
Schweiz
Der Tourismusausblick
Einleitung
Stand Oktober 2026
Die Schweiz geht mit hoher Reiselust in den Winter 2026/27: Die Wirtschaft wächst stärker als erwartet und die Teuerung bleibt gering. Steigende Krankenkassenprämien und ein stärkeres Preisbewusstsein prägen jedoch den Alltag. Österreich ist nach dem Heimmarkt das beliebteste Ziel für Winterurlaub im Schnee. Gebucht wird allerdings kurzfristig und mit einem gezielteren Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wirtschaft & Gesellschaft
Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich laut der Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes deutlich besser entwickeln als bislang erwartet. So hat sie im September die BIP-Prognose für 2026 von 0,9% auf 1,7% angehoben. Die jüngste Abwertung des Schweizer Frankens unterstützt dabei die Exportwirtschaft. Für 2027 erwartet sie 1,6 %, die Inflation liegt bei 0,6%, die Arbeitslosenquote bei 3,1%. Unsicherheiten bestehen hingegen aufgrund des Iran-Konflikts, der Energiepreise und des Handels mit den USA. (Quelle: Seco)
Die Verbraucher:innenstimmung hat sich erholt, ist jedoch noch fragil. Im März brach der SECO-Index wegen des Iran-Kriegs stark ein, erholte sich jedoch im Sommer. Die Wirtschaftserwartungen liegen über dem Vorjahr. (Quelle: Seco)
Die Gesundheitskosten bleiben das Dauerthema. Die Krankenkassenprämien steigen 2027 um durchschnittlich 5%. Die Grundstimmung bleibt dennoch zuversichtlich: Laut Sotomo/Helvetia blicken 80% positiv auf das kommende Jahr. Zugleich wächst gfs.bern zufolge die Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Ungleichheit und Polarisierung (Quellen: BAG, Sotomo, gfs.bern).
Tourismus & Trends
Die Reiselust ist höher als im Vorjahr, gebucht wird jedoch später. 61% der Deutschschweizer:innen planen sicher eine Winterreise (Vorjahr: 58%), mit den Unentschlossenen sind es 77%. Pro Person und Reise wollen sie im Schnitt knapp 1300 Euro ausgeben, rund 100 Euro mehr als im Vorjahr. Anfang September hatten erst 27% fest gebucht (Vorjahr: 32%). Die Schweiz zählt zu den Märkten mit den kurzfristigsten Buchungen. Typisch sind mehrere Kurzreisen: 52% planen mehr als eine. (Quelle: ÖW/NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Die Reisebranche erholt sich nach dem Iran-Schock. Im März und April kam es zu zahlreichen Stornierungen und Umbuchungen. Der Schweizer Reise-Verband rechnet für 2026 mit 5 bis 10% weniger Umsatz. Seit Mai stabilisiert sich die Lage, die Buchungen für Herbst und Winter ziehen an. Im Winter sind wieder Fernziele wie Mauritius, die Malediven und Thailand gefragt. TUI Suisse bietet beispielsweise rund 50 Verbindungen pro Woche ab Basel, Genf und Zürich an. (Quellen: travelnews, travelnews/TUI)
Der Schweizer Heimmarkt bleibt der stärkste Mitbewerber. Die Schweizer Hotellerie liegt aktuell unter dem Vorjahresniveau: Von Jänner bis August zählte sie mit 30,2 Mio. Logiernächten in Hotels -0,7% weniger als im Vorjahr, was aus einem Rückgang ausländischer Übernachtungen von -2,2% und einem Zuwachs heimischer Übernachtungen von 0,9% resultiert. Für den Winter 2026/27 erwartet das KOF-Institut der ETH Zürich ein gleichbleibendes Niveau zum Vorwinter. Zusätzliche Nachfrage in der Schweiz dürfte die Ski-WM in Crans Montana im Februar 2027 bringen. (Quellen: BFS, KOF)
Skifahren bleibt ein Volkssport, wird jedoch weniger häufig ausgeübt. 42% der Deutschschweizer:innen fahren zwischen mehrmals im Jahr und alle paar Jahre Ski oder Snowboard – mehr als in jedem anderen der zehn untersuchten Märkte. Der Anteil, der jedes Jahr fährt, sinkt leicht von 35% auf 32%. Geplant sind vor allem Skiurlaub (23%), Winterurlaub in den Bergen (21%), Erholungs-/ Entspannungsurlaub (20%) sowie Wintersporturlaub im Schnee mit Langlauf und Skitouren (18%). 31% wollen mit der Bahn in ihre Winterferien anreisen, auch das ist der höchste Wert aller Märkte. Eine dynamische Preisgestaltung bei Skipässen lehnen 35% ab, so viele wie in keinem anderen Markt. (Quelle: ÖW/NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Urlaub in Österreich
Die Ausgangslage ist gut. Im vergangenen Winter gab es mit -0,8% zwar einen leichten Nächtigungsrückgang, dies mit 1,9 Mio. Übernachtungen aber auf hohem Niveau. Die Zahlen von Jänner bis August 2026 liegen genau auf dem Vorjahresniveau.
