
Italien
Der Tourismusausblick
Einleitung
Stand Oktober 2026
Italiens Wirtschaft und Verbraucher:innenvertrauen verbessern sich, und die Reiselust bleibt hoch. Da sichere, nahe Reiseziele gefragt sind, ist Österreich für den Winter gut positioniert.
Wirtschaft & Gesellschaft
Die Konjunktur überrascht positiv: Das BIP wuchs im zweiten Quartal 2026 um 0,2% zum Vorquartal und 1% zum Vorjahr. Grundlage hierfür sind Konsum und Investitionen im Rahmen des Plans für Wiederaufbau und Resilienz (PNRR). Die OECD hob ihre Prognose für 2026 von +0,5% auf +0,9% an.
Die Inflation stieg im August auf 3,3% (Juli: 2,9%), insbesondere aufgrund steigender Energiepreise (+17%). Ursache ist die Krise um die Straße von Hormus: Europäisches Gas kostete Anfang September mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Für Haushalte mit indexierten Tarifen drohen bis Jahresende Mehrkosten von bis zu 40%.
Der Arbeitsmarkt bleibt robust: Im Juli waren 24,37 Mio. Menschen beschäftigt, was einem Zuwachs von 307.000 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,8%. Das Verbraucher:innenvertrauen stieg im August zum zweiten Mal in Folge auf 94,5 Punkte.
Quellen: Istat – Conti economici trimestrali II/2026, ANSA, 23.09.2026, ANSA, 16.09.2026 (Istat bestätigt Schätzung), ECCO – Crisi nello Stretto di Hormuz, Teleborsa/Borsa Italiana, 03.09.2026, Istat – Occupati e disoccupati Luglio 2026 (PDF), ANSA, 28.08.2026
Tourismus & Trends
Die Italiener:innen reisen häufiger und kürzer: 69% planen Kurzreisen, 52% einen Urlaub ab einer Woche. Im September verreisten rund 10 Mio. Italiener:innen mit einem durchschnittlichen Budget von 760 Euro.
Gefragt sind sichere und gut erreichbare Ziele. Nach einem schwachen Frühjahr aufgrund des Iran-Kriegs erholt sich die Nachfrage seit Juni, für den Sommer 2026 erwartet ASTOI, der größte Dachverband der Reiseveranstalter in Italien, dennoch ein Umsatzminus von 5%. Gebucht wird zunehmend kurzfristiger. Die Ausgaben für Reisen in EU-Länder stiegen im ersten Halbjahr um 2,8%, getragen von höheren Pro-Kopf-Ausgaben.
Das Skiverhalten verändert sich. Statt der klassischen „settimana bianca“ fahren Italiener:innen öfter, dafür kürzer, und probieren neue Destinationen aus. Eine Skiwoche kostete 2025/26 im Schnitt 1545 Euro (+6,3%).
Winter heißt zunehmend mehr als nur Skifahren. Mit 4,32 Mio. Schneesportler:innen (+2,6%) wurde ein Höchststand erreicht. Skitouren (+15,2%) und Langlauf (+14,8%) wachsen am stärksten, die sogenannten „Slons“ (Schneeliebhaber ohne Ski) bilden ein eigenes Segment. 74,4% suchen ruhige Orte, vor allem die kaufkräftigen 50- bis 65-Jährigen.
Kultur- und Städtereisen bleiben ein Kernmotiv. Im September verreisten rund 10 Mio. Italiener:innen, 26% davon in Kunststädte. Für November bis Februar liegen Paris, London, Barcelona und Amsterdam bei den Buchungen vorn.
Quellen: GuidaViaggi – Confturismo/SWG, 27.07.2026, Corriere Etneo – Confturismo/SWG, 30.08.2026, Pambianco Hotellerie, 13.07.2026, Pambianco Hotellerie – Banca d'Italia, 15.09.2026, L'Agenzia di Viaggi Magazine – JFC, 04.11.2025, Il Nordest – JFC 2025/26 und Outdoor Magazine 11/2025 (PDF)
Urlaub in Österreich
Einflussfaktoren: Österreich punktet in unsicheren Zeiten als sicheres, nahes und vertrautes Reiseziel. Steigende Reise- und Energiekosten führen zu mehr Preissensibilität bei Italiener:innen, weshalb Qualität und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend sind. Buchungen erfolgen weiterhin eher kurzfristig.
Verkehr: Die Bahn gewinnt an Bedeutung. Dank der Koralmbahn verbindet ein direkter Railjet Triest über Udine, Villach, Klagenfurt und Graz mit Wien in rund 6,5 statt bisher über 9 Stunden. Nachtzüge fahren direkt nach Wien, und ab Sommer 2027 verkehrt der Frecciarossa über Innsbruck nach München. SkyAlps fliegt auch im Winter Rom–Klagenfurt/Salzburg. Für die Anreise per Auto bleibt die Brennerroute wegen der Baustelle Luegbrücke ein Planungsthema.
Reiseveranstalter: Die Nachfrage nach Österreich wird als positiv eingeschätzt. Gefragt sind Städte, Kultur, Advent und Silvester sowie bereits für das nächste Frühjahr Gruppen- und Schulreisen. Neue Destinationen in Österreich ergänzen die Programme, wobei Service und Gastfreundschaft weiterhin zentrale Erfolgsfaktoren sind.
Steigendes Verbrauchervertrauen ist feststellbar.
Kürzere, aber dafür mehr Reisen geplant.
Mehr Schneesportler:innen
Kultur- und Städteurlaub sind weiterhin gefragt.
Das kurzfristige Buchen bleibt.
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Einleitung
So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten