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Neo-Ökologie
Nachhaltigkeit & wirtschaftlicher Wertewandel

Der Megatrend Neo-Ökologie spiegelt ein neues umweltbewusstes Werteset, das in jeden Bereich unseres Alltags hineinreicht. Ob Kaufentscheidungen, gesellschaftliche Handlungsmoral oder Unternehmensstrategien: Das Nachhaltigkeitsparadigma verändert die Verhaltens- und Sichtweisen der globalen Gesellschaft, der Kultur und der Politik – und richtet unternehmerisches Handeln sowie das gesamte Wirtschaftssystem fundamental neu aus.

Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit avancieren zunehmend vom individuellen Lifestyle und Konsumtrend zur gesellschaftlichen Bewegung – und zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor, der alle unternehmerischen Sphären beeinflusst. Konsumierende und Beschäftigte etablieren neue Logiken und Wertesysteme, „Umwelt“ im weitesten Sinne wird zur Grundlage einer neuen globalen Identität. Der Megatrend redefiniert die Werte der globalen Gesellschaft, der Alltagskultur und der Ökonomie.

Weitere Infos: Zukunftsinstitut – Megatrend Neo-Ökologie

Die Trends

Trends

Mit dem Einzug von Nachhaltigkeit in den Mainstream ist auch der Konsum von Bio-Produkten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dabei beschränkt sich der Trend nicht nur auf Lebensmittel, sondern erstreckt sich auch auf andere Bereiche wie Kleidung, Möbel und Kosmetik. Um die Glaubwürdigkeit von Bio-Produkten zu sichern, gibt es eine Vielzahl von Siegeln, Zertifikaten und Richtlinien. Dabei steht "Bio" nicht mehr nur noch für ökologische Motive und Moral, sondern inzwischen auch für höhere Qualität, bessere Kontrolle von Inhaltsstoffen und dadurch nicht zuletzt für mehr Genuss und Gesundheit.

Der ökologische Tourismus wird dabei maßgeblich durch Ökologie als neuen Wert im Konsumverhalten geprägt und ist somit von beiden Trends stark beeinflusst. Produkte in Gastronomie und Hotellerie, die ökologisch und lokal produziert werden, erfüllen nicht nur den Anspruch von grünem Reiseverhalten, sondern werden auch als hochwertiger und authentischer wahrgenommen. Gerade in Österreich geben sie den Reisenden das Gefühl, wirklich in die lokale Kultur einzutauchen und die echte Lebensweise in Symbiose mit der Natur erleben zu dürfen. „Responsibly made in this area“ erfüllt somit drei Funktionen gleichzeitig: es bedient Ansprüche an nachhaltigen Konsum, hebt den roten Faden eines authentischen österreichischen Tourismus hervor und erhöht die wahrgenommene Qualität des gesamten Reise-Erlebnisses.

Gegentrend: Discounter

Teil der Megatrends:

Das Berufs-, Freizeit- und Familienleben findet heutzutage oft unter starkem Zeitdruck statt. Eine hohe Flexibilität und ständige Erreichbarkeit werden ab einem gewissen Punkt als belastend empfunden. Daher suchen immer mehr Menschen in unserer schnelllebigen Gesellschaft nach Möglichkeiten der Entschleunigung, eines achtsameren und bewussteren Lebensstils und Konsums. Die Slow Culture etabliert sich.

Slow Travel ist dabei eine Art, dem Alltag zu entfliehen und sich Zeit und Raum für Ruhe und Regeneration zu nehmen. Pauschalurlaub, Wochenendtrips mit Billigfliegern und zweiwöchige Rundreisen durch Asien erzeugen zusätzlichen Aufwand und Mental Load und sind in turbulenten Zeiten oft nicht erwünscht. Entspannung und Achtsamkeit werden beim Reisen wieder genauso wichtig wie Neues erleben und sich vergnügen. Spätestens mit den Lockdowns während der Corona-Krise haben viele Menschen erkannt, dass Schnelligkeit und rund um die Uhr verfügbare Erreichbarkeit keinen Wert mehr haben, wenn sie auf Kosten einer gesunden Lebensführung gehen. Gleichzeitig ziehen sich Menschen aufgrund des zunehmenden Verschwindens von unberührter Natur immer mehr in die Ruhe der Natur zurück, sei es auch nur für ein paar Tage oder einen kurzen Urlaub. Dies wirkt sich auch auf die Wahl des Verkehrsmittels aus, um Nerven und Ressourcen zu schonen.