Österreich ist stark positioniert, das Wachstum liegt im „weicheren“ Potenzial. Bei den geplanten Reisezielen für den kommenden Winter liegt Österreich auf Platz 3 (nach der Schweiz und Deutschland), bei den Alpenzielen auf Platz 2, bei den Skizielen ebenfalls auf Platz 2. Das Gesamtpotenzial von 2,3 Mio. Deutschschweizer:innen bleibt stabil. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis sehen 44% der Schweizer Skiurlauber:innen Österreich vorne, noch vor dem eigenen Land. Zugleich empfinden 47% Österreich als teurer als vor drei bis fünf Jahren, vor allem bei Skipässen und Unterkünften. Die in einzelnen Skiregionen stark gestiegenen Preise für Tagesskipässe in Österreich finden Beachtung in den Schweizer Medien. (Quelle: ÖW/NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Es gibt Hebel über das Skifahren hinaus. Schweizer:innen, die einen Österreich-Urlaub fest planen, reisen überdurchschnittlich oft mit Kindern und haben ein höheres Einkommen. Als Reisegründe nennen sie Wellness, Wintersport sowie Städte und Kultur, aktiven Winterurlaub ohne Ski, Kulinarik und Advent. Wer nicht nach Österreich will, nennt vor allem fehlenden Bedarf an Wintersport, die Sehnsucht nach wärmeren Zielen oder fehlende Winter-Erfahrung mit Österreich. Der Preis liegt erst an 9. Stelle im Ranking. 25% fahren auch im März und April Ski, das ist der Höchstwert der untersuchten Märkte. Günstigere Preise wären für 29% der stärkste Anreiz für einen Skiurlaub im Spätwinter. (Quelle: ÖW/NIT, Winterpotenziale 2026/27)
Der Wettbewerb um Wintergäste wird erlebnisorientierter: Für Österreich ergibt sich daraus die Chance, den klassischen Skiurlaub mit Genuss und Gastfreundschaft, Natur, Wellness und authentischen regionalen Erfahrungen zu verbinden und auf weitere Aktivitäten im Schnee zu setzen. Entscheidend ist, konkrete Urlaubserlebnisse statt ausschließlich Pistenkilometer oder Schneesicherheit zu verkaufen. Zugleich braucht es Transparenz: Schweizer Gäste sollten rasch erkennen können, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welchen Mehrwert sie erhalten. Familienangebote, Skipass- und Unterkunftspakete, Wellnessleistungen sowie kulinarische Erlebnisse bieten Ansatzpunkte, um unterschiedliche Budgets anzusprechen und die Buchungsentscheidung zu erleichtern.
Für die Schweiz liegen sehr gute Wirtschaftsdaten vor.
Die Reiselust ist größer als im Vorjahr
Die Buchungen erfolgen allerdings kurzfristiger.
Skiurlaub, Winterurlaub in den Bergen, Erholungs-/ Entspannungsurlaub sowie Wintersporturlaub im Schnee sind gefragt.
Und der Urlaub wird immer erlebnisorienierter.
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Einleitung
So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten