Eine Hand hält einen schwebenden Globus mit Lichtpartikeln, unscharfer Stadthintergrund.

Südostasien
Der Tourismusausblick

Von Wirtschaft bis Urlaubstrends: Die aktuellen Insights aus Südostasien

Stand Oktober 2026

Nach dem Rekordjahr 2025 mit 440 300 Nächtigungen hat der Nahostkonflikt den Markt Südostasien 2026 ausgebremst – der Rückgang verliert jedoch deutlich an Tempo: Im August lagen die Nächtigungen nur noch 2,7% unter dem Vorjahr. Austrian Airlines fliegt im Jänner und Februar 2027 zweimal täglich nach Bangkok.

Wirtschaft & Gesellschaft 

  • BIP: Drei der vier betrachteten Länder verzeichnen kräftiges Wachstum, nur Thailand fällt zurück. Singapur legte im zweiten Quartal 2026 um 5,9% zu und erhöhte die Jahresprognose auf 4,5–5,5%, Malaysia wuchs um 6%, Indonesien um 5,29%, Thailand nur um 1,9% bei einer Jahresprognose von 2,0–2,5%.

  • Die Inflation ist moderat: Malaysia verzeichnet 1,9%, Singapur 2,2% Kerninflation (ein Zwei-Jahres-Hoch), Thailand liegt bei 2,82% und Indonesien bei 3,28%. Die Kaufkraft für Fernreisen bleibt in Singapur, Malaysia und Indonesien stabil, in Thailand steht sie unter Druck.

  • Der Wechselkurs spaltet die Region: Der Malaysische Ringgit und der Singapur-Dollar haben gegenüber dem Euro um rund 5% bzw. 3% aufgewertet (Vergleich Jahresdurchschnitt 2025) – Österreich wird für diese Gäste günstiger. Die Indonesische Rupiah verlor rund 8%, der Thailändische Baht 2%.

  • Innenpolitik und Katastrophen prägen die Stimmung: Bangkok wurde Ende September zur Katastrophenzone erklärt, 42 Provinzen mit rund 3,5 Mio. Menschen waren betroffen. In Indonesien hält die Protestwelle gegen die Regierung Prabowo an, in Singapur nennen 44% der Bevölkerung die Lebenshaltungskosten als wichtigste Regierungspriorität. 

Tourismus & Trends 

  • Die Reiselust ist intakt, die Dynamik liegt in Ostasien: 95% der APAC-Reisenden halten an ihren Reiseplänen 2026 fest. Osaka, Seoul, Shanghai und Taipeh wuchsen im zweiten Quartal in allen fünf südostasiatischen Quellmärkten überdurchschnittlich, Japan liegt durchgehend in den Top 3. Europa konkurriert vor allem mit kurzen und günstigen Ostasien-Trips.

  • Gesundheit und Bewegung prägen die Reisemotive: Asiens Wellness-Tourismus wuchs 2024 um 31% auf 215 Mrd. USD und überholte Europa erstmals bei der Zahl der Wellness-Reisen. Thailand gehört mit einem Plus von 36% zu  den globalen Top 5. In Singapur stieg der Anteil der Bevölkerung ab 13 Jahren, der wöchentlich Sport treibt, von 66% (2019) auf 74% (2022). Dies wirkt sich direkt auf Wandern, Radfahren und Wellness aus.

  • Der Wettbewerb um Europa-Marktanteile verschärft sich: Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat am 25. August 2026 ihr Büro in Singapur wiedereröffnet und definiert Singapur, Indonesien, Thailand, Malaysia und Vietnam als Prioritätsmärkte. 2025 verzeichnete Deutschland 1,73 Mio. Übernachtungen aus der Region.

  • Der Korridor Europa–Asien wächst zweistellig, wird aber teurer: Die Passagiernachfrage stieg im August 2026 um 12,2%, während die globale Nachfrage um 0,8% zurückging. Die Reisenden weichen von den Drehkreuzen im Golf auf Direktflüge aus. Der Preis für Kerosin liegt 2026 rund 70% über dem Vorjahr.

  • Kühle Temperaturen und Schnee sind eigenständige Reisemotive: Aus den tropischen Märkten wird gezielt nach niedrigen Temperaturen, alpinen Landschaften und dem ersten Schneeerlebnis gesucht – in Thailand ist Oktober bis April die beliebteste Österreich-Reisezeit. Skifahren gilt in der wohlhabenden Oberschicht zunehmend als Statussymbol. Die Wintersaison übertrifft bereits den Höchstwert von 2019, die Sommersaison noch nicht.

