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Südkorea
Barrierefreiheit

Verständnis & Wahrnehmung

In Seoul wird Barrierefreiheit als zentraler Bestandteil moderner Stadtentwicklung verstanden und umfasst vor allem physische und sensorische Zugänglichkeit, etwa durch stufenlose Infrastruktur, Aufzüge, taktile Leitsysteme sowie visuelle und akustische Informationsangebote im öffentlichen Raum. Die Stadt verfolgt aktiv das Konzept des „Universal Design“, mit dem Ziel, öffentliche Räume und Dienstleistungen für möglichst alle Menschen nutzbar zu machen. Kognitive Barrierefreiheit spielt bislang eine untergeordnete Rolle, wird jedoch zunehmend in digitalen Anwendungen und Informationsangeboten berücksichtigt.

Gesellschaftlich hat sich die Wahrnehmung von Barrierefreiheit in Südkorea in den letzten Jahren etwas verändert: Durch Medien, Social Media und sichtbare Vorbilder wie den blinden YouTube-Creator One Shot Hansol wächst das Verständnis für die Lebensrealität von Menschen mit Beeinträchtigungen, wodurch Barrierefreiheit zunehmend als gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung und weniger als individuelles Problem gesehen wird.

Alltag & Bewusstsein

Barrierefreiheit ist in Südkorea als recht relevant einzustufen, insbesondere vor dem Hintergrund der schnell alternden Gesellschaft. Vor allem in urbanen Räumen wie Seoul ist das Thema im Alltag deutlich sichtbar: U-Bahn-Stationen sind weitgehend mit Aufzügen, taktilen Bodenleitsystemen und akustischen Ansagen ausgestattet, während Verkehrsknotenpunkte wie der Incheon International Airport umfassende barrierefreie Services bieten. Auch Einkaufszentren, Museen und öffentliche Einrichtungen verfügen häufig über entsprechende Infrastruktur. Gleichzeitig bestehen weiterhin Unterschiede zwischen Stadt und Land, wo barrierefreie Zugänge oft weniger konsequent umgesetzt sind. Insgesamt ist das Bewusstsein in der Bevölkerung vorhanden, wird aber vor allem im urbanen Kontext aktiv gelebt.

Relevanz für Reisen

Barrierefreies Reisen ist ein erklärtes Ziel der koreanischen Tourismusförderung. Die Korea Tourism Organization und Kommunen wie Seoul bewerben aktiv Accessible-Tourism-Angebote. Ein Beispiel ist das Seoul Danurim Accessible Tourism Center – das erste Tourismusinformationszentrum in Korea mit umfassender Universal-Design-Ausstattung. Es bietet Services wie rollstuhlgerechte Transfers und Hilfsmittel-Verleih. Ein weiteres konkretes Beispiel sind barrierefreie Taxis in Seoul, die speziell für Rollstuhlfahrer:innen ausgestattet sind und über eine Rampe sowie ausreichend Platz im Fahrzeug verfügen; diese Taxis können vorab gebucht werden und ermöglichen so eine deutlich flexiblere und selbstständigere Mobilität im urbanen Raum.

Das Wichtigste zur Barrierefreiheit
  • Barrierefreiheit ist in Südkorea als recht relevant einzustufen, insbesondere vor dem Hintergrund der schnell alternden Gesellschaft.

  • In Seoul wird Barrierefreiheit als zentraler Bestandteil moderner Stadtentwicklung verstanden und umfasst vor allem physische und sensorische Zugänglichkeit.

  • Es bestehen Unterschiede zwischen Stadt und Land, wo barrierefreie Zugänge oft weniger konsequent umgesetzt sind.

  • Barrierefreies Reisen ist ein erklärtes Ziel der koreanischen Tourismusförderung.

Portraitfoto von Nicole Kirchmeyr
Nicole KirchmeyrMarket Representative Japan
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