
Belgien
Der Tourismusausblick
Einleitung
Stand Oktober 2026
Die Belgier:innen gehen vorsichtig in den Winter: Die Inflation ist hoch, das Reisebudget sinkt, und es wird spontaner sowie selbst organisiert gereist. Der Skiurlaub wird jedoch fest eingeplant, und wer fährt, bucht früh. Für Österreich wird die Konkurrenz durch Frankreich und die italienischen Alpen spürbar stärker.
Wirtschaft & Gesellschaft
Die Inflation stieg im September 2026 auf 4,69%. Haupttreiber waren die Energiepreise, die sich innerhalb eines Jahres um rund 24% verteuert haben. (Statbel, Consumptieprijsindex)
Das Verbraucher:innenvertrauen ging im September zurück (NBB, 22.09.2026). Auch die Winterpotenziale-Studie der ÖW zeigt, dass der Anteil der Pessimist:innen gestiegen ist. 23% fühlen sich durch die Preise sehr belastet, ebenso viele wie im Vorjahr. (Österreich Werbung & NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Real steigen die Löhne heuer nur um 0,89%. 38% der Beschäftigten erhalten nicht mehr als die Indexierung. (Brussels Times/Randstad, 28.09.2026)
Tourismus & Trends
3,27 Mio. Belgier:innen wollen bis Jahresende noch verreisen, haben aber noch nicht gebucht. Dies entspricht einem Rückgang von 6,6% im Vergleich zum Vorjahr und dem tiefsten Wert seit 2022. Das Reisebudget sinkt um 12% auf 927 Euro pro Person. (ABTO Travel Intentions Summary Q3 2026, NielsenIQ, 27.08.2026)
Statt Pauschalreisen wird selbst organisiert und online gebucht: 76% stellen ihre Reise selbst zusammen (Vorjahr 62%), 81 % buchen online (66%). (ABTO Travel Intentions Summary Q3 2026, NielsenIQ, 27.08.2026)
Beim Skiurlaub wird hingegen früh gebucht: Der Reiseveranstalter Sunweb meldet bei belgischen Kund:innen 11 % mehr Buchungen, im Schnitt 194 Tage vor der Abreise (Sunweb via TravMagazine, 02.10.2026). Mit 29 bis 31% vollständig gebuchter Winterreisen liegt Belgien unter den Spitzenmärkten. (Österreich Werbung & NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel: 49% der Belgier:innen mit noch ungebuchten Reiseplänen wollen mit dem Auto fahren (Vorjahr 44%), 38% bevorzugen das Flugzeug und nur 6% die Bahn. (ABTO Travel Intentions Summary Q3 2026, NielsenIQ, 27.08.2026) Für Winterreisen nutzen nur 17% die Bahn, der niedrigste Wert unter allen Märkten. (Winterpotenziale 2026/27)
Urlaub in Österreich
Das Potenzial für Urlaub in Österreich wächst: Für 59% der flämischen Reiseplanenden ist ein Österreich-Urlaub fest geplant, ziemlich sicher oder grundsätzlich denkbar (Vorjahr 54%). Das sind rund 2,3 Mio. Personen (Vorjahr 2,1 Mio.). (Österreich Werbung & NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Beim Skiurlaub verliert Österreich an Bedeutung: 31% der flämischen Skiurlaubplanenden wollen diesen Winter in Österreich Ski fahren (Vorjahr 53%). Frankreich liegt mit 54% nun vorn. (Österreich Werbung & NIT, Winterpotenziale 2026/27) Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den flämischen Kund:innen des Reiseveranstalters Sunweb: Dort sank der Anteil Österreichs auf 42,2% (Vorjahr 44%), während Frankreich auf 53,1% stieg. (Sunweb via TravMagazine, 02.10.2026)
Bei den Alpenzielen ist die Konkurrenz eng: Für 60% der flämischen Reiseplanenden kommen die italienischen Alpen infrage oder sind fest geplant, für 59% Österreich und für 57% die französischen Alpen. (Österreich Werbung & NIT, Winterpotenziale 2026/27)
43% der flämischen Reisenden, die einen Österreich-Urlaub planen, suchen vor allem Erholung in einer Winterlandschaft und keinen Wintersport. Auch Kulinarik- und Genussurlaub nennen die flämischen Urlauber:innen mit 26% häufiger als alle anderen. (Österreich Werbung & NIT, Winterpotenziale 2026/27).
Die Inflation ist hoch, das Reisebudget sinkt, und es wird spontaner sowie selbst organisiert gereist.
Der Skiurlaub wird jedoch fest eingeplant, und wer fährt, bucht früh.
Das Potenzial für Urlaub in Österreich wächst.
Für Österreich wird die Konkurrenz durch Frankreich und die italienischen Alpen spürbar stärker.
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Einleitung
So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten