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Markt Japan

Österreich wird zunehmend als fixer Bestandteil von Europareisen gesehen und profitiert von kombinierten Reiserouten.

Der japanische Markt zeichnet sich durch eine hohe Wertschöpfung aus, da japanische Reisende vergleichsweise hohe Tagesausgaben haben, sowie durch ein ausgeprägtes Interesse an Kunst und Kultur. Historisch zeigt sich, dass sich der japanische Markt nach Einschränkungen – etwa Naturkatastrophen – zwar langsamer erholt, aber zuverlässig und treu zurückkehrt. Im Jahr 2025 verzeichnete der japanische Markt nun kontinuierliche Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr, mit einem Anstieg von über 20 %, was deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum im Outbound-Tourismus (ca. 13 %) liegt.

Für Österreich besonders relevant ist die starke Nachfrage nach kulturell hochwertigen Angeboten, wobei Wien, Salzburg und Innsbruck zentrale Anziehungspunkte darstellen. Thematisch stehen Musik, imperiale Geschichte sowie landschaftliche Highlights im Fokus.

Auffallend ist zudem das hohe Interesse an vertiefenden, qualitativ hochwertigen Hintergrundinformationen: Japanische Gäste legen großen Wert auf fundiertes Wissen und gehen deutlich über reine Basisinformationen hinaus. Die Zielgruppe gilt als stark kultiviert, gut informiert und anspruchsvoll in der inhaltlichen Aufbereitung touristischer Angebote. Gleichzeitig bestehen hohe Erwartungen an Servicequalität, Infrastruktur und Sicherheit.

Aktuelles

24.03.2026

Der japanische Outbound-Tourismus zeigt 2026 weiterhin eine moderate, aber stabile Erholung. Das Gesamtvolumen liegt noch unter Vorkrisenniveau, wächst jedoch kontinuierlich, getragen von einer steigenden Reiselust sowie einer schrittweisen Normalisierung der Flugkapazitäten. Im Jänner war die Zahl der Ankünfte japanischer Tourist:innen zwar leicht rückläufig, verzeichnete allerdings ein plus von 3% bei den Nächtigungen im Vergleich zum Vorjahreswert.

Aktuelle geopolitische Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran, stellen ein potenzielles Risiko dar: Reiseveranstalter berichten von Stornierungen, wobei derzeitig jedoch mehrheitlich davon ausgegangen wird, dass es sich um eine zeitliche Verschiebung der Nachfrage handelt und Reisen verstärkt auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verlagert werden.

Für Österreich besonders relevant ist die weiterhin gute Anbindung im Flugverkehr: Im Sommerflugplan 2026 baut Austrian Airlines die Verbindung zwischen Tokio und Wien deutlich aus und plant im Kernzeitraum von Juni bis August tägliche Direktflüge (7x wöchentlich).

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Spannende Projekte, Trends und Entwicklungen im Markt

Markt-Insights

Das Wichtigste zum Markt Japan

Reisevolumen

  • Japanische Auslandsreisende beliefen sich auf etwa 13 Millionen im Jahr 2024. Dies entspricht einem Anstieg von 35,2 % im Vergleich zum Vorjahr, jedoch immer noch etwa 30 % unter dem Niveau von 2019.

  • Die geschätzten Gesamtausgaben für Auslandsreisen lagen bei 4,71 Billionen Yen (ca. 31,5 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 15,2 % gegenüber 2023 entspricht.

Herkunftsregionen

Die Mehrheit der japanischen Tourist:innen, die nach Österreich reisen, stammt aus den großen urbanen Ballungsräumen, allen voran aus dem Großraum Tokio sowie der Kansai-Region rund um Osaka und Kyoto. Auch weitere wirtschaftsstarke Regionen wie Nagoya spielen eine wichtige Rolle.

Buchungsverhalten nach Österreich

  • 48 % der Unterkunftsbuchungen erfolgten via Internet-Reiseportale/Buchungsplattformen bzw. Reisebüro/-veranstalter im Internet.

  • 20 % der japanischen Gäste buchten direkt in der Unterkunft.

  • 17 % der Gäste aus Japan haben ihre Unterkunft in Österreich im Reisebüro (nicht Internet) gebucht. (Quelle: T-MONA, 2025).

Buchungsplattformen

Trotz des wachsenden FIT Segments spielen klassische Reiseveranstalter in Japan weiterhin eine zentrale Rolle. Große Anbieter wie JTB und HIS genießen hohes Vertrauen, bieten umfassende Betreuung und dienen oft als wichtigste Informationsquelle, selbst wenn Reisen letztlich eigenständig gebucht werden. Auch bei Nutzung von Plattformen wie Booking.com oder Rakuten Travel lassen sich viele Reisende vorab in Reisebüros beraten, was die anhaltende Relevanz des stationären Vertriebs unterstreicht.

Reisezeiten & Ferienstruktur

  • Aufgrund der begrenzten Urlaubstage vor allem die Zeiträume mit mehreren konsekutiven Feiertagen: Golden Week im Mai, Silver Week im September, Neujahrsfeiertage

  • Schul-/Universitätsferien im Sommer

  • 60 % Besucher:innen in den Sommermonaten

Mitbewerberdestinationen

  • Nahe asiatische Destinationen wie Taiwan, Südkorea, aber auch Thailand erfreuen sich großer Beliebtheit, ebenso wie die dauerhafte Lieblingsdestination der japanischen Tourist:innen Hawaii.

