiger Tourismus zwar auf dem Vormarsch, wird aber noch nicht flächendeckend genutzt, bietet jedoch mittelfristig ein wachsendes Potenzial.
In den Medien ist das Thema Nachhaltigkeit stark präsent und wird vor allem über große nationale Initiativen und Projekte vermittelt.
Initiativen wie der Einkauf regionaler Produkte werden zunehmend beachtet, während Bio- oder Fair-Trade-Produkte noch eher eine Nische darstellen.
Ecotourism wird zunehmend als Schlagwort genutzt, um Naturlandschaften und geschützte Gebiete zu vermarkten, bleibt für die meisten Reisenden jedoch nicht entscheidend bei der Wahl der Destination.
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Einleitung
Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit