
Frankreich
Der Tourismusausblick
Einleitung
Stand Oktober 2026
Frankreichs Wirtschaft stagniert, die Inflation steigt und das Verbrauchervertrauen bleibt gedämpft. Die französische Bevölkerung möchte weiterhin verreisen, achtet aber stärker aufs Budget – Österreich kann als nahes, sicheres Ziel mit klarem Mehrwert überzeugen. Für den Winter 2026/2027 sprechen konkrete Signale für eine positive Entwicklung.
Wirtschaft & Gesellschaft
Wachstum: Die Banque de France hat die Wachstumsprognose von ursprünglich 1% auf 0,4% korrigiert. Für 2027 (0,9%) und 2028 (1,2%) wird wieder eine Beschleunigung des Wachstums erwartet.
Inflation: Die Inflation stieg im September auf 3% (August: 2,4%), den höchsten Wert seit Februar 2024. Treiber sind vor allem die Energiepreise (+21,2%) infolge des Iran-Kriegs.
Konsumklima: Laut Insee hat sich das Verbraucher:innenvertrauen nach dem Tief im Frühjahr 2026 bei 86 Punkten stabilisiert. Die Sparquote der Haushalte ist weiterhin hoch. Diese Reserven fließen erfahrungsgemäß in Privatkonsum und Reisen, sobald sich die Stimmung verbessert.
Gesellschaftlicher Stimmungsbarometer: Die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten verstärken das Bedürfnis nach Kaufkrafterhalt und Stabilität. Innenpolitisch bleibt die Lage angespannt: Der Haushaltsentwurf 2027 sieht Einsparungen von 43 Mrd. Euro vor. Die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 wird von Reiseveranstaltern als zusätzliche Unbekannte genannt.
Tourismus & Trends
Die Reiselust bleibt groß: Der Trend geht eindeutig zu gut erreichbaren, nahe gelegenen europäischen Zielen statt zu Fernreisen.
Sicherheit, Budget und Flexibilität sind für 90% der französischen Gäste wesentliche Entscheidungskriterien. Nahe gelegene, stabile Reiseziele werden vorrangig gebucht. 78% der französischen Bevölkerung sagen, die Inflation beeinflusse ihre Reiselust.
Das Buchungsverhalten bleibt dynamisch: Eine frühzeitige, flexible Planung und spontane Last-minute-Entscheidungen bestehen nebeneinander. Letztere nahmen angesichts geopolitischer Unsicherheiten zu. Bei den Reiseveranstaltern (Seto) brachen die Buchungen von März bis Mai wegen des Nahost-Konflikts um rund 20% ein. Last-minute-Buchungen ab Juni begrenzten den Rückgang für das Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,4%. Fernreisen verloren deutlich (USA -25,5%).
Positive Frühindikatoren für den Winter: Reiseveranstalter zeigen einen relativen Optimismus. Für die Wintersaison 2026/27 verzeichnete die Branche Ende August rund ein Fünftel des Buchungsvolumens (+1,7%). Frankreich selbst legte bei den Reservierungen um 8% zu, Urlaub in den Bergen war der Haupttreiber. Der durchschnittliche Buchungswert stieg um 4,7%, was darauf hinweist, dass französische Gäste bereit sind, für Qualität zu zahlen, anstatt grundsätzlich zu sparen.
Urlaub in Österreich
Österreich als „sicherer Hafen“: Die wachsende Nachfrage nach sicheren, gut erreichbaren Nahzielen kommt Österreichs Stärken unmittelbar zugute: geografische Nähe, stabile Rahmenbedingungen und erprobte Infrastruktur.
Frankreich ist ein verlässlicher Markt: Mit 1,7 Mio. Nächtigungen (Platz 11 der Herkunftsmärkte) weist Frankreich seit 15 Jahren ein stabiles Volumen sowie eine ausgewogene Saisonverteilung (58% Sommer, 42% Winter) auf. Der Winteranteil ist strukturell fest verankert.
Größter Wachstumshebel – Bekanntheit: 36% der französischen Bevölkerung kennen Österreich nur dem Namen nach, obwohl das Produktangebot (alpine Outdoor-Aktivitäten, Hochkultur, Authentizität, Sicherheit) sehr gut passt. Besonders bei der jungen Zielgruppe (Gen Z: über 12 Mio. Personen in Frankreich) liegt großes, noch kaum erschlossenes Potenzial.
Gute Erreichbarkeit: Es bestehen ausgezeichnete Direktflugverbindungen nach Wien ab den großen französischen Städten (Paris, Lyon, Marseille, Nizza) sowie eine gute Bahnanbindung in den Westen (Lyria/TGV Paris–Innsbruck in 7,5 Stunden via Zürich). Mit dem Auto erreicht man Österreichs westliche Bundesländer aus Ostfrankreich bzw. dem Elsass in fünf Stunden.
Aktivitäten im Winterurlaub – Kultur & Wintersport: Knapp 40% der französischen Österreich-Gäste kommen im Winter für Ski-/Wintersport, rund die Hälfte für Städtetourismus, Weihnachtsmärkte und Kultur. Damit bedient Österreich gleichzeitig zwei starke Nachfragesegmente.
Quellen
Banque de France: Projections macroéconomiques intermédiaires (September 2026)
Insee: Enquête de conjoncture auprès des ménages (September 2026)
IFTM: Dossier „Tendances tourisme 2026“ (September 2026)
SETO: Pressekonferenz vor IFTM (14. September 2026, via AFP/Boursorama)
MisterTravel: „Une année en demi-teinte pour les tours opérateurs“ (15. September 2026)
TourMag: Congrès EDV 2026 / IFTM 2026 (Protourisme, Didier Arino)
TourMag: Bilan de Seto (14. September 2026)
TourMag: Budget, securité, destinations (29. April 2026)
Österreich Werbung: Markt Frankreich – Daten, Trends, Potenziale, T-Mona
KI-Recherche (Claude Anthropic - Österreich Werbung)
Stagnierende Wirtschaft
Hohe Sparquote
Aber große Reiselust mit dynamischem Buchungsverhalten.
Sicherheit, Budget und Flexibilität sind wichtig.
Positive Entwicklung für Österreich-Urlaub erwartet.

Einleitung
So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten