Eine Hand hält einen schwebenden Globus mit Lichtpartikeln, unscharfer Stadthintergrund.

Deutschland
Der Tourismusausblick

Von Wirtschaft bis Urlaubstrends: Die aktuellen Insights aus Deutschland

Stand April 2026

Wirtschaft & Gesellschaft 

  •  Für das Jahr 2026 erwartet die deutsche Bundesregierung ein reales Wirtschaftswachstum von 1%; die Erholung soll vor allem von der Binnenwirtschaft getragen werden. Aufgrund des Iran- bzw. Nahostkonflikts fallen die jüngeren Prognosen jedoch vorsichtiger aus. (Quelle: BMWE, Jahreswirtschaftsbericht 2026)

  • Die Inflationsrate dürfte im März 2026 Schätzungen zufolge bei 2,7% gelegen haben; insbesondere die Energiepreise stiegen deutlich an (+7,2% gegenüber dem Vorjahr). (Quelle: Destatis, 30.03.2026)

  • Die Arbeitslosenquote sank im März zwar leicht auf 6,4%, die Bundesagentur für Arbeit sprach dennoch von einer „Frühjahrsbelebung ohne nennenswerten Schwung“. (Quelle: BA, 31.03.2026)

  • Trotz wirtschaftlicher Belastungen bleibt Urlaub ein prioritäres Konsumfeld: 64% der Deutschen unternahmen 2025 mindestens eine Reise ab fünf Tagen, 44% sogar mehrere. Gleichzeitig belastet der Iran-Krieg die Stimmung der Verbraucher:innen spürbar: Das Konsumklima für April 2026 sank deutlich, vor allem wegen eingetrübter Einkommenserwartungen und neuer Inflationsängste infolge steigender Energiepreise. (Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen, Tourismusanalyse 2026)

Tourismus & Trends 

  • Die Sommersaison 2026 begann in der organisierten Reisewirtschaft vielversprechend: Ende Jänner lagen die Umsätze um 7% und die Gästezahlen um 4% über Vorjahreswert. Diese Dynamik wurde jedoch durch die Eskalation im Nahen Osten Ende Februar deutlich gebremst: Im März lag der Buchungsumsatz deutscher Reisebüros laut ZIEL-Analyse 11,6% unter Vorjahr, die Zahl der Buchungen sogar 15% darunter. (Quellen: DRV/TDA, Handelsblatt)

  • Viele Deutsche buchen weiterhin früh und suchen verlässliche, gut planbare Reiseformen. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage spürbar in Richtung als sicher und unkompliziert wahrgenommener Ziele verschoben: Besonders unter Druck gerieten im März die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, Ägypten sowie Fernreisen über Golf-Hubs; profitieren konnten dagegen vor allem Nahziele. Die hohe Reiseintensität bleibt strukturell bestehen: Mehrfachreisen nehmen weiter zu und stützen vor allem Kurzurlaube sowie Zweit- und Dritturlaube. (Quellen: Stiftung für Zukunftsfragen, Tourismusanalyse 2026, Handelsblatt, DRV)

  • Der Europa-Fokus hat sich zuletzt nochmals verstärkt. TUI meldet für den Sommer 2026 einen Europa-Anteil von knapp 75% und hat wegen der hohen Nachfrage 68 Zusatzflüge nach Spanien und Griechenland aufgelegt. Auch die Lufthansa Group erweitert ihr Sommerprogramm konzernweit um rund 1600 zusätzliche Flüge, vor allem zu Zielen in Südeuropa und ausgewählten Fernzielen. (Quelle: Handelsblatt)

  • Für Österreich sind vor allem die weiterhin stabile Nachfrage nach gut erreichbaren Natur- und Aktivangeboten sowie das Bedürfnis nach Sicherheit, Klarheit und gut planbaren Reiseformen relevant. (Ableitung auf Basis von DRV/TDA 2026 und ÖW/NIT)

Urlaub in Österreich 

  • Mit 15,3 Millionen Ankünften und 58,6 Millionen Nächtigungen im Jahr 2025 bleibt Deutschland mit großem Abstand der wichtigste Herkunftsmarkt für Österreich.

  • Österreich war 2025 das einzige Alpenziel, das seinen Marktanteil aus Deutschland steigern konnte; Reisen von fünf Tagen oder länger nach Österreich nahmen um 2% zu.

  • Auch bei den Kurzreisen entwickelte sich Österreich entgegen dem allgemeinen Trend positiv: Das Kurzreisevolumen aus Deutschland stieg um 9%; Österreich bleibt damit das beliebteste ausländische Kurzreiseziel der Deutschen.

  • Für die kommenden drei Jahre können sich 14 Millionen Menschen in Deutschland einen Urlaub in Österreich vorstellen; starke Themen bleiben Erholung, Landschaft, Wandern und Radfahren sowie ergänzend Kultur und Kulinarik. (Quelle: Deutsche Reiseanalyse 2026)

Das Wichtigste für Sommer 2026
  • Trotz wirtschaftlicher Belastungen bleibt Urlaub ein prioritäres Konsumfeld.

  • Viele Deutsche buchen weiterhin früh und suchen verlässliche, gut planbare Reiseformen.

  • Bei den Kurzreisen entwickelte sich Österreich entgegen dem allgemeinen Trend positiv.

  • Starke Themen bleiben Erholung, Landschaft, Wandern und Radfahren sowie ergänzend Kultur und Kulinarik.

Sören KliemannHead of Market Deutschland
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