Eine Hand hält einen schwebenden Globus mit Lichtpartikeln, unscharfer Stadthintergrund.

Tschechien
Der Tourismusausblick

Von Wirtschaft bis Urlaubstrends: Die aktuellen Insights aus Tschechien

Stand Oktober 2026

Für den Winter 2026/27 ist aus Tschechien eine stabile bis positive Nachfrage nach  Urlaub in Österreich zu erwarten, wobei das Preis-Leistungs-Verhältnis und kurzfristige Buchungsentscheidungen wesentlich bleiben. Gefragt sind flexible Auszeiten, die Bewegung in der Natur mit Erholung, Wellness und regionalem Genuss verbinden.

Wirtschaft & Gesellschaft 

  • Die Inflation zieht zuletzt wieder an, die Arbeitslosigkeit bleibt niedrig, zeigt jedoch eine steigende Tendenz. Im September 2026 stieg die Inflationsrate laut endgültigen Daten des Statistikamts auf 2,5% (August: 1,9%) – der höchste Wert seit April. Haupttreiber waren Verkehr und Energie inklusive Treibstoffe. (Trading Economics, CZSO-Schnellschätzung) Die Arbeitslosenquote betrug im August 3,4%. Das Statistikamt spricht von einem Trend zu steigender Arbeitslosigkeit.

  • Die wirtschaftliche Erholung setzt sich fort, allerdings langsamer als zu Jahresbeginn erwartet. Im zweiten Quartal 2026 wuchs das BIP laut Statistikamt um 0,4% zum Vorquartal und um 1,9% zum Vorjahr. Getragen wurde es vom Konsum der Haushalte, von Investitionen und von der Auslandsnachfrage. Die Tschechische Nationalbank ČNB senkte ihre Wachstumserwartung für 2026 schrittweise von 2,9% (Winter) über 2,5% (Frühjahr) auf 2,2% im Sommer, für 2027 rechnet sie mit 2,7%. Das Finanzministerium reduzierte im August laut bne IntelliNews seine Prognose auf 1,9% (2026) bzw. 2,4% (2027).

  • Die Regierung Babiš ist im Amt und stabil. Aus der Parlamentswahl im Oktober 2025 ging seine Partei ANO mit rund 34,5% als Sieger hervor. Die Koalition mit SPD und Motoristen wurde im November 2025 gebildet. Außenpolitisch setzt die Regierung laut OSW-Analyse verstärkt auf innenpolitische Themen und reduziert die Unterstützung der Ukraine. Babiš betont, dass ANO auf allen Ebenen außer im Senat die stärkste Kraft bleibt.

  • Die Wirtschaft bleibt stark exportorientiert, das Außenhandelsplus schrumpft. Von Jänner bis Juli 2026 stiegen die Exporte um 2,8%, die Importe aber um 4,1%. Der Handelsüberschuss lag bei 94 Mrd. Tschechischen Kronen (CZK), also 32,3 Mrd. weniger als im Vorjahr. Im Juli rutschte die Bilanz mit einem Defizit von 8,5 Mrd. CZK ins Minus. Rund ein Drittel der Exporte geht nach Deutschland. Laut Coface belasten die deutsche Stagnation und zunehmende Handelsspannungen weiterhin die Industrie.

Tourismus & Trends 

  • Tschechien verzeichnete 2025 ein Rekordjahr, und 2026 setzt sich die positive Entwicklung fort. Laut CzechTourism zählte das Land 2025 insgesamt 23,55 Mio. Gäste in registrierten Unterkünften, davon 46,3% aus dem Ausland. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg um 4,1%, ihre Übernachtungen um 5% auf 26,8 Mio. Inländische Gäste kamen auf 12,6 Mio. Ankünfte und 32,4 Mio. Nächte. Insgesamt ergeben sich rechnerisch rund 59 Mio. Übernachtungen.

  • Kulinarik & Genussreisen: Tschechien ist jetzt auf der Michelin-Landkarte vertreten. Ende 2025 erschien der erste Guide Michelin für ganz Tschechien. Das Restaurant Papilio erhielt als erstes außerhalb Prags zwei Sterne. Dazu kamen Michelin-Schlüssel für Hotels, und Anfang 2026 erschien die zweite Ausgabe des Restaurantführers Gault&Millau.

