Eine Hand hält einen schwebenden Globus mit Lichtpartikeln, unscharfer Stadthintergrund.

Schweiz
Der Tourismusausblick

Von Wirtschaft bis Urlaubstrends: Die aktuellen Insights aus der Schweiz

Stand April 2026

Wirtschaft & Gesellschaft 

  • Die persönliche Grundstimmung in der Schweiz bleibt stabil, der Zukunftsblick ist aber skeptischer geworden: Rund vier von fünf Befragten der Studie „Wie geht’s, Schweiz?“ bewerten ihre eigene Lage positiv, zugleich meinen über 70%, dass die Zeit des unbeschwerten Lebens vorbei ist. Im Alltag sind bereiten den Menschen Themen wie Krankenkassenprämien, geopolitische Konflikte, Sicherheitsfragen und negative Auswirkungen der künstlichen Intelligenz Sorgen. Ähnliche Tendenzen zeigt auch das UBS-Sorgenbarometer auf: Steigende Gesundheitskosten bleiben mit 45% das größte Problem; danach folgen Klimawandel (31%) und Altersvorsorge (30%).

  • Die Konjunktur bleibt 2026 verhalten: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) prognostiziert für die Schweiz ein BIP-Wachstum von 1%, eine durchschnittliche Inflation von 0,4% und eine Arbeitslosenquote von 3%.

  • Die Konsument:innenstimmung lag im Februar 2026 noch 3 Punkte über dem Vorjahreswert, fiel im März jedoch um 13 Punkte gegenüber dem gleichen Monat 2025 ab. Ebenso liegen Teilindizes wie „erwartete Wirtschaftsentwicklung“, „erwartete finanzielle Lage“ und „Zeitpunkt für größere Anschaffungen“ darunter, vermutlich bedingt durch den Konflikt in der Golfregion.    

Tourismus & Trends 

  • Die Schweiz bleibt ein sehr reisefreudiger Markt: Laut einer aktuellen Studie unternahm die Wohnbevölkerung 2024 durchschnittlich 2,9 Reisen mit Übernachtung; 35% davon im Inland und 37% in den Nachbarländern. Gleichzeitig sind die Reisen häufig kurz: 42% dauern nur ein bis drei Nächte. Für Österreich bleiben Nähe, einfache Erreichbarkeit und Kurzurlaubsanlässe damit zentrale Pluspunkte.

  • Der Heimmarkt ist gleichzeitig der stärkste Mitbewerber: Die Schweizer Hotellerie erzielte 2025 mit 43,9 Millionen Logiernächten den dritten Rekord in Folge (+2,6%). Die inländische Nachfrage stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,4%, und auch das laufende Jahr verzeichnet bisher positive Entwicklungen.

  • Im Veranstaltermarkt zeigt sich für den Sommer 2026 eine gute, aber anders verteilte Nachfrage: DERTOUR Suisse, zu der mittlerweile auch die von der Migros verkaufte Hotelplan Group gehört, meldet leicht über dem Vorjahr liegende Buchungen, mit vielen Frühbuchungen für Mai, Juni, September und Oktober; TUI Suisse berichtet von einem starken Frühbucherstart und einem Familienanteil von bereits über 40%. Für Juli und August rechnen Veranstalter eher mit einem stärkeren Last-minute-Geschäft.

  • Natur, Ruhe und nachhaltigeres Reisen bleiben zentrale: Laut einer Booking-basierten Umfrage reisen 33% der Schweizer:innen bewusst näher an die Natur. Schweiz Tourismus verfolgt mit der Initiative „Travel Better“ weiterhin das Ziel, den Ganzjahrestourismus zu fördern, saisonale und räumliche Entzerrung zu erreichen, längere Aufenthalte zu ermöglichen und nachhaltige Angebote auszubauen.   

Urlaub in Österreich 

  • Die Ausgangslage bleibt gut: 2025 kamen 4,34 Millionen Nächtigungen aus der Schweiz nach Österreich (-1,3% zu 2024) bei 1,35 Millionen Ankünften. Die Schweiz bleibt damit der drittwichtigste ausländische Herkunftsmarkt. Der Marktanteil Schweizer Nächtigungen an allen Nächtigungen in Österreich lag im Sommer 2025 bei 2,9%.

  • Einer von Österreichs stärksten Hebel im Sommer 2026 liegt im hochwertigen Genuss- und Erlebnisbereich: Die soeben erschienene Kulinarikstudie 2026 der Österreich Werbung zeigt, dass die Schweiz der stärkste Premium- und Gourmetmarkt für Österreich ist. Besonders gefragt sind regionale Küche, Wirtshauskultur, Gastfreundschaft sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es gilt, diese Stärken noch konsequenter mit Natur-, Aktiv- und Sommerfrische-Angeboten zu verknüpfen.

  • Schweizer Gäste buchen überwiegend direkt: 74% buchen ihre Unterkunft in Österreich direkt, 12% über Online-Portale oder Online-Veranstalter, nur 4% im stationären Reisebüro. Für den Sommer 2026 sind daher transparente Preise, klar kommunizierte Inklusivleistungen, flexible Buchbarkeit und eine schnelle digitale Conversion besonders wichtig.

  • Die direkte Bahnanbindung bleibt ein Wettbewerbsvorteil – mit einem Aber: Tagsüber bestehen direkte Railjet-Verbindungen, nachts Nightjet-Verbindungen zwischen der Schweiz und Österreich; ab 14. Juni 2026 kommen auf der Linie Zürich–Wien Nightjet-Züge der neuen Generation zum Einsatz. Gleichzeitig wird die Strecke Feldkirch–Buchs SG von 14. Juni bis 14. Oktober 2026 gesperrt, was zu Fahrplanänderungen und verlängerten Reisezeiten führt. Eine frühzeitige Information der Gäste ist daher unerlässlich.

Das Wichtigste für Sommer 2026
  • Die Schweiz startet mit großer Reiselust und gesteigertem Preisbewusstsein in den Sommer 2026.

  • Das Wirtschaftswachstum ist positiv, wenn auch moderat.

  • Steigende Lebenshaltungskosten wirken sich auf die Reisetätigkeit aus.

  • Reisen bleiben jedoch fest eingeplant – bevorzugt naturnah, qualitativ hochwertig und zunehmend in den angenehm milden Randmonaten.

Studiendatenbank
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