Für Unternehmen im Tourismus bedeutet dies, ein klares Angebot zu entwickeln, das es ermöglicht, komplett abzuschalten und sich der Entspannung hinzugeben. Dabei sollte jedoch nicht nur an traditionelle Hideaways in der Natur und Wellness-Oasen gedacht werden, sondern der Slow Travel Ansatz sollte auch als Option in anderen Reiseangeboten wie Städtereisen, Sightseeing und Sporturlauben Einzug halten. Zum Beispiel durch speziell dafür vorgesehene Rückzugsorte, Verkehrsmittel und entschleunigte Programme.

Gegentrend: Rat Race

Teil der Megatrends:

Ein Trend im Konsumverhalten ist Regionalisierung. Dieser Trend gibt lokalen Erzeugenden und Produkten den Vorzug vor globalen Produktionen. Besonders durch die Covid-19-Pandemie, aber auch durch den Fokus auf CO₂- Reduktion in der Logistik, wurde die Rückbesinnung auf die direkte Umgebung stark vorangetrieben. Dabei geht es jedoch nicht mehr um rein wirtschaftliche und ökologische Aspekte, sondern auch zunehmend um soziokulturelle Faktoren. Auf der Suche nach mehr Verbindung zum eigenen Lebensraum und mehr Wir-Kultur treten Menschen wieder in Austausch mit ihrer unmittelbaren Umgebung und suchen nach Wegen diese zu nutzen und zu fördern.

Der ökologische Tourismus wird dabei maßgeblich durch Ökologie als neuen Wert im Konsumverhalten geprägt und ist somit von beiden Trends stark beeinflusst. Produkte in Gastronomie und Hotellerie, die ökologisch und lokal produziert werden, erfüllen nicht nur den Anspruch von grünem Reiseverhalten, sondern werden auch als hochwertiger und authentischer wahrgenommen. Gerade in Österreich geben sie den Reisenden das Gefühl, wirklich in die lokale Kultur einzutauchen und die echte Lebensweise in Symbiose mit der Natur erleben zu dürfen. „Responsibly made in this area“ erfüllt somit drei Funktionen gleichzeitig: es bedient Ansprüche an nachhaltigen Konsum, hebt den roten Faden eines authentischen österreichischen Tourismus hervor und erhöht die wahrgenommene Qualität des gesamten Reise-Erlebnisses.

Gegentrend: Expansion

Teil der Megatrends:

Einerseits sind die Weltwirtschaft und Kulturen immer stärker miteinander verzahnt, andererseits gewinnen lokale Identitäten und Traditionen wieder an Bedeutung. Das Ergebnis ist eine Glokalisierung: Eine Verschmelzung von globalen und lokalen Einflüssen. Dieser Prozess beeinflusst alle Bereiche von Wirtschaft, Politik und Kultur und stellt eine Reaktion auf die Herausforderungen und die oft als bedrohlich empfundene Homogenität der Globalisierung dar. Dabei gewinnen lokale Identitäten, Traditionen und Besonderheiten in einer Welt der Globalisierung stark an Bedeutung. Die Glokalisierung hat direkte Auswirkungen auf die gesellschaftliche Rolle des Tourismus. Sie fördert das Bewusstsein für lokale Kulturen und Traditionen, die durch den Tourismus international anerkannt und wertgeschätzt werden können. Damit erweitert sie das Verständnis von Vielfalt und fördert den interkulturellen Austausch, was letztlich zu mehr Toleranz und Offenheit in der Gesellschaft beitragen kann. Gleichzeitig ermöglicht sie es Reisenden, authentische und einzigartige Erfahrungen zu sammeln, die nicht nur auf Sehenswürdigkeiten, sondern auch auf dem Kennenlernen der lokalen Kultur basieren.

Für Unternehmen und Verbände im Tourismus bedeutet Glokalisierung eine Chance und Herausforderung zugleich. Sie müssen ihre Angebote anpassen, um sowohl globale Trends als auch lokale Besonderheiten zu berücksichtigen. Das kann beispielsweise durch nachhaltige Reiseangebote geschehen, die lokale Gemeinschaften unterstützen oder durch Maßnahmen zur Erhaltung lokaler Traditionen und Kulturen. Es bedeutet auch, dass Touristikunternehmen ihre Kunden besser verstehen müssen, um individuelle Reiseerlebnisse anzubieten, die den Wünschen nach Authentizität und Einzigartigkeit gerecht werden.

Gegentrend: Global Citizen

Teil der Megatrends:

Forced Renaissance bezeichnet den anhaltenden Druck auf die Tourismusindustrie, sich in Anbetracht globaler und lokaler Herausforderungen grundlegend zu wandeln und neu zu erfinden. Dieser Trend umfasst eine Vielzahl von Aspekten, einschließlich der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Entlohnung, der Implementierung von nachhaltigen Praktiken, der Nutzung von Technologie und Datenmanagement sowie der Anpassung an wirtschaftliche Veränderungen wie Inflation und steigende Zinsen. Es geht darum, sowohl die Qualität des touristischen Angebots als auch die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern, um so ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten. Die Forced Renaissance ist relevant für die gesellschaftliche Rolle des Tourismus, da sie einen Fokus auf soziale Werte und Nachhaltigkeit legt. Sie fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und eine gerechte Behandlung aller Akteure im Tourismussektor. Dies spiegelt das Streben nach sinnstiftenden Reiseerlebnissen wider, die Gemeinschaft und Verbundenheit fördern. Durch diesen Trend kann der Tourismussektor seinen gesellschaftlichen Wert herausstellen und zum gemeinschaftlichen Wandel beitragen.

Für Unternehmen im Tourismus bedeutet die Forced Renaissance eine Notwendigkeit zur kontinuierlichen Anpassung an wechselnde Rahmenbedingungen sowie zur Implementierung von Verbesserungsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen. Dies kann Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich bringen. Andererseits bietet es die Möglichkeit, sich als nachhaltiges und sozial verantwortliches Unternehmen zu positionieren und dadurch Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Verbände im Tourismus können eine wichtige Rolle bei der Förderung und Unterstützung dieses Trends spielen. Sie können ihre Mitglieder über neue Praktiken und Technologien informieren, Schulungen anbieten und den Austausch von Best Practices fördern. Darüber hinaus können sie politischen Einfluss nutzen, um Rahmenbedingungen zu verbessern und Investitionen in die Tourismusindustrie zu fördern.

Gegentrend: Krisenmentalität

Teil der Megatrends:

Neue Dimensionen der Wertschöpfung abseits des Denkens in Wachstum und Profitmaximierung rücken in den Vordergrund: sozialer Mehrwert, Nachhaltigkeit, eine glückliche Mitarbeiterschaft, gesellschaftlicher Fortschritt. Unternehmen, die in Zeiten erfolgreich sein wollen, in denen viele dem Wachstum zunehmend kritisch gegenüberstehen, müssen diese neuen Wertvorstellungen der Sinn-Ökonomie selbst leben und vorantreiben. Die Sinn-Ökonomie spielt eine wesentliche Rolle für die gesellschaftliche Position des Tourismus, da sie die Branche dazu ermutigt, über traditionelle monetäre Gewinne hinaus zu denken und zu handeln. Dies umfasst die Entwicklung von Geschäftsmodellen, die auf sozialer Gerechtigkeit, Umweltschutz und kultureller Vielfalt basieren. Durch sinnvolle Reiseerfahrungen können Urlauber:innen und Gastgeber:innen gleichermaßen menschlich profitieren, indem sie neue Perspektiven gewinnen, Verständnis für andere Kulturen entwickeln und einen positiven Beitrag zur lokalen Gemeinschaft leisten.

Für Unternehmen und Verbände im Tourismus bedeutet dies eine grundlegende Neuausrichtung ihrer Strategien und Aktivitäten. Sie sind aufgefordert, sich nicht nur auf Umsatzsteigerung und Marktwachstum zu konzentrieren, sondern auch auf die Schaffung sinnvoller Erfahrungen für ihre Kunden sowie auf ihren Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt. Dies kann durch Partnerschaften mit lokalen Gemeinschaften, nachhaltige Geschäftspraktiken oder innovative Dienstleistungen erreicht werden, die den Wert des Reisens jenseits des reinen Konsums betonen. Letztlich kann diese Fokussierung auf Sinn-Ökonomie dazu beitragen, dass der Tourismussektor als verantwortungsbewusster Akteur in der Gesellschaft wahrgenommen wird.

„Im Kontext einer Sinn-Ökonomie geht es darum, über qualitätsvolle, authentische Tourismusangebote Beziehungen zu Menschen herzustellen und zu gestalten.

Gegentrend: Profit only

Teil der Megatrends:

Regenerativer Tourismus ist ein Trend für nachhaltigen und ökologischen Tourismus, der Umweltschutz, lokale Wirtschaftsförderung und Erhalt des kulturellen Erbes verbindet. Dabei soll er nicht nur schadlos, sondern sogar förderlich für die Destination sein. Im ökologischen Tourismus gewinnt der regenerative Tourismus an Bedeutung. Dieser fördert Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Fairness. Ziel ist es, touristische Aktivitäten so zu gestalten, dass sie Ökosysteme regenerieren, lokale Gemeinschaften unterstützen und authentische kulturelle Erlebnisse bieten.

Für Unternehmen in diesem Sektor bedeutet dies, nachhaltige und gleichzeitig attraktive Angebote zu schaffen, was einen Bewusstseinswandel in Richtung Nachhaltigkeit erfordert. Unternehmen sollten Nachhaltigkeit fest in ihrer Strategie verankern, Betriebsabläufe überprüfen und umweltschonende Maßnahmen einführen. Authentische Nachhaltigkeitsinitiativen sind entscheidend, ebenso die Einbindung und Schulung der Mitarbeitenden. Die Kommunikation mit Gästen sollte transparent sein und "Overtourism" vermieden werden. Der regenerative Tourismus bringt also Chancen, erfordert aber einen grundlegenden Wandel in der Tourismusgestaltung.

„In den letzten Jahren wurden mehrere Maßnahmen zur Vermeidung von übermäßigem Tourismus und zur Förderung der Nachhaltigkeit ergriffen. Einige von ihnen zielen darauf ab, die Aktivitäten auf lokale Akteure zu beschränken.“

Gegentrend: Overtourism

Teil der Megatrends:

Green Pressure bezeichnet den deutlich zunehmenden Druck auf Unternehmen, Politik und Gesellschaft, nachhaltiger zu werden und sich dem Klimawandel entgegenzustellen. Es handelt sich um einen Mix aus gesellschaftlichen Forderungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und Marktbedingungen. Die Notwendigkeit für Unternehmen, grüner zu werden, ist dabei nicht nur moralisch geboten, sondern wird auch wirtschaftlich immer relevanter. Obwohl Nachhaltigkeit als eigenständiger Wert im Bewusstsein der breiten Gesellschaft angekommen ist, ist Green Pressure der ausschlaggebende Hebel, der Branchen und Unternehmen zum Umdisponieren bringt. So entsteht auch das Handlungsfeld für ökologischen Tourismus vor allem aus extrinsischen Anreizen aus Nachfrage und Schuldzuweisungen.

Österreichischer Tourismus ist prädestiniert dafür, Ökologie und Nachhaltigkeit in seine Verkaufsgeschichte einzubauen, da er eng mit der Natur und der Wildnis verbunden ist. Das Land bietet eine beeindruckende Vielfalt an atemberaubenden Landschaften, von den majestätischen Alpen bis zu den malerischen Seen und Wäldern. Diese natürliche Schönheit zieht jedes Jahr Millionen von Reisenden an und drängt geradezu dazu respektiert und konserviert zu werden. Unternehmen und Tourismusanbieter, die sich dem Green Pressure nicht anpassen, riskieren, von Kundschaft, Investoren und auch Talenten abgestraft zu werden. Dabei ist es nicht mehr ausreichend, nur „grüne“ Produkte anzubieten und große Umweltschäden zu unterlassen, sondern die gesamte Unternehmensstrategie auf die langfristige Öko-Frage auszurichten.

„Finanzkennzahlen werden immer mehr an nachhaltigen Kriterien gemessen. Die Wettbewerbsfähigkeit wird sich somit künftig in innovativen Klimaschutzaktivitäten und Verbesserungsstrategien für ressourcenschonendes Wirtschaften spiegeln."

Gegentrend: Activist Agenda

Teil der Megatrends:

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Noch mehr zu den Trends und Megatrends, die unseren Tourismus beeinflussen.

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