
Frankreich
Der Tourismusausblick
Einleitung
Stand April 2026
Wirtschaft & Gesellschaft
Vor dem Hintergrund ökologischer Transformation und geopolitischer Unsicherheiten ist Frankreichs Sozialklima von dem Wunsch nach Stabilität und Kaufkrafterhalt geprägt. Öffentliche Debatten konzentrieren sich auf industrielle Souveränität, Staatsfinanzen und territoriale Ungleichheiten. Gleichzeitig beschleunigen Unternehmen ihre digitale und energetische Transformation.
Frankreichs Wirtschaft zeigt sich resilient. Für das Jahr 2026 prognostiziert die Banque de France ein Konjunkturwachstum von 0,9–1,2%, eine Arbeitslosenquote von 7,5% und eine Inflationsrate von 1,7%. Trotz einer hohen Sparquote der Haushalte zeigt sich der Privatkonsum verhalten, hat jedoch längerfristig Potenzial für spätere Ausgaben, was sich erfahrungsgemäß positiv auf das Reiseverhalten auswirkt.
Die Entwicklungen im Nahen Osten werden laufend evaluiert: Steigende Energiepreise und mögliche Störungen der Lieferketten könnten die Inflation erneut vorantreiben, die Kaufkraft belasten und die wirtschaftliche Dynamik dämpfen. (Quellen: Banque de France (Projections macroéconomiques), INSEE (Comptes nationaux), einschlägige Wirtschaftspublikationen)
Tourismus & Trends
Positive Aussichten für das Jahr 2026: Marktanalysen gehen von einer stabilen bis leicht steigenden Reisetätigkeit aus. Zugleich gibt es eine strukturelle Verschiebung der Nachfrage hin zu europäischen und nahe gelegenen Destinationen, während Fernreisen selektiver nachgefragt werden. Sicherheitslage, geopolitische Spannungen und klimatische Bedingungen beeinflussen die Wahl des Reiseziels. In diesem Kontext stellt das starke Image Österreichs als sichere Nahdestination einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil dar.
Veränderte Reiseformate: Französische Reisende bevorzugen einfache Abläufe entlang der Customer-Journey. Durch die digital einfach vergleichbaren Informationsplattformen entwickeln sie eine Präferenz für modular kombinierbare Angebote. Zudem zeichnet sich eine Tendenz zu häufigeren Reisen in kürzeren Abständen ab, von der Österreich auch, was Zweit- und Dritturlaube angeht, profitieren.
Neue Erwartungen: Individualisierte und sinnstiftende Reiseerlebnisse stehen im Vordergrund. Besonders gefragt sind kulturelle Angebote, Erholung und Wohlbefinden sowie lokale Kulinarik. Nachhaltige und entschleunigte Reiseformen gewinnen weiter an Bedeutung. Der Wertewandel hin zu mehr Erlebnisorientierung, Authentizität und Umweltbewusstsein prägt die Nachfrage.
Buchungs- und Mobilitätsverhalten: Steigende Transportkosten führen zu einer stärkeren Fokussierung auf gut erreichbare und als stabil wahrgenommene Destinationen. Dies beeinflusst Buchungsstrategien und Reiseentscheidungen. Die Tendenz geht einerseits zu einer sehr frühzeitigen, jedoch flexiblen und anderseits zu einer relativ kurzfristig Reiseplanung. (Quellen: Kantar Media 2026; EDV/Observatoire des Entreprises du Voyage 2026, Ministère de l’Économie – Veille Tourisme, Criteo Travel Report 2026)
Urlaub in Österreich
Österreich bietet alle bevorzugten Urlaubsaktivitäten französischer Gäste. Zudem verbindet Frankreich und Österreich eine historisch-kulturelle Beziehung, die französische Besucher:innen besonders interessiert. Andererseits kennen vor allem die jungen Generationen Österreich als sportlich attraktive Urlaubsdestination noch viel zu wenig. Hier bestehen große Chancen, sich bei einer neuen, vielversprechenden Zielgruppe zu positionieren.
Frankreich ist ein sehr stabiler Herkunftsmarkt. 2025 trug es mit 1,7 Millionen Nächtigungen und 552 400 Ankünften zum Gesamtergebnis des österreichischen Tourismus bei und belegte Platz 11 im internationalen Herkunftsranking. Hervorzuheben sind das hohe Auslandsreise-Potenzial sowie die überdurchschnittlich hohen Tagesausgaben der französischen Gäste. Mit 55 Millionen Auslandsreisen pro Jahr ist Frankreich der drittwichtigste Auslandsreisemarkt Europas.
Kultur und Natur, alle Formen aktiver Erholung, Nachhaltigkeit, Kulinarik und authentischer Erlebnisse sind zentrale Themen bei der Urlaubsplanung. Die geografische Nähe und die gute Erreichbarkeit Österreichs sind ein wesentlicher strategischer Vorteil für die Marktbearbeitung.
Aus allen Großstädten Frankreichs bestehen ausgezeichnete direkte Flugverbindungen nach Wien mit Zuganbindung in die Bundesländer. Die Kombination verschiedener Verkehrsmittel, insbesondere Flugzeug und Bahn, bleibt zentral. Im Sommer reisen französische Gäste auch häufig mit dem eigenen Auto an. Der regionsweise gestaffelte französische Ferienkalender mit über 16 Wochen Schulferien bietet ideale Ansatzpunkte für eine Saisonentzerrung und eine Förderung des Ganzjahrestourismus.
Sowohl Reiseveranstalter mit Sitz im Raum Paris, die landesweit tätig sind, als auch speziell jene im Raum Elsass sehen gute Chancen, ihr Österreich-Programm zu erweitern. Sie sind offen für neue Themen, Partnerregionen, Incomingpartner, Kultur- und Freizeitorganisationen und Betriebe in Österreich.
Frankreichs Wirtschaft zeigt sich resilient.
Marktanalysen gehen von einer stabilen bis leicht steigenden Reisetätigkeit aus.
Französische Reisende bevorzugen einfache Abläufe entlang der Customer-Journey.
Steigende Transportkosten führen zu einer stärkeren Fokussierung auf gut erreichbare und als stabil wahrgenommene Destinationen.
Kultur und Natur, alle Formen aktiver Erholung, Nachhaltigkeit, Kulinarik und authentischer Erlebnisse sind zentrale Themen bei der Urlaubsplanung.

Einleitung
So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten