Ungarn
Nachhaltigkeit
Einleitung
Bevölkerung
Viele Ungarinnen und Ungarn betrachten Nachhaltigkeit nicht isoliert, sondern eingebettet in gemeinsame Verantwortung und kollektive Handlungsfähigkeit. Nachhaltige Entscheidungen – z.B. im Energiebereich (erneuerbare Energien, Zugang zu sauberer Energie) und im eigenen Verhalten – werden als Teil einer positiven Zukunft wahrgenommen.
Laut dem „Sustainable Development Report“, der die 17 SDGs (Sustainable Development Goals) der insgesamt 193 UN-Mitgliedstaaten auswertet, befindet sich Ungarn mittlerweile auf dem 25. Platz. In den letzten 20 Jahren hat sich der Wert von 75,40 auf 78,78 verbessert und ist stets am Steigen. Besonders, was sauberes Wasser betrifft, kann Ungarn punkten. (Sustainable Development Report 2021. (n.d.). Retrieved February 11, 2022).
Die Regierung Ungarns hat einen neuen Energie- und Klimaplan und eine neue Energiestrategie mit klaren mittelfristigen Zielen bis 2030 erstellt. In erster Linie soll Ungarn bis 2030 90% des Stroms kohlenstofffrei herstellen. Des Weiteren sollen die Treibhausgasemissionen reduziert werden und die Energiesicherheit, die Stärkung des Klimaschutzes und der Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung sollen angekurbelt werden. Insgesamt möchte Ungarn bis 2050 klimaneutral werden.
Verhalten und Konsum
Eine überwältigende Mehrheit der ungarischen Gesellschaft ist sich einig, dass die Regierung die Klima- und Umweltkrise vorrangig angehen muss. Dies geht aus einer repräsentativen Meinungsumfrage im Oktober 2021 hervor. 87% der Ungarinnen und Ungarn befürworten eine Erhöhung des Anteils von Mehrwegverpackungen, wodurch die mit der Herstellung von Einwegverpackungen verbundenen Abfallberge und die Verschwendung von Ressourcen letztlich stärker reduziert werden könnten als durch Recycling.
Die Verbraucher:innen spüren zunehmend den Druck durch die Inflation und die steigenden Preise für Basisprodukte, wie z. B. Lebensmittel. Gleichzeitig wird es immer typischer, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei Kaufentscheidungen eine Rolle spielen. Die Verbraucher:innen in der mittel- und osteuropäischen Region sind jedoch recht preissensibel, und im Gegensatz zu globalen Trends werden Gesundheits- und Umweltaspekte häufig vom Preis der Produkte überlagert. Viele wenden sich günstigeren, eigenmarkenbasierten Grundprodukten zu, sind jedoch bei bestimmten Waren bereit, für mehr Nachhaltigkeit einen höheren Preis zu zahlen. Damit es Unternehmen gelingt, Verbraucher:innen zu gewinnen und zu halten, müssen sie ein sensibles Gleichgewicht finden zwischen erschwinglichen Preisen und nachhaltig produzierten Produkten.
Tourismus
Am 24. November 2025 wurde im Rahmen einer von Visit Hungary organisierten Veranstaltung darauf hingewiesen, dass es immer mehr Beispiele gibt, dass sich bewusster reisen lohnt.
Mit Blick auf zukünftige Trends wurde betont, dass der Ökotourismus eine stärkere Rolle spielen werde. Das Bedürfnis nach Naturverbundenheit und naturnahen Erlebnissen rücke zunehmend in den Vordergrund. Wichtige Faktoren wären zudem digitales Wohlbefinden und „Digital Detox“, die wachsende Bedeutung von Gesundheit sowie der regenerative Tourismus. Letzterer zielt darauf ab, Besucher aktiv in lokale Aktivitäten einzubeziehen.
Für Gäste sei es wichtig zu sehen, dass tatsächlich reale und aktive Maßnahmen stattfinden. Ebenso entscheidend sei, dass diese kontinuierlich, verständlich und einfach kommuniziert werden. Im Menschen sei der Wunsch verankert, sich in der Natur aufzuhalten und natürliche Lebensmittel zu konsumieren. Zudem werde – insbesondere für junge Menschen – der Umgang mit Klimaangst immer wichtiger.
Vor 13 Jahren habe kaum jemand über die Umweltauswirkungen der Gastronomie gesprochen. Heute seien Restaurants und Gastrobetriebe deutlich offener für das Thema.
Ungarn möchte bis 2050 klimaneutral sein und hat eine klare Energiestrategie.
Die Ungarinnen und Ungarn liegen in Bezug auf Umweltbewusstsein über dem europäischen Durchschnitt – zumindest in Bezug auf ihre Konsumbedürfnisse.
Eine kleine Gruppe lebt auch nachhaltig.

Einleitung
Informationen unserer Expertinnen und Experten auf den Märkten zum Thema allgemeine Nachhaltigkeit und im Speziellen Barrierefreiheit