  • Aktivurlaub bleibt stark gefragt, besonders grenzüberschreitend und abseits der Zentren. Die Eurorando, Europas größtes Wanderfest, fand vom 20. bis 27. September 2026 erstmals in zwei Ländern statt, und zwar im böhmisch-sächsischen Erzgebirge. Weitere Schwerpunkte sind Radwege sowie Laufevents wie RunCzech und der Liberec Trail Run. Auch Wintersport gehört laut Radio Prag zu den Schwerpunkten der Jahreskampagne „Feel Free“.

Urlaub in Österreich 

  • Starker Herkunftsmarkt mit positiver Perspektive: Mit rund 1,26 Mio. Ankünften und 4,04 Mio. Nächtigungen (+6,1 %) erreichte der tschechische Markt 2025 einen neuen Höchststand. Österreich bleibt die bevorzugte Winterurlaubsdestination der Tschech:innen. Auch die Wintersaison 2025/26 brachte laut vorläufiger Bilanz ein Nächtigungsplus von 6,6 % – eine gute Ausgangsbasis für den Winter 2026/27.

  • Qualität zählt – der Gesamtpreis entscheidet mit: Die tschechische Inflationsrate lag im September 2026 bei 2,5%. Das Preisbewusstsein bleibt dennoch ausgeprägt. Für die Urlaubsentscheidung zählt, welchen Mehrwert Unterkunft, Skipass und ergänzende Leistungen gemeinsam bieten. Transparente Packages und klar kommunizierte Inklusivleistungen erleichtern die Orientierung und machen Österreichs Qualitätsversprechen greifbar.

  • Reiseveranstalter blicken abwartend auf den Winter: Bei führenden Anbietern wie Nev-Dama (DERTOUR Group), Čedok und Tempo Tours zeichnet sich ein ähnliches Bild wie im Vorjahr ab: Erste Anfragen für den Winter 2026/27 liegen bereits vor, die Hauptbuchungsphase steht jedoch noch bevor. Viele tschechische Gäste entscheiden sich traditionell kurzfristig und orientieren sich dabei an Schneeprognosen und aktuellen Pistenbedingungen. Wie sich die Preise für Unterkünfte und Skipässe auf die Buchungsbereitschaft auswirken, bleibt eine zentrale Frage. Die Veranstalter beobachten die weitere Nachfrageentwicklung entsprechend aufmerksam.

  • Stabile bis positive Nachfrage erwartet: Österreichs gute Erreichbarkeit und seine starke Position als Wintersportdestination lassen für die Saison 2026/27 eine stabile bis positive Entwicklung erwarten. Entscheidend wird sein, die gewohnte Qualität mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis zu verbinden und die Gesamtkosten des Aufenthalts transparent darzustellen.

  • Aktiv sein und bewusst genießen: Tschechische Gäste schätzen die Verbindung von Bewegung in der Natur, Genuss und Erholung. Österreich bietet dafür beste Voraussetzungen: hochwertige Wintersportinfrastruktur, gelebte Gastfreundschaft, regionale Kulinarik und vielfältige Wellnessangebote. Erlebnisse abseits der Piste eröffnen zusätzliches Potenzial, die Vielfalt des österreichischen Winterurlaubs sichtbar zu machen.

  • Kurze Wege ermöglichen spontane Auszeiten: Kurzaufenthalte und mehrere Urlaubsreisen im Jahr bleiben wichtige Impulse für den tschechischen Markt. Dank der geografischen Nähe lässt sich ein Winterurlaub in Österreich auch kurzfristig und für wenige Nächte realisieren. Einfach buchbare Angebote, flexible Aufenthaltsmöglichkeiten und aktuelle Informationen zur Schneelage unterstützen diese spontanen Reiseentscheidungen und bieten Chancen auch außerhalb der klassischen Spitzenzeiten.

Das Wichtigste für Winter 2026/27
  • Leichtes Wirtschaftswachstum in Tschechien.

  • Aktivurlaub ist bei den tschechischen Urlauber:innen ist stark nachgefragt.

  • Österreich bleibt Nr. 1 im Winter

  • Inklusivleistungen klar kommunizieren bringt Vorteil.

  • der Trend geht Richtung Kurzaufenthalte und mehrere Urlaubsreisen im Jahr

  • Das sorgt auch für spontane Kurzreisen nach Österreich.

Norbert LerchHead of Market Tschechien
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