Eine Hand hält einen schwebenden Globus mit Lichtpartikeln, unscharfer Stadthintergrund.

Kroatien
Der Tourismusausblick

Von Wirtschaft bis Urlaubstrends: Die aktuellen Insights aus Kroatien

Stand Oktober 2026

Kroatien startet mit einem Arbeitsmarkt auf Rekordniveau, aber der höchsten Inflation seit Monaten in den Winter 2026/27. Österreich ist eine beliebte Skidestination für die kroatische Bevölkerung, muss sich aber auf einen neuen Schulferienkalender einstellen, der die traditionelle „kroatische Skiwoche“ auflöst und stattdessen ein zusätzliches Buchungsfenster im Februar 2027 öffnet.3,4,6

Wirtschaft & Gesellschaft

  • Wachstum verliert an Tempo, bleibt aber über dem EU-Schnitt: Das BIP stieg im zweiten Quartal 2026 um 1,7% im Vergleich zum Vorjahr, nach +2,2% im ersten Quartal; Treiber waren der schwächere Privatkonsum (+0,5%) und Investitionen (+1,7%). Die Europäische Kommission erwartet für das Jahr 2026 ein Plus von 2,7% und für 2027 von 2,5% – jeweils über dem EU-Durchschnitt.1,2

  • Inflation bleibt das beherrschende Thema: Im August 2026 lagen die Verbraucher:innenpreise 4,1% über dem Vorjahresmonat; Energie verteuerte sich um 17,4%, Dienstleistungen um 7,2%. Die EU-Kommission rechnet für 2026 im Jahresschnitt mit 4,6% und erst für 2027 mit einem Rückgang auf 2,7% Inflation.2,3

  • Arbeitsmarkt und Reallöhne stützen die Reisebudgets: Die Zahl der registrierten Arbeitslosen lag im Juni 2026 um 15,2% unter dem Vorjahr, die Arbeitslosenquote erreichte mit 3,3% einen historischen Tiefstand. Der durchschnittliche Nettolohn betrug 1555 Euro – nominal +7,7% und real +3,1% gegenüber Juni 2025. Die einkommensstärkere Kernzielgruppe für Winterurlaub bleibt damit zahlungskräftig, während der Fachkräftemangel branchenübergreifend eine Herausforderung bleibt.1,4

  • Umweltrisiken und Institutionenvertrauen bestimmen die öffentliche Debatte: Der Fund von rund 37 000 Tonnen Abfall in der Region Lika – mit PFAS-Nachweisen im Grundwasser – führte am 5. September 2026 zu einer Großdemonstration in Zagreb. Parallel dazu prägten Dürre und schwere Waldbrände entlang der dalmatinischen Küste, am stärksten in Omiš, den Sommer.5

Tourismus & Trends

  • Neuer Schulferienkalender verschiebt das gesamte Winterreisefenster: Das Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Jugend hat die Winterferien 2026/27 wieder zweigeteilt – der erste Teil findet vom 24. Dezember 2026 bis 5. Jänner 2027 statt, der zweite vom 22. bis 26. Februar 2027. Die traditionelle „kroatische Skiwoche“ in der Woche nach Dreikönig entfällt somit. Stattdessen entsteht ein neues Winterfenster im Februar, das jedoch mit den Ferienterminen anderer wichtiger europäischer Quellmärkte zusammenfällt – Frühbuchung und klare Verfügbarkeitskommunikation werden dadurch wichtiger.6,7

  • Skinachfrage stabil: Branchenschätzungen gehen von rund 200 000 kroatischen Skifahrer:innen pro Saison aus und laut der MasterIndex-Umfrage (November 2025) geben die Winterliebhaber:innen durchschnittlich rund 1465 Euro für Auslandreisen aus, was auf eine stabile Nachfrage für Skiurlaub hinweist.7

