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Globalisierung
Weltweite, grenzüberschreitende Vernetzung

Der Megatrend Globalisierung bezeichnet das Zusammenwachsen der Weltbevölkerung. Während internationale Wirtschaftsbeziehungen unter dem Einfluss schwankender nationaler Interessenlagen stehen, befinden sich gleichzeitig Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaften weltweit in zunehmend engerem freien Austausch von Ideen, Talenten und Waren. Diese Verbindungen sind der vielleicht wichtigste Treiber des menschlichen Fortschritts.

Widerstreitende nationale Machtinteressen, Krieg und Vertreibung, Corona-Krise: Die inneren Gegenbewegungen zum Megatrend Globalisierung sind derzeit sehr mächtig. Gleichzeitig jedoch war das grenzüberschreitende Zusammengehörigkeitsgefühl noch nie so stark wie heute. Motor der Globalisierung sind nicht mehr allein Politik und Wirtschaft, sondern die weltweite Vernetzung geht in Zukunft von der Basis aus: von Gesellschaften, in denen Offenheit und Akzeptanz von Diversität wachsen und zu neuen globalen Solidaritätsbewegungen führen.

Weitere Infos: Zukunftsinstitut – Megatrend Globalisierung

Die Trends

Trends

Ein Trend im Konsumverhalten ist Regionalisierung. Dieser Trend gibt lokalen Erzeugenden und Produkten den Vorzug vor globalen Produktionen. Besonders durch die Covid-19-Pandemie, aber auch durch den Fokus auf CO₂- Reduktion in der Logistik, wurde die Rückbesinnung auf die direkte Umgebung stark vorangetrieben. Dabei geht es jedoch nicht mehr um rein wirtschaftliche und ökologische Aspekte, sondern auch zunehmend um soziokulturelle Faktoren. Auf der Suche nach mehr Verbindung zum eigenen Lebensraum und mehr Wir-Kultur treten Menschen wieder in Austausch mit ihrer unmittelbaren Umgebung und suchen nach Wegen diese zu nutzen und zu fördern.

Der ökologische Tourismus wird dabei maßgeblich durch Ökologie als neuen Wert im Konsumverhalten geprägt und ist somit von beiden Trends stark beeinflusst. Produkte in Gastronomie und Hotellerie, die ökologisch und lokal produziert werden, erfüllen nicht nur den Anspruch von grünem Reiseverhalten, sondern werden auch als hochwertiger und authentischer wahrgenommen. Gerade in Österreich geben sie den Reisenden das Gefühl, wirklich in die lokale Kultur einzutauchen und die echte Lebensweise in Symbiose mit der Natur erleben zu dürfen. „Responsibly made in this area“ erfüllt somit drei Funktionen gleichzeitig: es bedient Ansprüche an nachhaltigen Konsum, hebt den roten Faden eines authentischen österreichischen Tourismus hervor und erhöht die wahrgenommene Qualität des gesamten Reise-Erlebnisses.

Gegentrend: Expansion

Teil der Megatrends:

Einerseits sind die Weltwirtschaft und Kulturen immer stärker miteinander verzahnt, andererseits gewinnen lokale Identitäten und Traditionen wieder an Bedeutung. Das Ergebnis ist eine Glokalisierung: Eine Verschmelzung von globalen und lokalen Einflüssen. Dieser Prozess beeinflusst alle Bereiche von Wirtschaft, Politik und Kultur und stellt eine Reaktion auf die Herausforderungen und die oft als bedrohlich empfundene Homogenität der Globalisierung dar. Dabei gewinnen lokale Identitäten, Traditionen und Besonderheiten in einer Welt der Globalisierung stark an Bedeutung. Die Glokalisierung hat direkte Auswirkungen auf die gesellschaftliche Rolle des Tourismus. Sie fördert das Bewusstsein für lokale Kulturen und Traditionen, die durch den Tourismus international anerkannt und wertgeschätzt werden können. Damit erweitert sie das Verständnis von Vielfalt und fördert den interkulturellen Austausch, was letztlich zu mehr Toleranz und Offenheit in der Gesellschaft beitragen kann. Gleichzeitig ermöglicht sie es Reisenden, authentische und einzigartige Erfahrungen zu sammeln, die nicht nur auf Sehenswürdigkeiten, sondern auch auf dem Kennenlernen der lokalen Kultur basieren.

Für Unternehmen und Verbände im Tourismus bedeutet Glokalisierung eine Chance und Herausforderung zugleich. Sie müssen ihre Angebote anpassen, um sowohl globale Trends als auch lokale Besonderheiten zu berücksichtigen. Das kann beispielsweise durch nachhaltige Reiseangebote geschehen, die lokale Gemeinschaften unterstützen oder durch Maßnahmen zur Erhaltung lokaler Traditionen und Kulturen. Es bedeutet auch, dass Touristikunternehmen ihre Kunden besser verstehen müssen, um individuelle Reiseerlebnisse anzubieten, die den Wünschen nach Authentizität und Einzigartigkeit gerecht werden.

Gegentrend: Global Citizen

Teil der Megatrends:

Modern Nomadism beschreibt einen Lebensstil, bei dem Individuen oder Familien häufig umziehen oder reisen, anstatt einen festen Wohnsitz zu haben. Moderne Nomaden sind ständig unterwegs, arbeiten, wo sie gerade sind, und fühlen sich an vielen Orten zu Hause. Für sie sind Konzepte wie Micro Housing, Co-Living und Co-Working attraktiv, um schnell an Orten anzukommen und Kontakte zu lokalen Communitys und anderen (Business-) Nomaden zu knüpfen.

Modern Nomadism erweitert den traditionellen Begriff von Tourismus und definiert ihn neu. Moderne Nomaden sind nicht nur temporäre Besucher, sondern integrieren sich in lokale Gemeinschaften und tragen zu ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Vielfalt bei. Sie fördern den Austausch von Ideen, Erfahrungen und Wissen, was das Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen stärken kann. Zudem tragen sie zur Entwicklung von nachhaltigen Tourismuskonzepten bei, indem sie sich für langfristige Aufenthalte anstatt für häufiges Reisen entscheiden.

Der Tourismusbereich kann dem Trend in unterschiedlicher Form begegnen. Einerseits bietet die Kombination aus Reisen und Arbeit die Möglichkeit für den Tourismus, ansprechende Angebote mit den notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Gleichzeitig pflegen moderne Nomaden aber auch, abseits ihrer flexiblen Arbeitsweise den Lebensstil, nirgendwo sesshaft zu werden. So können sie beispielsweise auch ihre Familie in das mobile Leben integrieren und sich für einen längeren Zeitraum einrichten. Sie suchen daher nach Unterkünften, die für mittel- bis längerfristige Aufenthalte geeignet sind. Menschen dieses Lebensstils sind außerdem häufig an einem tieferen Eintauchen in die lokale Kultur und Gemeinschaft interessiert. Passende Angebote richten sich also nach der Kombination aus Bequemlichkeit und Authentizität aus. Sie integrieren komfortable Wohnoptionen mit Zugang zu lokalen, einheimischen Strukturen und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Integration.

Für Unternehmen und Verbände im Tourismus bedeutet Modern Nomadism eine Anpassung ihrer Angebote an diese neue Zielgruppe. Dies umfasst flexible Unterkünfte und Arbeitsräume, digitale Services sowie nachhaltige und lokale Angebote. Es erfordert auch eine stärkere Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften, um die Bedürfnisse der modernen Nomaden zu erfüllen und gleichzeitig die lokalen Ressourcen zu schützen. Unternehmen müssen innovative Geschäftsmodelle entwickeln, die Mobilität, Arbeit und Freizeit miteinander verbinden, um diesen neuen Lebensstil zu unterstützen.

Gegentrend: Hauptwohnsitz

Teil der Megatrends:

Forced Renaissance bezeichnet den anhaltenden Druck auf die Tourismusindustrie, sich in Anbetracht globaler und lokaler Herausforderungen grundlegend zu wandeln und neu zu erfinden. Dieser Trend umfasst eine Vielzahl von Aspekten, einschließlich der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Entlohnung, der Implementierung von nachhaltigen Praktiken, der Nutzung von Technologie und Datenmanagement sowie der Anpassung an wirtschaftliche Veränderungen wie Inflation und steigende Zinsen. Es geht darum, sowohl die Qualität des touristischen Angebots als auch die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern, um so ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten. Die Forced Renaissance ist relevant für die gesellschaftliche Rolle des Tourismus, da sie einen Fokus auf soziale Werte und Nachhaltigkeit legt. Sie fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und eine gerechte Behandlung aller Akteure im Tourismussektor. Dies spiegelt das Streben nach sinnstiftenden Reiseerlebnissen wider, die Gemeinschaft und Verbundenheit fördern. Durch diesen Trend kann der Tourismussektor seinen gesellschaftlichen Wert herausstellen und zum gemeinschaftlichen Wandel beitragen.

Für Unternehmen im Tourismus bedeutet die Forced Renaissance eine Notwendigkeit zur kontinuierlichen Anpassung an wechselnde Rahmenbedingungen sowie zur Implementierung von Verbesserungsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen. Dies kann Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich bringen. Andererseits bietet es die Möglichkeit, sich als nachhaltiges und sozial verantwortliches Unternehmen zu positionieren und dadurch Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Verbände im Tourismus können eine wichtige Rolle bei der Förderung und Unterstützung dieses Trends spielen. Sie können ihre Mitglieder über neue Praktiken und Technologien informieren, Schulungen anbieten und den Austausch von Best Practices fördern. Darüber hinaus können sie politischen Einfluss nutzen, um Rahmenbedingungen zu verbessern und Investitionen in die Tourismusindustrie zu fördern.