Urlaub in Österreich 

  • Rekordjahr 2025, Dämpfer 2026: 440 300 Nächtigungen (+18%) entsprachen 97% des Vorkrisenniveaus von 454 000. Die Wintersaison 2025/26 schloss mit 211 300 Nächtigungen (+8,2%) ab. Jänner bis August 2026 lagen mit 225 400 Nächtigungen um 9,4% unter dem Vorjahr. Der Rückgang verliert deutlich an Tempo: April -22,5%, Mai -18,1%, Juni -13,4%, Juli -18,1%, August nur noch
    -2,7%. Gruppen- und MICE-Reisen wurden überwiegend verschoben und nicht storniert – mit Nachholpotenzial für den Winter.

  • Die Anbindung wird im Winter besser: Austrian fliegt im Jänner und Februar 2027 zweimal täglich nach Bangkok (14 Flüge pro Woche), bis Ende März 13. Dazu EVA Air mit sieben Wochenfrequenzen ab Wien, Scoot ab Singapur, die neue Lufthansa-Strecke Frankfurt–Kuala Lumpur ab 25. Oktober und Singapore Airlines mit zehn statt sieben Flügen nach München.

  • Die Airlines bestätigen die Verlagerung weg von den Golf-Drehkreuzen: Cathay Pacific hat nach eigenen Angaben eine zusätzliche Europa-Kapazität aufgebaut, Singapore Airlines erreichte auf Europastrecken im März eine Auslastung von 93,5% nach 79,7% im Jahr davor. Analyst:innen erwarten, dass die stärkere Marktstellung asiatischer Carrier auf Asien–Europa noch sechs bis zwölf Monate über das Kriegsende hinaus anhalten wird.

  • Die Reisebranche meldet eine langsame Erholung auf niedrigem Niveau: Aus Malaysia heißt es, die Saison sei wieder gut gefüllt und Europa laufe besser – allerdings mit mehr Voraus- als Last-minute-Buchungen. Singapur und Indonesien berichten übereinstimmend von einer Besserung gegenüber dem Frühjahr, das Vorkriegsniveau ist jedoch nicht erreicht. Auffällig viele Anfragen verschieben sich ins Jahr 2027.

  • Thailand erholt sich langsamer als die übrigen Märkte: Dort wirkt weniger die Flugsituation als die Konjunktur – Unternehmen kürzen Reisebudgets und verlagern Programme von Europa nach Asien. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis sieht die Branche konkrete Ansatzpunkte: genannt werden Serviceniveau, gestiegene Ortstaxen und weiter entfernte Bus-Haltepunkte. Die Flut hat die Reiseplanung vorübergehend pausiert, ab Ende November wird wieder mit einer anziehenden Nachfrage gerechnet.

  • Der Wettbewerb um das Fernreisebudget hat sich ausgeweitet: Europaerfahrene Gäste wählen inzwischen Australien, Neuseeland und zunehmend Destinationen in Afrika, preissensible Urlauber:innen weichen nach China und Kasachstan aus.  

Quellen: Statistik Austria und ÖW Tourismusforschung (TourMIS); Österreich Werbung (Marktanalyse Südostasien 2025, Markteinschätzung Market Office Südostasien, b2b.austria.info); Ministry of Energy, Trade and Industry Singapur; Bank Negara Malaysia; BPS-Statistics Indonesia; NESDC Thailand; Department of Statistics Malaysia via The Star; Handelsministerium Thailand via Bangkok Post; University of the Thai Chamber of Commerce via The Nation Thailand; WKO Außenwirtschaft Austria; Europäische Zentralbank; CNN; Bloomberg; YouGov Singapur; Klook; Traveloka; Trip.com Group; TTG Asia; SnowBrains; Global Wellness Institute; Sport Singapore via The Straits Times und data.gov.sg; Austrian Airlines via KOSMO; AeroRoutes; Austrian Wings; Lufthansa Group; Flughafen München; IATA; AeroTime; Euronews Travel; Europäischer Auswärtiger Dienst; France Diplomatie; iVisa; Ministry of Education Singapur; Federation of Malaysian Manufacturers, Feedback aus der Reisebranche & von Airlines

Das Wichtigste für Winter 2026/27
  • Wieder Erholung nach Nahostkonflikt

  • Großteils starkes Wirtschaftswachstum

  • Die Dynamik liegt in Ostasien.

  • Kühle Temperaturen und Schnee sind eigenständige Reisemotive

  • Skifahren gilt als Statussymbol.

  • Es gibt im Winter 2026/27 bessere Fluganbindungen

Lilly FreudmayerMarket Representative Australien & Südostasien
Tourismusausblick

So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten

ÖW News
  • Themen und Trends im Tourismus

  • Entwicklungen in internationalen Märkten

  • Veranstaltungen und Messen

  • Neues aus der Tourismusforschung