
Tschechien
Der Tourismusausblick
Einleitung
Stand April 2026
Wirtschaft & Gesellschaft
Der Markt entwickelt sich positiv. Das makroökonomische Umfeld bleibt insgesamt stabil. Die Verbraucher:innenpreise in der Tschechischen Republik sind im März 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2% gestiegen (Tschechisches Statistikamt). Die allgemeine Arbeitslosenquote lag im Februar 2026 bei 3,3%. (Tschechisches Statistikamt).
Die tschechische Wirtschaft befindet sich in einer Phase der moderaten Erholung. Das Finanzministerium prognostiziert für das Jahr 2025 ein BIP-Wachstum von 2,6% und erwartet für das Jahr 2026 aktuell 2,1%.
Tschechien wird derzeit von einer rechtsgerichteten Koalition unter Premier Andrej Babiš regiert. Nach dem Wahlsieg von ANO 2025 dominieren nun ein stärkerer innenpolitischer Pragmatismus, ein skeptischerer EU-Kurs sowie Streitigkeiten über die Ukraine-Politik die politische Lage.
Der Konflikt im Iran, insbesondere die Blockade der Straße von Hormus, ließ die Kraftstoffpreise wie in vielen anderen Ländern deutlich steigen. Die staatlichen Bemühungen zur Begrenzung dieser Entwicklung konnten den Preisdruck zwar abfedern, dürften aber Auswirkungen auf die Inputkosten und damit auch auf die Verbraucher:innenpreise nicht vollständig verhindern.
Tourismus & Trends
Die Reiselust bleibt sowohl im Outgoing- als auch im Inlandstourismus hoch. Mit mehreren Urlaubsreisen im Jahr gehören die Tschech:innen zu den reisefreudigsten Nationen in Mittel- und Osteuropa. Besonders Kurz- und Zweitreisen nehmen zu, begünstigt durch gute wirtschaftliche Stabilität und flexible Arbeitsmodelle.
Reisen in der Nebensaison und Kurztrips nehmen zu – auch, um überfüllte Destinationen zu vermeiden und Kosten zu optimieren.
Der Trend zu Natur, Aktivität und Erholung verstärkt sich weiter: Wandern, Radfahren, Wellness und sanfter Tourismus gewinnen gegenüber klassischen Städtetrips an Bedeutung – auch als Ausgleich zum urbanen Alltag.
Digitale Planung und Inspiration gewinnen an Bedeutung: Online-Plattformen, Social Media und zunehmend auch KI-gestützte Tools beeinflussen die Reiseentscheidung und Erwartungshaltung.
Die alternde Bevölkerung über 50 Jahren wird zunehmend reisestark: Diese Zielgruppe verfügt über Zeit und Kaufkraft und bevorzugt komfortable, gut organisierte und qualitativ hochwertige Angebote.
Urlaub in Österreich
Österreich zählt zu den führenden Auslandsdestinationen und ist die Winterurlaubsdestination Nummer eins. Es profitiert von der stabilen Nachfrage aus Tschechien, insbesondere aufgrund der Nähe und einfachen Erreichbarkeit vor allem mit dem Auto und zunehmend auch mit der Bahn.
Im Jahr 2025 wurde mit 4,04 Millionen Übernachtungen (+6,1% im Vergleich zum Vorjahr) ein Rekordwert erzielt.
Sehr großes Sommerpotenzial mit Nachfrage nach Aktiv- und Natururlaub: Wandern, Radfahren, Berge und Seen stehen im Fokus – oft in Kombination mit Erholung, Kulinarik und Kurzaufenthalten. Seit 2015 haben sich die Nächtigungen in Österreich im Sommer verdoppelt und im Winter um ein Drittel gesteigert.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt entscheidend. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, für Qualität zu zahlen. Transparente Angebote (Packages, inkludierte Leistungen) sind besonders attraktiv. Sommer-Gästekarten in den Regionen werden sehr geschätzt.
Die gute Erreichbarkeit für Kurz- und Mehrfachreisen ist ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber Fernzielen. Kurztrips, Reisen in der Nebensaison und weniger überlaufene Regionen gewinnen an Bedeutung und bieten zusätzliches Potenzial für Österreich.
Geopolitische Unsicherheiten und steigende Reisekosten (z. B. durch Konflikte im Nahen Osten und volatile Treibstoffpreise) könnten die Nachfrage zusätzlich in Richtung näher gelegener und als sicher wahrgenommener Destinationen verschieben – insbesondere bei kurzfristig geplanten Reisen. Österreich könnte davon profitieren.
Die aktuellen globalen und wirtschaftlichen Verwerfungen infolge des Konflikts im Iran haben kurzfristig nur geringe Auswirkungen auf das Reiseverhalten tschechischer Urlauber:innen.
Sollte die Situation jedoch länger bestehen, sind spürbarere Veränderungen nicht auszuschließen.
Sehr großes Sommerpotenzial für Österreich mit Nachfrage nach Aktiv- und Natururlaub.
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Einleitung
So wird die nächste Saison – Einschätzungen unserer Experten und Expertinnen auf den Märkten