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Gender Shift
Bedeutung neuer Gemeinschaften wächst

Die tradierten sozialen Rollen, die Männern und Frauen in der Gesellschaft zugeschrieben werden, verlieren an gesellschaftlicher Verbindlichkeit. Das Geschlecht verliert seine schicksalhafte Bedeutung und bestimmt weniger über den Verlauf individueller Biografien. Veränderte Rollenmuster und aufbrechende Geschlechterstereotype sorgen für einen radikalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer neuen Kultur des Pluralismus.

Seit Mitte der 2010er-Jahre ist eine doppelte Veränderung sichtbar. Zum einen scheint die weibliche Emanzipation zu stagnieren: In vielen Ländern gewinnen patriarchale, ja sogar reaktionäre Vorstellungen wieder an Boden, Autoritarismus und Populismus beginnen eine neue Kampagne gegen die Emanzipation, bis hin zu den Abtreibungsverboten in den USA. Zum anderen scheint der weibliche Aufstieg in der Erwerbswelt in vielen westlichen Ländern erlahmt zu sein oder sich gar umzukehren.

Eine Renaissance der Frauenbewegung, der Aufstieg des Autoritarismus und die Wiederkehr männlicher Gewaltverhältnisse tragen ihre Teile zum Übergang in eine entscheidende Phase bei, mit einer massiven Rückkehr der Geschlechterkonflikte in ihrer Machtdimension, weg von kulturellen Detaildiskursen und sprachlichen Deutungsstreits. Ganz fundamental geht es dabei um die Gestaltung von Gesellschaft, um den Aufbau politischer Strukturen und Wertesysteme. Manche Megatrends brauchen einen zweiten Anlauf.

Weitere Infos: Zukunftsinstitut – Megatrend Gender Shift

Die Trends

Trends

Identity Design ist ein zentrales Prinzip der Individualisierung. Persönliche Identitätsbildung findet abseits von vorgefertigten Biografien im Rahmen multigrafischer Lebensstile statt. Die eigene Identität lässt sich, wie der eigene Lebensstil, aus unendlich vielen Optionen und Bausteinen individuell und ständig neu „designen“. Diese Arbeit an einem besseren Ich wird zur Hauptaufgabe des modernen Individuums.

Die Relevanz von Identity Design für die Organisationsstruktur im Tourismus liegt in der Möglichkeit, ein differenziertes und individuelles Erlebnis für den Kunden und Kundinnen zu schaffen, das über die traditionelle Markendarstellung hinausgeht. Es ermöglicht es den Organisationen, einzigartige und maßgeschneiderte Erfahrungen zu gestalten, die auf den persönlichen Interessen, Vorlieben und Identitäten der Kunden und Kundinnen basieren. So kann beispielsweise ein Reiseanbieter seine Angebote auf verschiedene Identitäten abstimmen, indem er spezielle Pakete für Abenteuerlustige, Kulturliebhaber oder Naturliebhaber anbietet.

Für Unternehmen und Verbände im Tourismus bedeutet dies eine Abkehr von der Einheitsgröße und einen Übergang zu mehr personalisierten Angeboten. Die Traditionsmarke Österreich kann dabei als Basis dienen, auf der aufgebaut wird. Durch Identity Design können Aspekte wie die österreichische Kultur, Geschichte oder Natur in individuelle Reiseerlebnisse integriert werden. Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass Besucher:innen nicht nur die Möglichkeit haben, traditionelle Sehenswürdigkeiten zu besuchen, sondern auch tiefer in spezifische Aspekte der österreichischen Identität einzutauchen – sei es durch Teilnahme an lokalen Festen, Kochkursen oder Wanderungen in der Natur. Dies ermöglicht es den Besucher:innen nicht nur, das Land zu erleben, sondern gleichzeitig ihre eigene Identität durch diese Erfahrungen weiter zu formen und zu gestalten.

Gegentrend: Traditionsmarke

Teil der Megatrends:

Work-Life-Blending ist eine Weiterentwicklung von Work-Life-Balance. Es geht dabei nicht mehr nur um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Vielmehr verschmelzen die beiden Bereiche ineinander, oft begünstigt durch flexible Arbeitszeiten und Technologie. Es ermöglicht ein räumlich und zeitlich selbstbestimmteres Arbeiten, kann aber Herausforderungen bezüglich der Trennung von Berufs- und Privatleben mit sich bringen.

Tourismus eröffnet einen Raum für das Work-Life-Blending Phänomen, indem er eine flexible Umgebung bietet, in der Arbeit und Freizeit koexistieren können. Dies geschieht meist in Zusammenhang mit Remote Work, wodurch das Arbeiten an beliebigen Orten erfolgen kann. Die Technologie spielt dabei eine Schlüsselrolle, indem sie die notwendige Konnektivität und Tools bereitstellt, um Kommunikation und Zusammenarbeit über Entfernungen hinweg zu ermöglichen.

In der Corona-Krise arbeiteten so viele Menschen im Homeoffice wie nie zuvor – Remote Work ist damit endgültig im Mainstream angekommen und mittlerweile sind manche Berufe örtlich bereits vollkommen losgelöst.

Für touristische Betriebe bedeutet dies, einerseits passende Angebote zu entwickeln, die Arbeit und Erholung kombinieren. Sie müssen Infrastrukturen und Services anpassen, um die Bedürfnisse von Gästen zu erfüllen, die Beruf und Freizeit verbinden möchten. Dies beinhaltet flexible Unterkünfte, Co-Working-Bereiche und technologische Lösungen wie Hochgeschwindigkeitsinternet und Smart-Home Lösungen, die sowohl Produktivität als auch Entspannung fördern.

Andererseits bietet Remote Work auch das Potential, neue Zielgruppen wie Digitalnomaden, Projektteams und fern arbeitende Fachkräfte anzuziehen. Auch wenn die physische Präsenz im Tourismus, speziell in der Hotellerie und Gastronomie häufig unerlässlich ist, kann sich die Branche ortsungebundenes Arbeiten beispielsweise in Bereichen wie Management, Marketing, Kundenservice und bei der Entwicklung digitaler Dienstleistungen durchaus zu Nutze machen.

Gegentrend: Work-Life-Balance

Teil der Megatrends:

Unsere Zukunft

Die Zukunftsmap für den österreichischen Tourismus

Noch mehr zu den Trends und Megatrends, die unseren Tourismus beeinflussen.

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