  • In Europa gilt die Schweiz als direkter Konkurrent. Imposante Berg- und Naturlandschaften werden vielfach mit der Schweiz in Verbindung gebracht.

  • Tschechien und Ungarn werden aufgrund des imperialen Erbes oft zusammen mit Österreich in Rundreisen angeboten.

  • Weitere beliebte Reisedestination innerhalb Europas, die in direkter Konkurrenz zu Österreich stehen sind Spanien, Deutschland, Frankreich und Italien.

FAQ

  • Kulturell und historisch reiches Reiseziel. Österreich wird stark mit klassischer Musik, imperialem Erbe und Eleganz assoziiert (Mozart, Sissi).

  • Sauberkeit, Sicherheit und hohe Servicequalität prägen das positive Image bei japanischen Reisenden.

  • Schöne Natur- und Alpenlandschaften gelten als besonders attraktiv, oft verbunden mit Romantik und Ruhe.

  • Winter- und Weihnachtsstimmung (Christkindlmärkte, malerische Winterlandschaften) sind zentrale emotionale Anziehungspunkte.

  • Weiters steht Österreich für hochwertige Kulinarik, mit ausgeprägter Kaffeehauskultur.

  • Keine Visapflicht für japanische Besucher:innen, EES Registrierung für Nicht-EU-Reisende ab Oktober 2025 notwendig, ETIAS voraussichtlich ab Ende 2026.

  • Direktflugverbindung in den Sommermonaten über Austrian Airlines (5x wöchentlich), sowie All Nippon Airlines (3x wöchentlich), im Winter aktuell nur über ANA.

  • Umsteigeverbindungen in Taiwan mit EVAAir, bzw. über europäische Hubs wie Frankfurt, München, Zürich, Amsterdam, Paris oder Helsinki, meist mit Lufthansa, Swiss, KLM, Air France oder Finnair, weiter nach Wien oder andere österreichische Städte.

  • Österreich gilt mit der zentralen Lage im Herzen Europas als beliebter Ausgangs- oder Endpunkt von Europareisen.

  • Soziale Medien wie X (früher Twitter), Instagram, YouTube, aber auch Messenger Tools mit integrierter Newsletterfunktion wie LINE spielen eine wichtige Rolle bei der Inspirations- sowie Informationssuche.

  • Tabi Kobo
    Spezialisierung auf Outbound-Reisen, individuelle Reisen und Luxusreisen. Bekannt für hochwertige, maßgeschneiderte Angebote für europäische Destinationen.

  • JTB Media / JTB Publishing
    Teil der JTB Group, Japans größtem Reiseanbieter.

    Veröffentlicht Reiseführer, Magazine und Online-Inhalte für internationale Reisen.

  • H.I.S. Travel Media
    Eigene Medienplattformen und Magazine für Outbound-Tourismus.
    Bietet Content zu europäischen Destinationen, Erlebnisreisen und Trends.

  • Rurubu

    Einer der bekanntesten Reiseguide-Verlage Japans.

    Publiziert Print- und Digitalformate über Städte, Kultur, Natur und kulinarische Angebote weltweit.

Die jungen Reisenden auf dem japanischen Markt gehören überwiegend zur konsumfreudigen, digital vernetzten Generation Z, die sich stark an persönlichen Werten orientiert. Ihre Reiselust ist am höchsten im Alter von 20 bis 29 Jahren – einer Lebensphase zwischen Studium und Berufseinstieg, die ideale Voraussetzungen für Auslandsreisen bietet. Soziale Medien („SNS“) sind die wichtigste Inspirationsquelle: Reiseziele werden gezielt danach ausgewählt, ob sie auf SNS gesehen wurden und SNS-tauglich sind. Besonders hoch ist die Reiseabsicht ins Ausland bei Jugendlichen aus Metropolregionen, allen voran bei jungen Frauen zwischen 20 und 24 Jahren. Junge Frauen bevorzugen Mehrzweckreisen, die Shopping, Essen und SNS-Fotospots effizient und durchdacht kombinieren („Time Performance“), während junge Männer interessensbasierte Reisen, Solo-Trips und bewusst eingeplante Alleinzeit schätzen.

In Bezug auf Reisen haben junge Japaner:innen spezifische Bedürfnisse. Vor dem Berufseinstieg besteht ein starkes Bedürfnis nach Reisen als bewusste Auszeit vom oft urlaubsarmen Berufsalltag („Erlebnis vor dem Berufsleben“). Individualität und Selbstverwirklichung sind zentrale Motive – Auslandsreisen gelten als Belohnung und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, besonders beliebt sind Erlebnisse mit DIY-Charakter, die persönliche Interessen und Hobbys widerspiegeln. Soziale Medien spielen eine zentrale Rolle: Reiseziele werden nach SNS-Tauglichkeit ausgewählt und Erlebnisse sollen nicht nur erlebt, sondern auch geteilt werden. Trotz eines budgetbewussten Ansatzes durch die Nutzung von Low-Cost-Airlines wird vor Ort Wert auf Komfort, Ästhetik und Qualität gelegt („Budgetbewusst und doch Big Spender“). Technologie und Effizienz sind selbstverständlich: Buchung, Navigation und Bezahlung erfolgen digital, eine effiziente Planung („Time Performance“) und ein reibungsloser Ablauf sind entscheidend für die Reiseerfahrung.

  • Teekocher, Tee und Hausschuhe werden im Zimmer erwartet.

  • Trinkgeld ist Japan als auch auf Reisen unüblich.

  • Japaner werden nicht gerne mit anderen Asiaten in einen Topf geworfen.

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