  • Kurzreisen, Last-minute-Buchungen und KI-gestützte Planung gewinnen: Last-minute-Buchungen und das Preis-Leistungs-Verhältnis haben 2026 weiter an Bedeutung gewonnen. Eine VISA-Studie zeigt, dass 15% der kroatischen Reisenden KI regelmäßig und 25% gelegentlich für Empfehlungen und Organisation nutzen. 42% wären bereit, der KI Aufgaben bei der Urlaubsplanung zu überlassen.8

Urlaub in Österreich

  • Kroatien wächst als Quellmarkt auf Rekordniveau: 2025 wurden rund 218 000 Ankünfte (+9,6%) und 628 300 Nächtigungen (+8%) kroatischer Gäste registriert – Platz 19 unter den Auslandsmärkten und erstmals über der Marke von 0,6 Mio. Nächtigungen. Der Jahresstart 2026 verlief sehr dynamisch: Im Jänner stiegen die Ankünfte um 27,5% und die Nächtigungen um 35,4%. 9

  • Österreich war 2025 laut dem kroatischem Statistikamt DZS das drittwichtigste Auslandsziel privater Mehrtagesreisen mit einem Anteil von 11,4% – hinter Bosnien und Herzegowina (18,8%) und Italien (15,7%) sowie vor Slowenien (10,4%) – und eines der wenigen Länder mit einem Zuwachs gegenüber 2024. Der Reisekalender ist stark winterlastig: Die meisten Auslandsreisen entfielen 2025 auf den Dezember (267 000 Reisen bzw. 13,4%), gefolgt vom Februar (189 000 bzw. 9,5%) –, also genau auf die Monate, in denen Skiurlaub in Österreich gebucht wird.9,10

  • Der Sommer bestätigt die Stabilität der Nachfrage: Im Juli 2026 wurden 12 748 Ankünfte (+1%) und 37 519 Nächtigungen (+2,2%) kroatischer Gäste in Österreich gezählt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,94 Nächte.9

Quellen

1) BIP-Wachstum in Kroatien - Datenbasis u. a. Državni zavod za statistiku (DZS) und Hrvatska narodna banka - und Veränderung der Privatkonsum und Investitionen

2) Europäische Kommission: Economic forecast for Croatia, Frühjahrsprognose vom 21.05.2026

3) Verbraucherpreisindex - Datenbasis  Državni zavod za statistiku (DZS): Consumer Price Indices, August 2026, 01.09.2026

4) Durchschnittliche Monatslöhne - Državni zavod za statistiku (DZS): Prosječne mjesečne neto i bruto plaće zaposlenih u 2026

5) Berichte über Illegalen Müllablage, Waldbrände und Demonstration - Klimatski portal, 06.08.2026; HVZ, Einsatzberichte August 2026; tportal.hr, 05.09.2026;

6) Schulferien - Ministarstvo znanosti, obrazovanja i mladih: Odluka o početku i završetku nastavne godine … za školsku godinu 2026./2027

7) MasterIndex-Umfrage - Nacional, 03.01.2026: „Kreće skijaški egzodus – oko 200 tisuća građana na snijegu“ (Boris Žgomba / UPA HGK, HTZ)

8) Forbes Hrvatska – KI bei der Reiseplanung

9) Statistik Austria aus TourMIS

10) DZS: Turistička aktivnost stanovništva Republike Hrvatske u 2025., Priopćenje TUR-2026-4-1 vom 16.06.2026 (Auslandsziele, Reisemonate, Verkehrsmittel, Reiseanlässe)

Das Wichtigste für Winter 2026/27
  • Es herrscht weiterhin Wirtschaftswachstum vor.

  • Es gibt Änderungen beim Schulferienkalender im Winter.

  • Last-minute-Buchungen sowie Kurzreisen

  • Österreich ist das drittwichtigstes Auslandsreiseziel.

Portraitfoto von Peter Szedlak
Péter SzedlákMarket Representative Slowakei, Slowenien, Kroatien
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