Schweiz
Nachhaltigkeit

Bevölkerung

  • Nachhaltigkeit wird in der Schweiz heute vor allem mit Klima, Energie, Biodiversität, Ressourcenschonung und glaubwürdigem Konsum verbunden. Der politische Rahmen ist klar: In seiner „Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030“ legt der Bundesrat Schwerpunkte fest. Zudem ist das Netto-Null-Ziel von Treibhausgasemissionen bis 2050 im Klima- und Innovationsgesetz verankert; die langfristige Klimastrategie des Bundes gibt dem Thema eine Leitfunktion.

  • Im Bewusstsein der Bevölkerung ist Nachhaltigkeit stark verankert, auch wenn sie nüchterner diskutiert wird als noch vor einigen Jahren – also stärker unter den Aspekten Versorgungssicherheit, Kosten, Glaubwürdigkeit und konkrete Wirkung und weniger als reines Wertethema. 2024 gaben 74% in einer Studie von Deloitte an, ihr Verhalten nachhaltiger gestalten zu wollen – beispielsweise indem sie sich nachhaltiger ernähren. Gleichzeitig priorisiert jede und jeder heute die eigenen Bedürfnisse. Die Herausforderung bestehe darin, Forderungen zukünftiger Generationen zu erkennen und zu berücksichtigen.

  • Medial und gesellschaftlich bleibt das Thema präsent; Deloitte bezeichnet Nachhaltigkeit ausdrücklich als Dauerbrenner in der öffentlichen Diskussion. Zugleich wird stärker nach konkreter Wirkung, Glaubwürdigkeit und praktikablen Anreizen gefragt als nach abstrakten Bekenntnissen.

Verhalten und Konsum

  • Im Alltag zeigt sich Nachhaltigkeit besonders bei Ernährung, Energie und allgemeinem Konsum. Viele Menschen wollen regionaler einkaufen, Food Waste vermeiden, weniger Ressourcen verbrauchen und ihren Alltag energieeffizienter organisieren; laut Deloitte-Studie nennen 57% Ernährung, 51% Konsum und 48% Wohnen als wichtigste Hebel.

  • Sichtbar ist der Trend auch im Markt: Fair-Trade-Produkte bleiben stark nachgefragt, die Schweiz lag 2023 mit 116 Franken Pro-Kopf-Konsum gemäß Darstellungen von Swiss Fair Trade erneut an der Weltspitze. Food Waste ist ebenfalls fest auf der Agenda; seit 2017 konnten die Lebensmittelverluste laut BAFU jedoch erst um rund 5% gesenkt werden.

  • Zur Alltagsrealität gehört auch Mobilität. Die Schweiz gilt beim Bahnfahren als europäischer Spitzenreiter: Im Schnitt wird rund 70-mal pro Jahr Zug gefahren, mit etwa 2 400 Kilometern pro Person. Gleichzeitig bleibt der motorisierte Individualverkehr stark, und auch die Elektrifizierung kommt langsamer voran als politisch angestrebt.

Tourismus

  • Nachhaltigkeit ist beim Reisen wichtiger geworden, vor allem bei Unterkunft, Verhalten vor Ort und Anreise. Laut Urlaubsbarometer des Reiseversicherers Europ Assistance äußern 28% der Schweizerinnen und Schweizer Bedenken hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks ihrer Reise. 68% wollen eher eine ökologische Unterkunft wählen; 81% möchten nicht nachhaltige Aktivitäten vermeiden bzw. ihr Verhalten anpassen.

  • Angebote, die einfach verständlich und glaubwürdig sind. Mit Swisstainable und der Nachhaltigkeits-Strategie 2030 hat Schweiz Tourismus das Thema strukturell verankert; mit „Travel Better“ wird es seit 2024/25 stärker als Steuerungslogik verstanden: länger bleiben, tiefer eintauchen, regional konsumieren und Gäste gezielter lenken.

  • Für die Reisepraxis ist zudem nachhaltige Mobilität zentral. Schweiz Tourismus spielt dies aktiv aus, etwa mit „Swisstainable unterwegs“ gemeinsam mit der SBB. Gleichzeitig bleibt Nachhaltigkeit nur ein Faktor unter mehreren, beeinflusst die Reiseentscheidung, dominiert sie aber nicht: Reiselust, Sicherheit, Preis und Komfort sind weiterhin sehr wichtig; Flug- und Autoreisen bleiben stark.

Das Wichtigste zur Nachhaltigkeit
  • Zweijährige Aktionspläne zur Unterstützung der Umsetzung der Strategie „Nachhaltige Entwicklung 2030“

  • Beim Konsum (Kleidung, Lebensmittel etc.) und auch beim Verhalten (Reduktion von Fleischkonsum, nachhaltige Anlageformen, Mobilität) wird immer mehr auf Nachhaltigkeit gesetzt.

  • Bewusstsein für nachhaltigeres Reisen. Auf der Angebotsseite wird der Tourismus nun vom Kompetenzzentrum unterstützt, um die nachhaltige Entwicklung des Schweizer Tourismus aktiv zu fördern und mitzugestalten.

Nachhaltigkeit auf den Märkten

Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit

ÖW News
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