Gegentrend: Krisenmentalität

Teil der Megatrends:

Work-Life-Blending ist eine Weiterentwicklung von Work-Life-Balance. Es geht dabei nicht mehr nur um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Vielmehr verschmelzen die beiden Bereiche ineinander, oft begünstigt durch flexible Arbeitszeiten und Technologie. Es ermöglicht ein räumlich und zeitlich selbstbestimmteres Arbeiten, kann aber Herausforderungen bezüglich der Trennung von Berufs- und Privatleben mit sich bringen.

Tourismus eröffnet einen Raum für das Work-Life-Blending Phänomen, indem er eine flexible Umgebung bietet, in der Arbeit und Freizeit koexistieren können. Dies geschieht meist in Zusammenhang mit Remote Work, wodurch das Arbeiten an beliebigen Orten erfolgen kann. Die Technologie spielt dabei eine Schlüsselrolle, indem sie die notwendige Konnektivität und Tools bereitstellt, um Kommunikation und Zusammenarbeit über Entfernungen hinweg zu ermöglichen.

In der Corona-Krise arbeiteten so viele Menschen im Homeoffice wie nie zuvor – Remote Work ist damit endgültig im Mainstream angekommen und mittlerweile sind manche Berufe örtlich bereits vollkommen losgelöst.

Für touristische Betriebe bedeutet dies, einerseits passende Angebote zu entwickeln, die Arbeit und Erholung kombinieren. Sie müssen Infrastrukturen und Services anpassen, um die Bedürfnisse von Gästen zu erfüllen, die Beruf und Freizeit verbinden möchten. Dies beinhaltet flexible Unterkünfte, Co-Working-Bereiche und technologische Lösungen wie Hochgeschwindigkeitsinternet und Smart-Home Lösungen, die sowohl Produktivität als auch Entspannung fördern.

Andererseits bietet Remote Work auch das Potential, neue Zielgruppen wie Digitalnomaden, Projektteams und fern arbeitende Fachkräfte anzuziehen. Auch wenn die physische Präsenz im Tourismus, speziell in der Hotellerie und Gastronomie häufig unerlässlich ist, kann sich die Branche ortsungebundenes Arbeiten beispielsweise in Bereichen wie Management, Marketing, Kund:innenservice und bei der Entwicklung digitaler Dienstleistungen durchaus zu Nutze machen.

Gegentrend: 9 to 5 Office

Teil der Megatrends:

Menschen suchen und finden Resonanzbeziehungen innerhalb sozialer Gruppen, die an Stammesstrukturen erinnern. Diese Neo-Tribes zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder sich frei für eine Zugehörigkeit entscheiden und sie häufig nur für bestimmte Lebensphasen oder Lebensbereiche relevant sind. Neo-Tribes sind Inseln der Gemeinschaft, die ähnlich wie der Hygge-Lebensstil Gefühle von Geborgenheit, Sicherheit und Vertrautheit vermitteln.

Neo-Tribes können für die Organisationsstruktur und das Produkt im Tourismus eine bedeutende Rolle spielen. Sie ermöglichen es, zielgerichtete Angebote zu schaffen, die auf die spezifischen Interessen und Werte dieser Gruppen abgestimmt sind. Die Identifikation der Kunden und Kundinnen mit einer Neo-Tribe kann dabei helfen, maßgeschneiderte Erlebnisse und Produkte zu entwickeln und anzubieten. Durch das tiefere Verständnis der Bedürfnisse und Wünsche bestimmter Neo-Tribes können touristische Unternehmen ihre Angebote optimieren, um so eine stärkere Bindung zu den Kunden aufzubauen und deren Zufriedenheit zu steigern.

Für Unternehmen und Verbände im Tourismus bedeutet dies, dass sie sich nicht nur auf traditionelle Zielgruppen konzentrieren sollten. Stattdessen sollten sie versuchen, die verschiedenen Neo-Tribes zu identifizieren, die möglicherweise an ihren Angeboten interessiert sind. Dies könnte beinhalten, neue Marketingstrategien zu entwickeln oder bestehende Angebote anzupassen, um diese spezifischen Gruppen besser anzusprechen. Durch die Konzentration auf Neo-Tribes haben touristische Unternehmen die Möglichkeit, sich von Wettbewerbern abzuheben und ihre Marktposition zu stärken.

Gegentrend: Zielgruppen

Teil der Megatrends:

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Die Zukunftsmap für den österreichischen Tourismus

Noch mehr zu den Trends und Megatrends, die unseren Tourismus beeinflussen.

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